|
Hochwirksames Krebsmedikament nun auch für Brustkrebs zugelassen
Die Blutzufuhr zum Tumor unterbinden, ihn dadurch aushungern und auf diese Weise zerstören. Das ist in einfachen Worten ausgedrückt das Wirkprinzip des Wirkstoffs Bevacizumab (Handelsname Avastin). Bisher war das Medikament bei PatientInnen mit Dickdarmkrebs erfolgreich eingesetzt worden. Nun wurde es in Europa auch für die Erstbehandlung von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs zugelassen. Avastin bewirkt eine Verlängerung der Gesamtüberlebensdauer bzw. der Überlebensdauer ohne Tumorwachstum. In der Praxis bedeutet dies, dass Avastin Brustkrebspatientinnen die Chance gibt, doppelt so lange ohne Fortschreiten der Erkrankung zu leben.
Das Prinzip ist hoch wirksam: Bevacizumab hemmt die sogenannte Angiogenese – d. h. die Bildung von Blutgefäßen, die das Krebsgewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Auf diese Weise wird die Blutzufuhr zum Tumor unterbunden, wodurch dessen Wachstum und Ausbreitung im Körper (Metastasierung) gebremst wird.
Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Krankheit verdoppelt
Die Europäische Kommission hat Bevacizumab in Kombination mit einer Paclitaxel-Standardchemotherapie für die Erstbehandlung von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs zugelassen. In Studien zeigte die Kombination von Avastin mit der Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie eine bemerkenswerte Verdoppelung der Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Krebskrankheit. Diese Kombinationstherapie senkt das Risiko bezüglich Krankheitsfortschreiten oder Tod um beachtliche 52%.
(h.s.)
|