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Initiative: Europa gegen Krebs

 

Vorsorgeuntersuchungen gehören zu den zentralen EU-Maßnahmen im Kampf gegen Krebs.

Eine Initiative des Europäischen Parlaments will den gemeinsamen Kampf gegen Krebs in der erweiterten Europäischen Union stärken.

 

Nachdem es in den vergangenen sechs Jahren keine gemeinsamen EU-Aktivitäten gegen Krebs gegeben hat, hat das Europäische Parlament 2008 eine neue Initiative für die gesamte erweiterte EU gestartet. Nun liegt es an der Kommission und den Regierungen der einzelnen Länder, die Vorgaben auch in die Tat umzusetzen.

 

Es hat sich nämlich gezeigt, dass Aktionen der Europäischen Union durchaus in der Lage sind, Verbesserungen herbeizuführen. So hat die Kampagne „Europa gegen den Krebs“, die von 1996 bis 2002 gelaufen ist, in vielen Ländern tatsächlich zu einer Verringerung der Todesfälle durch Krebs geführt. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung ist in Zukunft jedoch mit einem Anstieg von Krebserkrankungen zu rechnen. Schätzungen der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) zufolge wird derzeit bei einer/m von drei EuropäerInnen Krebs diagnostiziert, jede bzw. jeder Vierte stirbt in der Folge an dieser Erkrankung.

 

Daher werden die Kommission, der Rat und die Mitgliedsstaaten aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die in Zukunft erheblich steigende Belastung durch Krebserkrankungen, die sich aus den demografischen Veränderungen ergibt, zu verringern. Diese Maßnahmen betreffen Prävention, Früherkennung, Diagnose und Therapie bis hin zur Palliativbetreuung.

 

» Vorsorgeuntersuchungen: Der Anteil der Menschen, die an Krebs-Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, soll bis 2018 um mindestens 50 Prozent gesteigert werden. Unter anderem sollen die Screening-Maßnahmen in den EU-Ländern überarbeitet und verbessert werden. Dabei sollen mehr Krebsarten und zusätzliche Verfahren zur Früherkennung einbezogen werden.

 

» Krebsregister: Die Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, eine verbindliche Registrierung von Krebsfällen mit einer EU-weit standardisierten Terminologie einzurichten. Damit können die verschiedenen Programme im Kampf gegen Krebs besser bewertet und gegebenenfalls verbessert werden.

 

» Vorsorge: Die Vorbeugung gegen Krebs soll intensiviert werden, unter anderem durch umfassende Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums. Schätzungen zufolge sind rund 25 Prozent aller Krebserkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen.

 

» Öffentliche Forschung: Die Kommission wird aufgefordert, Mittel aus dem siebenten Rahmenprogramm für Forschungen zur Bekämpfung von Krebs bereitzustellen. Auch seltene und schwer zu behandelnde Krebsformen sollen dabei berücksichtigt werden.

 

» Medikamente für alle: Kommission und Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, dafür zu sorgen, dass Krebsmedikamente allen PatientInnen zur Verfügung stehen, unabhängig in welchem Mitgliedsstaat sie leben. Außerdem soll untersucht werden, wie die PatientInnen rascher zu lebensrettenden innovativen Krebsmedikamenten gelangen können.

 

» PatientInnenrechte stärken: Die Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, auf nationaler Ebene eine Charta der PatientInnenrechte auf der Grundlage europäischer Leitlinien festzulegen und die PatientInnen und ihr Wissen in die Gestaltung gesundheitspolitischer Maßnahmen einzubeziehen.

 

» Mehr Information: Die Kommission wird aufgefordert, PatientInnen mit Krebserkrankungen mehr Information zur Verfügung zu stellen. Es sollen Initiativen gefördert werden, die über die Behandlungsoptionen und den Zugang zu solchen Behandlungen informieren. (kg)

 
   
 

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