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Jede Brustkrebspatientin muss ihren Her2-Status kennen

 

Zirka 20% bis 25% aller Brustkrebspatientinnen sind von einer besonders aggressiven Brustkrebsform betroffen: dem HER2-positiven Brustkrebs. Bei dieser Brustkrebsform schreitet das Wachstum des Tumors schneller voran und auch das Rückfallrisiko ist höher. Univ.-Prof. Dr. Günther Steger, Onkologe und Programmdirektor für Adjuvante Therapie an der Medizinischen Universität/AKH-Wien, forderte in einer Presseaussendung: "Von jeder Brustkrebspatientin muss der HER2-Status so früh wie möglich bekannt sein.“

 

Der Grund dafür: Mittels einer adjuvanten – zusätzlich zu Operation und Chemo- bzw. Strahlentherapie – verabreichten Antikörpertherapie mittels Trastuzumab (= Wirkstoff des Medikamentes Herceptin®) haben diese Patientinnen nun die gleiche oder teilweise sogar eine bessere Prognose als Frauen mit weniger aggressiven Brustkrebsformen. Steger: „Nur wenn Herceptin® zeitgerecht zum Einsatz kommt, kann die Prognose entscheidend verbessert werden. Daher haben wir in Österreich kürzlich ein nationales klinisches Forschungsprojekt gestartet, in dem die Herceptin®-Therapie bereits vor der Brustkrebsoperation zum Einsatz kommt und das für alle betroffenen Frauen in unserem Land zugänglich ist (Info: www.abcsg.at). Auf Grund der vorliegenden adjuvanten Studienergebnisse ist aber schon heute klar: Erhält eine Frau, deren Tumor HER2-positiv ist, keine Herceptin®-Therapie angeboten, liegt grobe Fahrlässigkeit vor.“

Herceptin® wurde, so gab der auf Krebstherapien spezialisierte Pharmakonzern Roche bekannt, am 26. Mai in Europa zugelassen.

Nachgefragt: Was bedeutet HER2-positiv?

Bei HER2-positivem Brustkrebs sind auf der Oberfläche der Krebszellen erhöhte Mengen des sogenannten HER2-Proteins vorhanden. Man spricht auch von einer „HER2-Überexpression“. Dies führt zu einer deutlichen Zunahme der Teilungsaktivität der Tumorzellen, der Tumor wächst besonders schnell und in der Folge kommt es auch zu einer raschen Metastasierung. Diese Form von Brustkrebs ist aber nicht nur besonders aggressiv, sondern spricht auch schlecht auf eine Chemotherapie an, wenn sie nicht von einer Herceptin®-Gabe begleitet wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei rund 20–25% aller Brustkrebspatientinnen ein HER2-positiver Tumor vorliegt.

 

 
   
 

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