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k n o s p e: Blick auf‘s Ganze

 

Die „k n o s p e“ ist ein interdisziplinäres Netzwerk von Fachleuten verschiedener Berufsgruppen, die sich ehrenamtlich um das Wohl von KrebspatientInnen bemühen. Allen gemeinsam ist die ganzheitliche Sicht des Menschen.

 

Diese Knospe ist einzigartig: Ein Team von GesundheitsexpertInnen im weitesten Sinn kommt einmal im Monat zusammen, um mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung für KrebspatientInnen da zu sein. Ehrenamtlich. Seit mehr als sieben Jahren. Im Bewusstsein dessen, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile und dass Schulmedizin, Komplementärmedizin, Psychologie, Physiotherapie, Schmerztherapie, Sozialarbeit und Ernährungsberatung allesamt wichtig sind. Erst ihr sorgfältig abgestimmtes Zusammenspiel ergibt die bestmögliche Betreuung auf dem Weg zum bestmöglichen Therapieerfolg – gemeinsam mit der Eigeninitiative der Betroffenen.

 

So manches ist auch gut zu wissen, noch bevor man es braucht. „Wenn von Sozialarbeit die Rede ist, sind viele erst einmal abgeschreckt“, erzählt Dr. Tonja Scholl, gynäkologische Onkologin in der k n o s p e, „aber wer Sozialarbeit in Anspruch nimmt, ist ja noch lange kein Sozialfall.“ SozialarbeiterInnen können eine ganze Menge praktischer Hilfe leisten, zum Beispiel wenn es darum geht, Betreuung für pflegebedürftige Familienmitglieder zu organisieren, wenn man selbst es gerade nicht schafft. Oder wenn es um Altersversorgung, drohende Kündigung oder andere Probleme mehr geht.

 

Die k n o s p e hat noch eine Eigenschaft, die ziemlich rar ist. Sie ist nämlich „basisdemokratisch“ organisiert, wie Dr. Scholl erzählt: „Wir im Team verstehen uns so gut, dass das auch tatsächlich funktioniert.“ Diese Atmosphäre spüren die PatientInnen wohl. Für viele ist die k n o s p e Teil des Lebens geworden, die Informationsabende nicht nur Informations- sondern auch Kommunikationsplattform. Das zeigt ein Blick ins Gästebuch mit seinen sehr persönlichen Eintragungen. Die Wertschätzung spiegelt auch folgende Begebenheit: Eine Patientin braucht eine Perücke, will aber keine, und beschließt daher, sich Turbans machen zu lassen. Dafür besorgt sie Stoff, doch es ist viel zu viel für sie. Also lässt sie gleich aus dem ganzen Material Turbans machen und gibt sie gegen eine Spende für die k n o s p e an andere Patientinnen ab.

 

Ursprünglich war die k n o s p e für gynäkologische KrebspatientInnen gedacht, heute ist sie für alle da, denn angeboten wird Beratung zu allgemein gültigen Inhalten und nicht zu Diagnostik und Therapie. In ihrer „offiziellen“ Organisationsform ist sie ein gemeinnütziger Verein.

 

Univ.-Prof. Dr. Heinrich Salzer, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Wiener Wilhelminenspital, ist Schirmherr der knospe: „Krebs bringt Veränderungen mit sich, die vor allem schmerzlich sind, anderseits aber auch genützt werden können. Mit der k n o s p e steht Ihnen ein eingespieltes Helferteam zur Verfügung, das Ihnen in dieser Zeit mit viel Wissen, Kraft und den unterschiedlichsten Methoden beistehen kann – angepasst an Ihre Situation und mit dem Ziel, dass Sie als ganzer Mensch optimal betreut werden und mit dem besten Therapieerfolg ins Leben zurückkehren."

 

Sanfte Chemotherapie

Nachdem die Idee der k n o s p e als eine Informationsveranstaltung etabliert wurde und sich regen Zulaufs erfreute, wurde nach einer Möglichkeit gesucht, die Inhalte der k n o s p e auch im stationären Bereich umzusezten. Das Ergebnis war die "Sanfte Chemotherapie"; sie versteht sich als eine Umsetzung des ganzheitlichen Ansatzes der k n o s p e im Routinebetrieb des Krankenhausalltags.

 

Gedacht für Brustkrebspatientinnen unter postoperativer Chemotherapie wurde ein einmaliges Konzept geschaffen:

Ambulante Chemotherapie - selbstverstäöndlich nach den internationalen Kriterien hinsichtlich Substanz und Dosierung - verabreicht in der Atmosphäre eines Wohnzimmerers (Piet-Payer-Saal - ermöglicht durch eine großzügige Privatspende), vereint mit intensiver psychosozialer Betreuung (konstantes Betreuer-Team aus Ärzten, Schwestern und einer Psychologin, Integration von Sozialarbeit, Physiotherapie, Ernährungsberatung, Mal-, Atemtherapie und hypnotherapeutischen Elementen).

 

Durch Europa Donna und andere Unterstützer (Nationalbankfonds, Bürgermeisterfonds) war es möglich, dieses vorallem personell aufwendige Konzept in die Realität umzusetzten. Ein moderner, zeitgemäßer und innovativer Schritt in Richtung einer optimalen Patientenbetreuung, die die Befindlichkeit der Betroffenen in den Vordergrund rückt.

 

Weitere Informationen zur "Sanfte Chemotherapie": Abteilung für Gynälkologie und Geburtshilfe

 

Kontakt zur k n o s p e

k n o s p e, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Wilhelminenspital der Stadt Wien, Montleartstraße 37, 1160 Wien, Tel.: (01)49150-4708, Fax: (01)49150-4709 Kennwort k n o s p e, E-Mail: info@knospe.at. Auf der Homepage www.knospe.at finden Sie weitere Informationen über Ziele, Themen, Angebote und MitarbeiterInnen – und eine praktische Linksammlung.

 

Informationsabend
Der Informationsabend der k n o s p e findet jeden 1. Mittwoch im Monat statt (außer Feiertags) und zwar um 19.00 Uhr im Mehrzweckraum des neuen Verwaltungsgebäudes des Wilhelminenspitals. Das ist einfach zu finden: Gebäude links neben dem Haupteingang, 1. Stock über der Anker-Filiale.

(Autorin: Dr. Karin Gruber)

 

 
   
 

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