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Lebenswege: „Breast Friends“ – Wahre Freundschaft in schlechten Tagen

 

Breast Friends: Halt geben in schwierigen Zeiten. Rosemary Moritz (links) und Marcia Cross

Bei Rosemary Moritz, einer Immobilienmaklerin aus Vancouver/ Kanada, wurde vor einigen Jahren Brustkrebs diagnostiziert. Ihre Freundin, Desperate Housewives-Star „Bree“ Marcia Cross, begleitete sie während ihres Kampfes gegen den Brustkrebs – sie waren „Breast Friends“. Hier sprechen die beiden über die Wichtigkeit von Freundschaft – gerade für Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wurde.

 

Marcia Cross:

„Als bei Rosemary Brustkrebs diagnostiziert wurde, hatte ich zuerst einfach nur Angst um sie und fühlte mich vollständig hilflos. Es war schlichtweg entsetzlich.

 

Seit wir uns vor über 10 Jahren in einer Schauspielklasse kennen gelernt hatten, war Rosemary meine beste Freundin und wir waren seit damals immer für einander da. Ich war zu dem Zeitpunkt, als sie die Diagnose erfuhr, gar nicht in der Lage, mir vorstellen zu können, was uns noch bevorstand.

 

Rosemary war ein paar Jahre zuvor nach Vancouver gezogen und ich fühlte zum ersten Mal, was die geografische Distanz ausmachte. Die Diagnose war kurz vor Weihnachten gestellt worden – ich organisierte daher für Rosemary und ihre Familie kurzerhand eine Reise von Vancouver nach Los Angeles, damit sie die Feiertage mit mir und einigen Freundinnen verbringen konnte. Wir waren außer uns vor Sorge und wollten sie einfach bei uns haben. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch sehr wenig über Brustkrebs und wollten ihr dabei helfen, mehr über diese Krankheit zu erfahren.

 

Ich schickte ihr das „Breast Book“ von Dr.in Susan Love, da ich gehört hatte, dass es einer der besten Ratgeber zum Thema Brustkrebs sei. Es beschäftigt sich mit allen Aspekten – von den Gefühlen, die mit der Diagnose Brustkrebs auftauchen bis hin zu Informationen über die neuesten Behandlungsmethoden. Rosemary fand darin alle Informationen, die für sie in dieser Situation wichtig waren. Ich brachte Rosemary dann auch noch persönlich mit Dr.in Love in Kontakt. Damit wollte ich sicher stellen, dass all ihre weitergehenden Fragen kompetent beantwortet werden. Rosemary sagte mir später, dass diese Art von praktischer Hilfestellung für sie von enormem Nutzen war, denn so hatte sie die Möglichkeit bekommen, sich so gut wie nur irgend möglich über ihre Krankheit zu informieren.

 

Meine Freundinnen und ich beschlossen, Rosemary jeden Tag, an dem sie zur Chemotherapie musste, ein spezielles Geschenk zu machen. Nach jeder Behandlung fand sie also dann zu Hause ein kleines Geschenk von uns vor – als Belohnung für ihre Tapferkeit und als Erinnerung, wie sehr wir sie lieben, und als Zeichen dafür, dass wir – auch wenn wir während der Behandlung nicht immer bei ihr sein konnten – dennoch mit unseren Herzen bei ihr waren.

 

Rosemarys Erfahrungen brachten mich dazu, am Revlon-Lauf für Frauen im nächsten Jahr teilzunehmen. Es geht dabei darum, Spendengelder für die Brustkrebs-Forschung zu sammeln. Seit damals engagiere ich mich für eine ganze Reihe von Aktivitäten, die die Awareness gegenüber dem Thema Brustkrebs fördern. Bei meinen Aktivitäten habe ich viele bewundernswerte und inspirierende Frauen getroffen, die an Brustkrebs leiden. Ihre bewegenden Geschichten zeigen mir, wie unterschiedlich Frauen mit ihrem jeweiligen Schicksal umgehen. Und wie unterschiedlich und individuell die Hilfe ist, die jede einzelne Frau benötigt. Manche brauchen praktische Hilfe, beispielsweise die Kinder von der Schule abzuholen, oder Hilfe für den Haushalt zu organisieren, während andere einfach jemanden brauchen, dem sie erzählen können, wie es ihnen gerade geht und was sie gerade durchmachen.

 

Die „Breast Friends“-Idee entsprach genau dem, was Rosemary und ich waren und daher nahmen wir auch an dem Foto-Shooting teil. Mit einer Freundin diese so intensive Phase der Diagnose und Therapie von Brustkrebs durchzumachen, war nicht einfach, aber ich wollte in jeder Hinsicht für sie da sein. Daher auch mein Aufruf: Wenn Sie eine Freundin haben, bei der Brustkrebs diagnostiziert wird, lassen Sie sie den Weg nicht allein gehen! Sie können ihr wirklich helfen!“

 

Rosemary Moritz:

„Ich hatte keine Ahnung, dass es Krebs sein könnte. Der Knoten in meiner Brust wurde bei einer Routine-Untersuchung gefunden, aber selbst zu diesem Zeitpunkt war ich felsenfest überzeugt, dass es keinen Grund zur Sorge gab. Als der Befund dann aber vorlag, traf es mich wie der Blitz: Ich hatte Brustkrebs!

 

Die Welt stand still. Ich konnte es einfach nicht glauben dass ich, eine gesunde und sportliche Frau, ohne irgendwelche Symptome, Brustkrebs hatte. Ich war wie betäubt, gefühllos und starr vor Entsetzen. Die Operation fand schon ein paar Tage später statt. Alles passierte viel zu schnell, um es irgendwie verarbeiten zu können.

 

Aber meine engsten Freundinnen waren während dieser ganzen schrecklichen Zeit für mich da. Während der Strahlentherapie rief mich meine Freundin Marcia jeden Tag an, und wir sprachen lange über meine Ängste und meine Gefühle. Sie kam zu mir nach Vancouver, so oft sie nur konnte, und ich wusste, sie war mit ihrem Herzen bei jedem Schritt meines Weges bei mir.

 

Die Unterstützung meiner engsten Freunde und Freundinnen und meiner Familie gaben mir eine immense Stärke. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, hätte ich das alles allein durchmachen müssen. Von Anfang an traf ich mich auch mit anderen Brustkrebspatientinnen und versuchte, möglichst viel über meine Krankheit herauszufinden – auch über alle Behandlungs- und Therapiemethoden. Es war für mich einfach enorm wichtig, alles über „meinen“ spezifischen Brustkrebs zu erfahren. Auch um genau zu wissen, was ich meine Ärzte und Ärztinnen fragen musste.

Ich fand heraus, dass ein spezieller Test, der entschied, ob ich eine bestimmte Behandlung benötigte, nicht durchgeführt worden war. Durch meine intensive Beschäftigung mit dem Thema wusste ich, dass jede Form von Brustkrebs seine spezifische, maßgeschneiderte Behandlung braucht und dass es nicht EINE Therapie gibt, die für ALLE Brustkrebsarten die richtige ist. Ich bin sicher, dass die Fragen, die ich stellte, wesentlich dazu beigetragen haben, dass letztlich die richtigen Tests durchgeführt worden sind. Und dadurch wiederum habe ich jene Behandlung erhalten, die für „meine Art“ von Brustkrebs die spezifische, die „richtige“ ist. Nur so hatte ich die größtmöglichen Chancen auf Erfolg.

 

Ich möchte allen Frauen, die mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert sind, aus eigener Erfahrung sagen: Es ist extrem wichtig, sich so gut wie nur irgend möglich über die Krankheit zu informieren. Denn es ist in dieser ersten Phase nach der Diagnose einfach erforderlich, innerhalb kurzer Zeit wichtige Entscheidungen zu treffen. Mein Rat dazu: Umgeben Sie sich mit jenen, die Sie lieben und die Ihnen dabei helfen, dass Sie sich mit so viel Wissen wir nur irgend möglich wappnen, um Ihre Entscheidungen möglichst informiert treffen zu können.

 

Nun bin ich krebsfrei und betreibe mein eigenes Immobilienbüro in Vancouver. Meine Erkenntnis aus der Krebserkrankung ist, dass man nichts im Leben für selbstverständlich nehmen sollte. Ich habe heute auch eine viel größere Achtung und Wertschätzung für alles – auch für die ganz kleinen Dinge. Seit der Zeit meiner Krankheit ist mir auch bewusst geworden, wie sehr ich die Menschen rund um mich brauche. Ich wäre ohne sie einfach verloren gewesen – ohne der kontinuierlichen Hilfe, Unterstützung und Kraft, die mir mein Mann, Marcia und noch viele andere Menschen gegeben haben. Bei der „Breast Friends“-Kampagne mit dabei zu sein, ist für mich daher äußerst wichtig. Auf diese Weise kann ich anderen Frauen dabei helfen, sich Unterstützung bei ihrem Kampf gegen den Brustkrebs zu holen.“

 

 

Wir freuen uns, unseren Lesern zwei neue Publikationen zum Thema Brustkrebs kostenlos zur Verfügung stellen zu können. Sie können „Breast Friends - Den Weg gemeinsam gehen“ und „Ist es vielleicht Brustkrebs? – Ein Leitfaden für Frauen zur Diagnose Brustkrebs“ in gedruckter Form bestellen oder hier als E-Book herunterladen.

 

„Breast Friends – Den Weg gemeinsam gehen“ - Ein Europa Donna-Leitfaden für die Begleitung von Brustkrebspatientinnen - Hilfe für HelferInnen.

(als E-Book herunterladen)

 

„Ist es vielleicht Brustkrebs? – Ein Leitfaden für Frauen zur Diagnose Brustkrebs“ – Das Buch über die medizinischen Basics zum Thema Brustkrebs soll Patientinnen und Breast Friends mit den medizinischen Grundlagen der Krankheit vertraut machen.

(als E-Book herunterladen)

 

Bestellungen:

Telefon: 0650/902 32 65

E-Mail: office@europadonna.at

 

Tipp:

Ausstellung „Breast Friends – Außergewöhnliche Freundschaften“ - Arbeiten des britischen Star-Fotografen Rankin; 2. bis 14. Oktober 2007, Universitätsklinik für Innere Medizin I, Klinische Abteilung für Onkologie, AKH Wien, Währinger Gürtel 18-20

 

 

 
   
 

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