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Hintergrundwissen – Radiologische Untersuchung der Brust (Kap. 12)
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12. Zusammenfassung
Die Diagnostik und Therapie von Brusterkrankungen, insbesondere die Früherkennung von Brustkrebs, hat aufgrund seiner Häufigkeit in vielen Ländern eine hohe gesundheitspolitische Bedeutung. Die Mammographie ist zur Zeit die einzige als wirksam anerkannte Methode für die Erkennung von Brustkrebsvorstufen und frühen Tumorstadien. Die Kombination der Mammographie mit einer Brustuntersuchung (Tastbefund) und ggf. Ultraschalluntersuchung besitzt eine höhere Empfindlichkeit zur Entdeckung von Brustkrebs als jede dieser Methoden für sich allein, weshalb sie als sog. „Triple-Diagnostik“ einer bloßen Mammographie vorzuziehen ist. Die Empfehlungen nationaler und internationaler medizinischer Fachgesellschaften für eine Brustkrebsfrüherkennung (bzw. Mammographie-Screening) reichen von 1- bis zu 2-jährlichen Kontrollen beginnend mit dem 40. oder 50. Lebensjahr. Die Magnetresonanztomographie kommt nur bei wenigen Indikationen als Erstuntersuchung zum Einsatz, sondern überwiegend als zusätzliche Methode eines im Rahmen der „Triple-Diagnostik erhobenen abklärungswürdigen Befundes. Weitere bildgebende Methoden wie elektrische Impedanzmessung, Computed Tomography Laser Mammography und Magnetresonanzelastographie sind derzeit noch nur von wissenschaftlichem Interesse.
Das vom American College of Radiology eingeführte System zur Dokumentation und Kommunikation von Befunden radiologischer Bildgebung (BIRADS) hat sich weltweit als Standard in Röntgenbefunden etabliert und wird auch von österreichischen Radiologen verwendet. Dieses System impliziert auch ein eindeutig definiertes weiteres Vorgehen mit konkreten Handlungsempfehlungen. Bei Brustveränderungen, die eine gewisse Wahrscheinlichkeit für Bösartigkeit aufweisen (BIRADS 4-Läsionen), hat die vakuum-unterstützte Biopsie als minimal invasive radiologische Technik die offene chirurgische Biopsie verdrängt und stellt mittlerweile den „Golden Standard“ dar. Aber auch zur Abklärung von Läsionen mit hoher Krebswahrscheinlichkeit (BIRADS 5) gewinnt die Vakuum-Biopsie zunehmend an Bedeutung und wird von zahlreichen Fachgesellschaften empfohlen. Sie gehört ebenso wie die Markierung nicht tastbarer Tumore vor der Operation zum anerkannten perioperativen Management von Brustläsionen.
Der Radiologie kommt in der Diagnostik des Brustkrebses eine zentrale Rolle zu, die sie jedoch innerhalb eines interdisziplinären und interprofessionellen Verbundes verschiedener medizinischer Fächer erfüllt. Dieser Ansatz hat in den letzten 5-10 Jahren zur Entwicklung so genannter Brustzentren mit hohen Standardanforderungen an die technische Ausrüstung und die diagnostische Befundungsqualität geführt. Auf Brustdiagnostik spezialisierte Radiologen sollen eine hohe Anzahl an Mammographien befunden, um Expertenqualität zu erreichen und zu halten. Wissenschaftlich unbestritten ist nämlich die deutliche Untersucherabhängigkeit der Qualität der Brustdiagnostik: Darin erfahrene Radiologen entdecken signifikant häufiger Brustkrebs als weniger erfahrene und insbesondere auch deutlich häufiger Frühkarzinome. Die an Brustzentren seitens der EU gestellten hohen qualitativen Anforderungen hinsichtlich Infrastruktur und Frequenzen lassen sich in Österreich u.a. durch die teleradiologische Miteinbeziehung niedergelassener Röntgenfachärzte in ein auf Brustdiagnostik spezialisiertes Spitalszentrum verwirklichen.
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