Aktuelles Wir über uns Hilfe zur Selbsthilfe Informationen rund um das Thema Brustkrebs Service Presseinformationen
 

Brustkrebs-Leitfaden Radiologie

 

l Leitfaden l Hintergrundwissen l Glossar l

 

Immer wieder stellen sich Frauen, die zur Mammografie oder sonstigen radiologischen Untersuchungen der Brust gehen sollen/wollen, die Frage: Nach welchen Kriterien soll ich das dementsprechende Institut aussuchen? Prim. Dr. Hans Mosser, Vorstand des Instituts für Radiologie des Landesklinikums Krems, hat für Europa Donna einen Leitfaden zusammengestellt, der verrät, worauf frau achten muss.

 

„Woran erkenne ich die Qualität einer Brustuntersuchung in der Radiologie?“

Der Radiologie Leitfaden

 

Hintergrundwissen – Radiologische Untersuchung der Brust

Ausführliche, strukturierte Informationen um sich intensiver mit der Thematik auseinander zu setzen

 

Glossar zum Mammographie- oder Ultraschallbefund der Brust

Häufig verwendeter Ausdrücke in einem Mammographie- oder Ultraschallbefund der Brust

 

Autor: Prim. Dr. Hans Mosser, Vorstand des Inst. für Radiologie des Landesklinikums Krems (Eine Kurzbiographie des Autors finden Sie sie hier)

 

„Woran erkenne ich die Qualität einer Brustuntersuchung in der Radiologie?“

 

l Hintergrundwissen l Glossar l

 

Stand: Mai 2006

 

Ziele:

  • Qualität muss für die Frau erkennbar sein.
  • Brusterkrankungen sollen von auf Brusterkrankungen spezialisierten ÄrztInnen diagnostiziert und behandelt werden.
  • Multidisziplinarität (Kontakt der diagnostizierenden und behandelnden ÄrztInnen).

Hinweis des Autors: Diese Informationen können keinen Arztbesuch und sollen auch nicht das persönliche Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin ersetzen, sondern ganz im Gegenteil, Sie dazu ermutigen!

 

 

Einleitung

 

Häufig stellen sich Frauen nach einer Mammografie oder sonstigen Untersuchung der Brust die Fragen,

  1. ob die Untersuchung auch wirklich auf letztem Stand der Wissenschaft und Medizin durchgeführt wurde, und
  2. was die Fachausdrücke im Befund denn bedeuten.

Aus der Nichtbeantwortung dieser Fragen kann häufig Unsicherheit, auch Angst resultieren.

 

Um diese Fragen zu beantworten und damit Sicherheit zu geben, werden in diesem Europa Donna Leitfaden...

  1. Kriterien dargestellt, welche es einer Frau erlauben, die Qualität der Untersuchung selbst abzuschätzen, und
  2. in einem Glossar häufig verwendete Fachausdrücke ausführlich erklärt.

 

Kriterien, anhand welcher ich die Qualität der an mir durchgeführten Brustuntersuchung in der Radiologie selbst abschätzen kann.

 

1. Befragung („Anamnese“):
Ich wurde direkt oder anhand eines Fragebogens zu folgenden Themen befragt:

  • Bestehen Beschwerden? (z.B. Schmerzen, zyklusabhängig oder nicht, Sekretion aus der Brustwarze, Hautveränderung, tastbarer Knoten usw.)
  • Gibt es in der Blutsverwandtschaft (Schwester, Mutter, Großmutter, Tante etc.) jemanden mit der Diagnose Brustkrebs? Wenn ja, in welchem Alter der Verwandten wurde die Brustkrebserkrankung diagnostiziert?
  • Besteht eine Hormoneinnahme, insbes. eine Hormonersatztherapie?
  • Wann war meine erste Regel, ggf. wann kam ich in die Wechseljahre?

2. Untersuchung:

  • Betrachtung („Inspektion“): Meine Brust wurde vom Röntgenarzt/der Röntgenärztin in normaler und in erhobener Armstellung (Arme über den Kopf) in sitzender Position betrachtet, ob Asymmetrien Hauteinziehungen oder sonstige Hautveränderungen vorliegen.
  • Tastbefund („Palpation“): Meine Brust wurde vom Röntgenarzt/der Röntgenärztin beidseits systematisch abgetastet bzw. im Falle einer Operationsnarbe wurde auch diese abgestastet.

3. Mammografie:

 

Wenn eine Mammografie durchgeführt wurde:

  • Besteht noch ein Menstruationszyklus und liegen keine akuten Beschwerden der Brust vor: Wurde bei der Terminisierung darauf geachtet, dass die Mammografie am besten in der 1. Zyklushälfte durchgeführt werden soll (6.-12. Tag) und wurde mir erklärt, warum das wichtig ist? (Ist dies bei Ihrem Radiologen nicht der Fall, achten Sie bitte selbst bei der Anmeldung zur Mammografie darauf!).

    >> Der Grund ist die bessere Darstellbarkeit des Brustgewebes zu einem Zykluszeitpunkt, in dem das Gewebe am wenigstens dicht ist.
  • Bei der Untersuchung: Wurde mir erklärt, wie die Mammografie vor sich gehen wird, wurde ich auch über Bedeutung und Sinn der „Kompression“ (Zusammendrücken der Brust während der Aufnahme) bei der Mammografie informiert?

    >> Die Kompression bewirkt eine verbesserte Diagnostik der Brust und führt  gleichzeitig auch zu einer geringeren Strahlendosis.

4. Ultraschall der Brust:

Wenn entweder allein oder zusätzlich zur Mammografie ein Ultraschall durchgeführt wurde:

  • Sämtliche Anteile beider Brüste sowie die Achseln wurden mit dem Ultraschall untersucht. Im Falle einer Narbe nach Operation wurde die Narbe untersucht.

5. Ergebnis:

Hatte ich direkten Kontakt mit einem Röntgenarzt/einer Röntgenärztin? Hatte ich die Möglichkeit, mit einem Röntgenarzt/einer Röntgenärztin zu sprechen, wenn ich dies wollte?

Wurde mir vom Röntgenarzt/der Röntgenärztin das Ergebnis oder zumindest ein „erster Ergebnis-Eindruck“ der Untersuchung und ggf. eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen mitgeteilt?

 

>> Dies sollte in Röntgenordinationen, die Brustdiagnostik anbieten, Standard sein.

 

6. Befund:

Wird im Befund die sog. „BIRADS-Klassifikation“ verwendet und findet sich auch die Dichteeinteilung nach ACR (American College of Radiology) oder zumindest ein Hinweis auf die mammografische Dichte der Brust?

 

>> Es ist heute Standard, die BIRADS-Klassifizierung in Mammografiebefunden zu verwenden. Sie gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Befund gut- oder bösartig ist. Befunde mit einer BIRADS-Klassifikation 4 und 5 müssen histologisch  (also meist durch eine Punktion) abgeklärt werden, da es sich um Brustkrebs  handeln könnte.

 

>> Zunehmend wird auch die Dichteeinteilung nach ACR (Dichtetyp 1 bis 4), was das Ausmaß der Brustdichte beschreibt, verwendet. Der Grund liegt darin, zu kommunizieren, dass mit zunehmender Brustdichte (v.a. Grad 3 und 4), die Empfindlichkeit der Mammografie für die Brustkrebs(früh)erkennung abnimmt, sodass häufig – auch wenn Ihr Arzt dies nicht auf der Röntgenzuweisung extra aufgeschrieben  hat – der Radiologe zusätzlich einen Ultraschall der Brust durchführt.

 

 

Objektive Kriterien: „Qualitätszertifikat Mammadiagnostik“

Die Österreichische Röntgengesellschaft (ÖRG) und die Bundesfachgruppe Radiologie der Österreichischen Ärztekammer (BURA) haben 2004 ein „Qualitätszertifikat Mammadiagnostik“ entwickelt, das nur Radiologen erhalten, die in der Brustdiagnostik qualitative Mindeststandards hinsichtlich Geräte- und Untersuchungstechnik sowie Frequenzen, Fortbildung und Befundungserfahrung nachweisen. Eine Liste der RadiologInnen, die über dieses Qualitätszertifikat verfügen, finden Sie auf der Website der Österreichischen Röntgengesellschaft unter: http://www.oerg.at/images/zertifikatstraeger1.pdf

 

 

Weitere Informationen:

 

Hintergrundwissen – Radiologische Untersuchung der Brust

Ausführliche, strukturierte Informationen um sich intensiver mit der Thematik auseinander zu setzen

 

Glossar zum Mammographie- oder Ultraschallbefund der Brust

Häufig verwendeter Ausdrücke in einem Mammographie- oder Ultraschallbefund der Brust

 

Der Autor Dr. Hans Mosser ist Facharzt für Radiologie und Primarius des Instituts für Radiologie des Landesklinikums Krems/Donau.

 

 
   
 

l Aktuelles l Wir über uns l Hilfe zur Selbsthilfe l Information l Service l Presse l