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Das Hand-Fuß-Syndrom: Prävention und Linderung

Aus der Masterarbeit von Stefanie Zuech
(Als Artikel überarbeitet von Natalija Frank)

Beim Hand-Fuß-Syndrom (HFS) handelt es sich um eine häufige Nebenwirkung von Chemotherapeutika, auch jener, die bei Brustkrebs eingesetzt werden.

Es beginnt mit gering ausgeprägtem Erythem, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Empfindungsstörungen (Dysästhesien) und/oder Parästhesien („Ameisenlaufen“, Prickeln, Jucken, Kälte- oder Wärmeempfindung). Es kann sich unbehandelt bis hin zu Ulzerationen, Blasenbildung, Hautablösungen und damit verbundenen starken Schmerzen weiterentwickeln. Diese erythematöse (gerötete) Hautläsionen lokalisieren sich vor allem im Bereich der Handinnenflächen und Fußsohlen, sie können aber in seltenen Fällen auch andere Körperregionen betreffen, wie zum Beispiel die Achselhöhlen, die Leistengegend, Rumpf, Hals, Thorax, Kopfhaut und Unterarme.

Grundsätzlich sind die Hände öfter befallen als die Fußsohlen und können bei manchen Patienten die einzige befallene Stelle sein. Die palmar-plantare Erythrodysästhesie kann Personen, die darunter leiden, sehr in ihrem alltäglichen Leben einschränken, besonders, wenn Blasenbildung, feuchte Abschuppung, starke Schmerzen oder Geschwürbildung auftreten.

Wenn man es ignoriert kann sich das Hand-Fuß-Syndrom rapide entwickeln, deshalb ist es wichtig, schon bei anfänglichen Beschwerden einzugreifen. Hier spielen die Pflegekräfte eine wichtige Rolle, um die Patienten darüber aufzuklären die ersten Symptome richtig zu erkennen. Eine Dosisreduktion oder ein zeitweiliges Absetzen der Chemotherapie kann zu einem raschen Abklingen der Symptome führen und es sind keine längerfristigen Folgen zu erwarten (Lassere & Hoff, 2004). In schweren Fällen können Patienten so schwerwiegende Blasen und Ulzerationen entwickeln, dass eine Hospitalisierung nötig wird (Martschick A. et al., 2009).

Gradeinteilung des HFS laut WHO:

Grad Symptome/ klinisches Bild   Histologie
I (leichtes) Erythem, Dyästhesie, normale Aktivität möglich   Dilatierte Kapillaren
II Erythematöse Schwellung, palmoplantarer Schmerz unter mechanischem Reiz   Isolierte Keratinozyten- Nekrose in oberen Schichten der Epidermis
III Schmerzhafte erythematöse Schwellung, Risse, tägliche Aktivitäten sind eingeschränkt   Nekrose der basalen Zellschicht-Keratinozyten
IV Sehr schmerzhafte erythematöse Schwellung; mögliche Blasenbildung und Ulzerationen; Unmöglichkeit, normale, tägliche Aktivitäten zu verrichten   Nekrose über die Epidermis hinaus
Journal of the German Society of Dermatology 2012, S. 652

Beispielbilder zu den verschiedenen Schweregraden:

 

Grad I :
Hand-Fuß-Syndrom nach 5-FU-Therapie

(Degen et al. 2010)

  Grad II:
HFS mit schmerzhafter, erythematöser Schwellung

 http://www.journalonko.de/aktuellview.php?id=1244

 
       

Grad III
stark schmerzende Blasenbildung und Hautabtragung

Janusch, Fischer, Marsch, Holzhausen, Kegel, Helmbold, 2006