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Komplementäre Therapieansätze

Komplementäre Maßnahmen unterstützen die Patienten während ihrer Krebstherapie. Dieses ergänzende Therapieverfahren ist unter den Betroffenen weit verbreitet. Dies gründet auf dem verständlichen Wunsch, nichts unversucht zu lassen, um Heilung bzw. Linderung zu erzielen. Kontrollierte Studien zu Unbedenklichkeit und Wirksamkeit fehlen jedoch für die meisten komplementären Verfahren. Patienten sollten ihren Arzt immer informieren zu welchen zusätzlichen unterstützenden Maßnahmen sie greifen um einer eventuellen Beeinträchtigung der Standardtherapie (zum Beispiel die Chemotherapie) durch komplementärmedizinische Verfahren vorzubeugen (Beuth, 2011, Ratgeber Krebserkrankung).

Leinsamen - Bad

Die Empfehlung für ein Hand- oder Fußbad in abgekochten Leinsamen findet sich in allen Literaturen zu naturheilkundlichen Verfahren zur Behandlung des Hand-Fuß-Syndroms. Dazu benötigt man ca. fünf Esslöffel geschroteten Leinsamen, den man für ca. fünf Minuten in Wasser aufkocht, abkühlen lässt und Hände bzw. Füße in der angenehm temperierten (nicht heißen!) Flüssigkeit für etwa 5 – 10 Minuten badet. Die während des Kochens aufgelösten Eiweißsubstanzen aus dem Leinsamen bilden eine Schutzschicht auf Händen und Füßen und beschleunigen so den Heilungsprozess. Diese Anwendung können Patienten zwei Mal täglich durchführen. (Beuth, 2011, Ratgeber Krebserkrankung & Petra Voiß, 2012, Naturheilkundliche Selbsthilfestrategien). Studien zur Wirksamkeit dieses Verfahrens sind noch ausständig.

Hanföl

Das Hanföl ist reich an ungesättigten Fettsäuren und enthält ein günstiges Verhältnis von Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Neben den essenziellen Fettsäuren Linolsäure und α-Linolensäure enthält Hanföl γ-Linolensäure. Diese Bestandteile beeinflussen den Fettstoffwechsel und die Eicosanoidsynthese, wodurch chronische Entzündungen beeinflusst werden. Es wird bereits bei anderen Hauterkrankungen, wie zum Beispiel der Psoriasis angewandt, auch bei der atopischen Dermatitis wird es erfolgreich eingesetzt.

Im Rahmen einer deutschen Anwendungsbeobachtung wurde das präventive Potenzial von Hanföl (Kapseln und Pflegeöl) hinsichtlich HFS unter der Behandlung mit Capecitabin (Xeloda) untersucht. Die Patienten nahmen täglich jeweils 3-mal zwei Kapseln ein (entspricht 3g Hanföl), das Pflegeöl sollte mindestens drei Mal pro Tag aufgetragen werden. Bei Patienten, die bereits unter einem HFS gelitten haben wurde die Therapie mit Traubenkernextrakt-Bädern ergänzt, wodurch bei allen Patienten eine deutliche Besserung erreicht werden konnte. Da es bei dieser Anwendungsbeobachtung aber keine Kontrollgruppe gib und die Patientenanzahl relativ gering ist, sind weitere umfangreichere Studien in diesem Gebiet nötig.

Phytoherapie

Die lokale Phytotherapie stellt eine neue und vielversprechende Altenative in der Behandlung der palmar-plantaren Erythrodysästhesie dar. Kern, Schmidenger, Locker und Kopp (2007) untersuchten in ihrer Anwendungsbeobachtung die Wirksamkeit von Ringelblumenblüten (Calendula officinalis L.), Kamillenblüten (Matricaria recutita L.) und Salbeiblättern (Salvia officinalis L.) beim Hand-Fuß-Syndrom. Diese wurden aufgrund ihrer speziellen antiphlogistischen, wundheilungsfördernden, granulationsfördernden und antibakteriellen Eigenschaften ausgewählt. Jeweils 10 g dieser Arzneidrogen wurden zu einem Aufguss weiterverarbeitet und in Form von Hand- und Fußbädern angewendet. Die einfache Anwendung und das Fehlen von Nebenwirkungen sahen die Teilnehmer als sehr angenehm an. Weitere Studien sind noch erforderlich, denn aufgrund der geringen Teilnehmerzahl kann man nicht mit Sicherheit sagen, dass die lokale Phytotherapie eine positive Wirkung in der Prävention des HFS hat, es ist aber nicht außer Acht zu lassen, dass sich bei einem Großteil der Patienten die Symptome gebessert haben bzw. in einem Fall sogar ganz verschwunden sind (Kern et al., 2007).

Die nach der Literaturrecherche sinnvollste Methode ist die Patientenedukation/ Information. Jenen Betroffenen, die eine Chemotherapie erhalten, die dafür bekannt ist, ein Hand-Fuß-Syndrom auszulösen, sollte das Risiko an diesem erkranken zu können geschildert werden. Den Kern der Patientenschulung stellt die Früherkennung erster Symptome dar, denn nur damit kann das HFS zeitig behandelt werden und die Chemotherapie kann ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Die Betroffenen fühlen sich nicht mehr so hilflos, wenn man ihnen Tipps für den Alltag gibt, dieser Hautläsion entgegenzuwirken oder sie zu Mildern.