Kaum eine Frau nimmt die Diagnose Brustkrebs gelassen hin. Im Gegenteil: Trotz heute ausgefeilter chirurgischer Techniken und Behandlungsmethoden, d.s. weitgehend brusterhaltender OP und auf den speziellen Krebs-Typ zugeschnittenen Therapieverfahren – dies ermöglicht inzwischen eine Heilungschance von 85% - stürzt die Diagnose Brustkrebs viele der betroffenen Frauen in ein Trauma, das ihnen vorerst den Zugang zum Verständnis ihrer Erkrankung und den damit verbundenen Heilungschancen erschwert oder gar unmöglich macht.

Das muss so nicht sein. Speziell für die Beratung und Psychotherapie von Krebspatienten ausgebildete Psychologen – sogenannte Psychoonkologen - , die in jedem Brustgesundheitszentrum zur Verfügung stehen, nehmen sich der Patientinnen und ihrer Sorgen an.

Wenn die Diagnose Brustkrebs, die OP und Therapie ohne bleibende Traumatisierung verarbeitet werden konnte, berichten sogar viele Frauen, dass diese Erkrankung eine wichtige Erfahrung in ihrem Leben war, dass sie ihre persönlichen Weichen neu gestellt und ihre Werte neu definiert haben und dass sie sich sogar insgesamt stärker fühlen als vor der Erkrankung.

Gerade eine solche Neuorientierung stärkt die Patientin und aktiviert Kräfte zur Gesundung, ist aber oft ohne psychotherapeutische Hilfe nicht möglich.

Etliche Studien belegen, dass Brustkrebs-Patientinnen, die psychoonkologische Hilfe bzw. psychosoziale Unterstützung bekommen, eine bessere Immunfunktion haben und mit dem Schmerz besser umgehen können.

Dies sollte jede Frau sowohl vor als auch nach der Brustkrebs-Behandlung dazu ermutigen, ihre Ängste, Sorgen und Nöte einem erfahrenen Psychoonkologen anzuvertrauen, um auch in dieser Hinsicht das Beste für ihre Heilung zu tun.