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Vom antiken Brustgürtel zum modernen Wonderbra
Schon in der Antike kannte man Brustgürtel und gewickelte Bandagen, um die Brust zu heben oder - bei jungen Mädchen - das Wachstum der Brüste zu verstecken. Den formenden, die Brust verschönernden Büstenhalter gibt es seit etwa hundert Jahren. Ein schwäbische Korsettenmacher entwickelte das erste angenehm tragbare Modell. Anfang der 60er-Jahre hatte sich der BH bereits voll durchgesetzt - allein in Deutschland wurden Jahr für Jahr viele Millionen BHs verkauft. Aber es gab auch Gegner des neuen, raffinierten Kleidungsstückes. 1968 kam es sogar zu BH-Verbrennungen, ausgelöst durch die neue Bewegung der Love and Peace-Generation.

Heute bietet der Fachhandel für jede Form und Größe der Brüste ein passendes Modell. Mit eingenähten Bügeln, Kunststoff- oder Plastikeinlagen, sogar mit Gel oder Wasser gefüllte BHs, die Brüste größer erscheinen lassen, Haftschalen, die ohne Träger und Rückenteil direkt am Körper haften, Träger aus einem speziellen Material, das sich der Schwere des Busens anpasst und Schnürfurchen auf den Schultern vermeidet.

Können Büstenhalter Krebs auslösen?

Sind aber diese kunstvollen Konstruktionen nicht vielleicht auch gesundheitsschädigend? „Die stützende Funktion eines BHs ist für das Bindegewebe der Brust, vor allem nach einer Operation, besonders wichtig“, sagt Dr. Erika Pilz, plastische Chirurgin und Expertin auf dem Gebiet von Brustoperationen. Die Brust hat nämlich keinen Muskel, den man trainieren kann, die einzige „Aufhängung“ ist die Haut. Der Brustmuskel liegt unter der Haut und hat keine Haltefunktion. Vor allem bei Frauen mit einer großen Brust verhindert der BH eine übermäßige Dehnung der Haut. Aber auch Frauen mit kleinen Brüsten sollten nicht auf den BH verzichten.

Trotzdem haben manche Frauen Bedenken: Können die Metallreifen, die Kunststoffeinlagen, die ständige, feste Haltung der Brust nicht krebsfördernd sein? „Durch diese Reize kann kein Krebs ausgelöst werden“, betont Dr. Pilz.

Erst medizinische Stütze, dann wieder raffinierte Spitze!

„Besonders nach einer Operation soll ein medizinischer Stütz-BH Tag und Nacht, sechs Wochen hindurch, getragen werden. Für weitere sechs Wochen genügt es, den BH nur während des Tages zu tragen. Danach kann frau wieder das Modell wählen, in dem sie sich wohl fühlt und gefällt“, empfiehlt die Expertin. Wieder anziehend und selbstsicher zu sein - ein raffinierter BH kann dazu beitragen.

Dr. Gerta Niebauer, Journalistin
Die Autorin:
Dr. Gerta Niebauer, promoviert in den Fächern Germanistik, Anglistik und Publizistik in Wien. nach ihrer Tätigkeit bei den Vereinten Nationen in Wien und New York als Press Officer arbeitet sie nun mehr als freie Wissenschafts- und Gesundheitsjournalistin bei "die Presse", Ärztezeitung, Medizin Populär und Jatros - Dermatologie.

Für ihre Tätigkeiten wurde sie unter anderem mit dem Dr. Kardinal Innitzer Preis ausgezeichnet.