Nach einer Brustoperation können Schmerzen auftreten, die auf die Beeinträchtigung von Nerven-bahnen zurückgehen. Diese Schmerzen können behandelt werden.

Selbst wenn die Operation bestens verlaufen ist, die Aussichten gut sind und die Narbe schön – es kann weh tun. Das liegt daran, dass bei der Operation Nervenbahnen beschädigt oder unterbrochen wurden, was praktisch unvermeidlich ist und nichts mit der Operationstechnik zu tun hat.

Dass diese Schmerzen nun ein unausweichliches Schicksal seien und ertragen werden müssten, ist ein weit verbreiteter Irrglaube: Es hat keinen Sinn, seine Leidensfähigkeit unter Beweis stellen zu wollen. Genauso wenig, wie diese Schmerzen einen Sinn haben. Ganz im Gegenteil. Sie können sich sogar –und das mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit – zu einem eigenen Leiden auswachsen, wenn man nichts dagegen tut. Denn: Sie neigen dazu, chronisch zu werden.

 

Behandlungsmöglichkeiten

  • Stufe-I – Periphere Analgetika: Dazu gehören so alltägliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Metamizol und NSAR. Bei dauerhafter Anwendung über Monate oder Jahre können manche dieser Medikamente allerdings zu Schäden an Nieren sowie Magen- und Darmschleimhaut führen.
  • Stufe-II – Schwache Opioide: Codein, Tilidin, DHC, Tramadol, die auf das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) wirken. Die Kombination mit Medikamenten der Stufe-I verbessert die Schmerzlinderung wesentlich. Opioide sind körpereigenen schmerzlindernden Stoffen (Endorphinen) sehr ähnlich. Sie wurden früher aus Mohn gewonnen und werden heute synthetisch hergestellt.
  • Stufe-III – Starke Opioide wie Morphin, Hydromorphon, Oxycodon, Fentanyl dar. Bei Bedarf werden sie anstelle von Opioden der Stufe-II eingesetzt. Sie können ebenfalls mit Wirkstoffen der Stufe-I kombiniert werden.

Die schmerzlindernde Wirkung wird nicht nur durch die Kombination von peripher und zentral wirkenden Substanzen erhöht. Auch die Kombination von Retard-Präparaten, die Wirkstoffe kontinuierlich abgeben, und rasch wirkenden Präparaten gegen Schmerzspitzen kann sinnvoll sein. Darüber hinaus gibt es Medikamente, die selbst nicht schmerzlindernd sind, die Behandlung jedoch wesentlich unterstützen.

Bei sehr starken chronischen Schmerzen können Opioide mit einer Schmerzpumpe direkt zum Rückenmark gebracht werden, wo ja ihr Hauptwirkort liegt. Dabei wird eine etwa handtellergroße Pumpe unter die Haut implantiert, über einen dünnen Schlauch gelangt das Schmerzmittel zum Rückenmark. Die erforderliche Dosis ist geringer als bei oraler Einnahme, eine Neufüllung etwa alle zwei Monate nötig.

Es ist höchste Zeit, mit dem Mythos aufzuräumen, dass Krebserkrankungen und damit Brustkrebs immer und unausweichlich mit schlimmen Schmerzen verbunden sein müssen. Mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln und Methoden ist es nicht nur möglich, sondern auch eine Pflicht, Brustkrebspatientinnen von Schmerzen zu befreien.

 

Tipp:
  Bei spezielle Fragen stehen AnästhesistInnen als die SchmerzspezialistInnen schlechthin zur Verfügung. Einige Krankenhäuser führen auch eigene Schmerzambulanzen.