Februar

Ovarian Tissue Banking (OTB)

Interview mit dem Leiter des Instituts für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin Univ-Prof. Dr. Hans Christian Egarter

 

Univ-Prof. Dr. Christian EgarterMona: Herr Univ-Prof. Dr. Egarter,

herzlichen Dank dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben. Wir von Europa Donna Austria werden immer wieder von jungen Frauen kontaktiert, die vor ihrer Familienplanung an Brustkrebs erkranken. Gibt es für diese Frauen eine Möglichkeit ihre Fruchtbarkeit zu erhalten?

Univ-Prof. Dr. Egarter: Patientinnen, die ein hohes Risiko haben, ein vorzeitiges Versagen der ovariellen Aktivität (Primature Ovarian Failure, POF) zu erleiden, sollen alle Möglichkeiten des Erhaltes der Fertilität und der endokrinen Funktion angeboten werden. Die gonadale Schädigung kann die Folge notwendiger Therapiemaßnahmen (Chemotherapie, Strahlentherapie, Operationen) im Rahmen von speziellen Grunderkrankungen sein (Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Ovarialcysten). Neben wichtigen protektiven Maßnahmen, wie der Gabe von GnRH-Analoga, einer Ovaropexie oder Methoden der künstlichen Befruchtung, stellt die Ovargewebekryokonservierung (Ovarian Tissue Banking, OTB) einen weiteren bedeutenden Baustein in diesem Konzept dar.


Mona: Wenn ich Sie richtig verstehe, handelt es sich hierbei um das Einfrieren von Eierstockgewebe vor Therapiebeginn. Welche Vorteile haben Frauen, wenn sie sich dazu entscheiden?

Univ-Prof. Dr. Egarter: Die Vorteile von OTB können folgendermaßen dargestellt werden:
- Keine Therapieverzögerung
- Behandlung präpubertärer Mädchen
- Kein unerwünschter Östrogenpeak
- Behandlung von Frauen ohne Partner
- Sowohl bei Chemo-als auch Strahlentherapie einsetzbar
- Erhalt der Fertilität UND der endokrinen Funktion

Mona: Das sind ja großartige und hoffnungsbringende Neuigkeiten. Ich kann mir vorstellen, dass diese Entscheidung sehr schnell getroffen werden muss, das ja in den meisten Fällen unmittelbar nach der Diagnosestellung mit der Therapie begonnen wird.

Univ-Prof. Dr. Egarter: Ja, das stimmt. Bis dato mussten Patientinnen aus Ostösterreich mit Wunsch nach OTB zur laparoskopischen Ovargewebeentnahme nach Innsbruck oder Linz überwiesen werden, was für die betroffenen Mädchen und Frauen natürlich – neben der Krebserkrankung – eine weitere große Belastung darstellte.

Seit 2012, mit Einlangen der behördlichen Bewilligung durch die AGES, ist es uns nun möglich, OTB auch in Wien (und damit für ganz Ostösterreich) anbieten zu können: Derzeit noch gemeinsam mit dem MUW-Kooperationspartner „Fertilitätszentrum Döbling“ und in Zukunft auch auf der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien/AKH wird das OTB-Programm nach strengen internationalen Richtlinien im Rahmen des Netzwerkes FertiPROTEKT (Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo-& Strahlentherapie) durchgeführt werden.

Mona: Werden die Kosten von den Sozialversicherungsträgern übernommen?

Univ-Prof. Dr. Egarter: Erwähnt werden muss, dass OTB eine Leistung ist, die von den Sozialversicherungsträgern nicht übernommen wird. Die Kosten bewegen sich in der Höhe von IVF-Selbstzahler-Kosten.

Mona: Was bedeutet IVF?

Univ-Prof. Dr. Egarter: Mit IVF ist In-vitro Fertilisation gemeint, was soviel bedeutet wie künstliche Befruchtung.

Mona: Was ist vorab für betroffene PatientInnen wichtig zu wissen?

Univ-Prof. Dr. Egarter: Vier Faktoren sind für eine seriöse und erfolgreiche Beratung und Behandlung betroffener Patientinnen notwendig:

1. Aufklärung und Beratung durch spezialisierte Reproduktionsmediziner in enger Kooperation mit Onkologen und Strahlentherapeuten
2. Anbieten ALLER Möglichkeiten von Gonaden-schützenden Maßnahmen
3. Hohe Expertise bei laparoskopischen Operationen
4. Enge Kooperation mit einem hochspezialisierten Labor

Die Patientin wird bei entsprechender Indikation nach ausführlichster Aufklärung stationär aufgenommen, die laparoskopische Operation erfolgt am selben Vormittag. Am nächsten Tag kann die Patientin meist bereits wieder entlassen werden.

Wir freuen uns sehr, allen betroffenen Patientinnen in Ostösterreich nun auch OTB anbieten zu können und so eine optimale Betreuung ermöglichen zu können.

Mona: Darf ich fragen, was die Abkürzung OTB bedeutet?

Univ-Prof. Dr. Egarter: Der deutscher Begriff für OTB lautet: Kryokonservierung von Eierstockgewebe

Mona: Was passiert nach erfolgreicher Therapie?

Univ-Prof. Dr. Egarter: Nach erfolgreich absolvierter Therapie kommt es zu einer Rücktransplantation des entnommenen Eierstockgewebes zum Erhalt der Fertilität und der endokrinen Funktion

Mona: Das sind beruhigende Aussichten. An wen können sich interessierte Frauen wenden?

Univ-Prof. Dr. Egarter: Ansprechpartner ist:


Univ. Prof. Dr. Klaus Mayerhofer
Kinderwunsch-Endoskopie-Ambulanz (ESKA Ambulanz):
Terminvereinbarung Mo – Do 09:00-12:00 unter +43/1/40 400-2344
AKH-Univ. Fraunenklinik
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

Mona: Herr Prof.Dr. Egarter, ich bedanke mich ganz herzlich für dieses spannende Interview

 

Plastische-und Rekonstruktive Chirurgie

Ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit Herrn Dr. Klaus Schrögendorfer, dem Leiter der Ambulanz für Brustrekonstruktion an der Klinischen Abteilung für Plastische Chirurgie, Universitätsklinik Chirurgie im AKH Wien.
Er war so nett, mir ein Interview zu geben. Darüber möchte ich in diesem diesen Blog berichten.

Dr.SchroegendorferMona: Herr Dr. Schrögendorfer, was genau versteht man unter Plastischer- und Rekonstruktiver Chirurgie?
Dr. Schrögendorfer: Bei der plastischen- und rekonstruktiven Chirurgie handelt es sich nicht in erster Linie um Schönheitschirurgie – wie vielfach angenommen – sondern vor allem um Wiederherstellungschirurgie nach z.B. Brustoperationen, Unfällen oder Tumorerkrankungen u.v.m. Zusätzlich bieten wir an unserer Abteilung im AKH im Rahmen meiner Ambulanz bzw. der Ambulanz für Brustrekonstruktion auch die chirurgische Behandlung von Lymphödemen an, was den wenigsten Menschen bekannt ist.
Mona: Was wird bei der Lymphödem-Chirurgie gemacht ?
Dr. Schrögendorfer: Mit den entsprechenden Konzepten kann PatientInnen mit fortgeschritten Lymphödemen geholfen werden. Mit der Lymphödem-Chirurgie kann man aber auch eingreifen, bevor es noch zu einem massiven Lymphstau gekommen ist. Es handelt sich dabei um eine supramikrochirurgische Technik, bei es möglich ist, den Lymphabfluss zu verbessern bzw. wiederherzustellen.
Mona: Das klingt sehr interessant. Ich fände es sehr wichtig, diese Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Müssen PatientInnen diesen Eingriff selbst bezahlen ?
Dr. Schrögendorfer: Nein, sowohl die Lymphödem-Chirurgie als auch die plastisch- wiederherstellenden Eingriffe an der Brust werden von der Krankenkasse bezahlt.
Mona: Das sind gute Nachrichten. Ich möchte noch einmal zurückkommen auf die Plastische- und Wiederherstellungschirurgie. Was kann man hier alles machen ?
Dr. Schrögendorfer: Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten. Es kann im Zuge einer Brustkrebs-Operation – abhängig von der Art und Größe des Tumors – eine Sofortrekonstruktion durchgeführt werden, d.h. in der gleichen Operation bei der die Brust entfernt werden muss, wird die Brust wiederhergestellt. Hier ist eine intensive und gute interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig. Aber auch nach einer kompletten Amputation ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Brustrekonstruktion möglich. Es ist nie zu spät so eine Entscheidung zu treffen und als ersten Schritt ein Gespräch mit dem Spezialisten zu suchen. Ebenso gibt es Feinkorrekturen bei kleinen Makeln, wie Asymmetrie, verzogener Brustwarze oder Narbeneinziehung. Ziel ist es ein optimales ästhetisches und für die Patientinnen zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.
Mona: Warum kommen PatientInnen nicht gleich in diese Abteilung ?
Dr. Schrögendorfer: Die Behandlung von Tumorerkrankungen an der Brust werden heute in spezialisierten und zertifizierten Brustgesundheitszentren wie z.B. hier an der MedUniWien im AKH Wien durchgeführt. In diesen Zentren arbeiten Spezialisten aus den Fächern Chirurgie, Gynäkologie, Onkologie, Pathologie, Strahlentherapie und Plastische Chirurgie eng zusammen. Wir sind hier ein zertifizierter Kooperationspartner.
Trotz fortgeschrittener Techniken und bester „Onko-Chirurgischer“ Behandlung kann es dennoch vorkommen, dass PatientInnen mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind (zB: Volums-Asymmetrie). Der Gang zum Plasitschen Chirurgen steht jedem jederzeit offen. So können auch zu jeder Zeit Gespräche mit dem Plastischen Chirurgen gesucht werden. Diese sind in der Ambulanz für Brustrekonstruktion der Plastischen Chirurgie im AKH möglich.
Mona: Haben Sie auch eine Privatordination?
Dr. Schrögendorfer: Ja
Wichtig ist, dass die wesentliche Triebfeder für die Brustrekonstruktion immer die Patientin selbst ist.
Mona: Wie meinen Sie das?
Dr. Schrögendorfer: Es kommt vor, dass sich hinter dem Wunsch nach Wiederherstellung der Brust der Versuch eine Partnerschaft zu retten verbirgt. Das ist nicht die richtige Voraussetzung für einen Eingriff.
Die körperliche Integrität und ein gutes Körpergefühl sind die Hauptgründe für eine Rekonstruktion. Wenn Frauen diese Entscheidung für sich selbst treffen, sind sie anschließend auch mit dem erreichten Ergebnis zufrieden und glücklich.
Mona: Warum entscheiden sich eigentlich relativ wenige Frauen für eine Rekonstruktion?
Dr. Schrögendorfer: Erstens ist noch Informationsbedarf über die verschiedenen Möglichkeiten für Frauen notwendig, zweitens schreckt mitunter eine lange Operationszeit von 6-8 Stunden bei Eigengewebe-Transplantation viele ab.
Man darf aber dabei nicht vergessen, dass es auch zusätzliche Vorteile gibt – wie z.B. ein gestraffter Bauch, gestraffter Oberschenkel, wenn von dort das Gewebe für die Rekonstruktion gewonnen wird.
Mona: Das klingt alles sehr vielversprechend. Zuletzt würde ich Sie gerne fragen: wann lehnen Sie eine Operation ab?
Dr. Schrögendorfer: Primär dort wo das Risiko, eine schwere Komplikationen zu entwickeln, zu groß ist, wie z.B: bei starken RaucherInnen und -oder Frauen mit schweren internistischen Nebenerkrankungen. Hier muss im Vorfeld geklärt werden ob eine Verbesserung der Ausgangslage möglich ist und so doch ein rekonstruktiver Eingriff in Frage kommt.
Ich möchte betonen, dass es immer wichtig ist - im Vorfeld ausgiebig alle Vor- und Nachteile abzuwägen - und dann gemeinsam das Konzept auszuwählen, das für die Lebensqualität der Patientin am besten passt und aus medizinischer Sicht sinnvoll ist.
: Vielen Dank Herr Dr. Schrögendorfer für dieses interessante und aufschlussreiche Gespräch.

Angehörige ins Boot holen

Mit der Krebserkrankung eines nahestehenden Menschen können sich viele Probleme ergeben. Angehörige müssen sich mit einer Menge von neuen und unbekannten Dingen auseinandersetzen – der Alltag verändert sich, zusätzliche Aufgaben müssen übernommen werden, gewohnte Strukturen verlieren ihre Gültigkeit, Flexibilität und Neuorientierung sind gefordert. Das alles ist eine große Herausforderung und oft auch schwierig.

Angehörige von Krebspatienten sind Personen mit eigenen Bedürfnissen; diese zu beachten und zu leben, bringt für alle Kraft. Die Sorgen und Ängste, die die Angehörigen im Lebensalltag haben, sind genauso berechtigt wie die Sorgen des Erkrankten – auch wenn sie verhältnismäßig klein erscheinen.

Angehörige sind nicht nur „Anhängsel“ der Erkrankten, sondern sind in ihrer ganz persönlichen Betroffenheit zu sehen und zu würdigen. Auch sie erleben eine „Hochschaubahn“ der Gefühle, von Hoffnung und Zuversicht bis hin zu Verzweiflung, Angst und Aggression.

Information einholen

Information über die Erkrankung einzuholen ist wichtig, denn der Angehörige kann so seine Unsicherheit gegen Klarheit tauschen. Genaue Kenntnisse über die Krankheit, über Risiken und Chancen der Behandlungsmethoden, Nebenwirkungen etc. dienen als gute Orientierungshilfe. Wissen verringert meistens die Angst.

Das offene Gespräch suchen

Angehörige wissen oft nicht, wie sie mit der völlig neuen Situation umgehen sollen und wie sie am besten helfen können. Die benötigten Hilfestellungen können von Fall zu Fall ganz unterschiedlich sein: Was dem einen hilft, ist für den anderen nicht unterstützend. Das offene Gespräch zwischen der erkrankten Person und dem Angehörigen kann Klarheit schaffen, auf welche Art und Weise Hilfestellung geboten werden kann bzw. was von beiden Seiten benötigt wird.

Gemeinsame Ziele definieren

Gemeinsame Ziele zu finden, kann Energie sehr gut bündeln. Die Ziele der nächsten Zeit ganz konkret gemeinsam zu erarbeiten und vielleicht auch aufzuschreiben kann sehr hilfreich sein.

Rückkehr in den Alltag

Wenn der Patient / die Patientin aus dem Krankenhaus zurück ist und die Behandlungen abgeschlossen sind, kehrt der Alltag in den eigenen vier Wänden wieder ein.

Die ganze Familie hat viel hinter sich gebracht. Erschöpfung kann sich nach der Phase der Anstrengung einstellen. Rollen haben sich in der Zwischenzeit möglicherweise verändert: Der sonst aktive, Entscheidungen treffende Partner wurde im Laufe der Behandlung vielleicht der abhängigere, passivere Teil. Angehörige mussten Rollen übernehmen, die Sie freiwillig gar nie gewählt hätten. Nun gilt es, darauf zu achten, welche von den übernommenen Aufgaben wieder abgegeben werden können und wie sich alle Beteiligten fühlen, wenn sie wieder zu alten Lebensgewohnheiten zurückkehren.

Stimmungsschwankungen

Oft können wir beobachten, dass Menschen ganz verzweifelt darüber sind, warum denn nach dem Abschluss der Behandlungen, wo doch nun endlich alles vorbei ist, nicht Freude und Entspannung überwiegen, sondern sich im Gegenteil Erschöpfung und Verstimmung breit machen. Das ist ganz „normal“. Auf beiden Seiten lassen die Kräfte einfach nach, Anspannungen, wie z.B. die Erwartung, was das nächste Blutbild, die nächsten Untersuchungen etc. bringen, fallen ab und vieleunterdrückte Ängste und Gefühle
kommen erst jetzt ans Tageslicht... 

(Auszüge aus: Angehörige und Krebs, 100 Jahre Österreichische Krebshilfe)

Steigen Sie gemeinsam ins Boot und rudern Sie dorthin, wo Sie sich am sichersten und wohlsten fühlen !

Der fortgeschrittene Brustkrebs - Kein Grund zur Aufgabe

Leider kann es selbst Jahre nach einer zunächst erfolgreichen Krebsbehandlung zu einem Rückfall der Erkrankung kommen. Ein solches Rezidiv kann sich wieder in der ursprünglich befallenen Brust, in der angrenzenden Brustwand und/oder in nahe gelegenen Lymphknoten bilden. Ursache sind Krebszellen, die bei der Erstbehandlung nicht entfernt oder abgetötet werden konnten.
Fortgeschrittener BrustkrebsWenn bösartige Brustkrebszellen über den Blutstrom in andere Gewebe gelangen, besteht die Gefahr neuer Tumorherde. Solche Tochtergeschwülste, auch Metastasen genannt, entstehen vor allem in der Lunge, der Leber, den Knochen und dem Gehirn.
Behandlung des Brustkrebs-Rezidivs

Wie bei der Erstbehandlung steht auch hier die Operation im Vordergrund. Liegt der neue Tumor innerhalb des Brustgewebes selbst, entfernt der Operateur in der Regel die gesamte Brust. Sind die Wand des Brustkorbs und/oder Lymphknoten befallen, wird der Tumor nach Möglichkeit ebenfalls vollständig entfernt.
Experten empfehlen eine Strahlenbehandlung, wenn im Rahmen der ersten Behandlung keine Bestrahlung durchgeführt wurde oder das Rezidiv nicht vollständig entfernt werden konnte.
Eine Hormontherapie macht bei Tumoren Sinn, die Hormonrezeptoren tragen. Die Behandlung kann hier die Zeit ohne Erkrankung verlängern. Ähnliches gilt für eine zusätzliche Chemotherapie

Hormonbehandlung bei fortgeschrittenem Brustkrebs

Eine langfristige Heilung kann leider fast nie erzielt werden. Doch können betroffene Frauen mit den heutigen Behandlungsverfahren länger und vor allem besser leben.
Die Hormontherapie hat sich in dieser Situation besonders bewährt, also die Blockade des Hormoneinflusses auf die Vermehrung der Krebszellen. Frauen nach den Wechseljahren erhalten dabei als erstes meist einen modernen Aromatasehemmer . Bei Frauen vor den Wechseljahren steht die Ausschaltung der Bildung von Östrogenen in den Eierstöcken im Vordergrund, z. B. mit GnRH-Analoga.
Falls die Erkrankung weiter fortschreitet, bleibt schließlich noch die Möglichkeit mit weiblichen Hormonen zu behandeln, die als Gestagene bezeichnet werden.

Antikörperbehandlung

Bei einer neueren Form der Behandlung machen sich die Ärzte die Tatsache zunutze, dass die Krebszellen einiger Patientinnen den Eiweißstoff "HER-2/neu" im Übermaß bilden. Dieser Eiweißstoff ist für die rasche Vermehrung von Krebszellen mitverantwortlich. Die Behandlung besteht nun darin, mit der Substanz Trastuzumab (Herceptin®) einen so genannten Antikörper zu verabreichen, der die Wirkung des Eiweißstoffs "HER-2/neu" neutralisiert.

Behandlung von Tochtergeschwülsten

MetastasenMetastasen, die sich in Knochen gebildet haben, sind heutzutage gut zu behandeln. Mittel der ersten Wahl sind Medikamente, die als Bisphosphonate bezeichnet werden. Sie lindern Knochenschmerzen und verzögern die Entstehung neuer Knochenmetastasen. Auch eine Strahlenbehandlung oder eine Operation können im Einzelfall sinnvoll sein.

Liegen Tochtergeschwülste in anderen Organen vor, wie in Gehirn, Leber oder Lunge, kann bei einzelnen Patientinnen zur Linderung der Beschwerden eine Strahlenbehandlung oder Operation angebracht sein.
(http://www.uni-frauenklinik-tuebingen.de)

Weltkrebstag 2014Der 4. Februar ist Welt-Krebstag.

Die Welt-Krebsorganisation (UICC) ruft an diesem Aktionstag bereits seit 2007 zu mehr Aufmerksamkeit gegenüber Krebs auf.
Die UICC hat sich in der "World Cancer Declaration" neun Ziele gesetzt, die bis 2025 erreicht sein sollen. Die übergeordneten Ziele dieser Erklärung sind große Fortschritte in Lebensqualität und Überlebensrate bei Krebserkrankungen.

Der fünfte Punkt der Erklärung, "Vorurteile abbauen, Mythen über Krebs entzaubern", bildet den Kern des diesjährigen Mottos.

Sich dem Thema Krebs zu stellen kann sehr schwierig sein, besonders in manchen Gesellschafts- und Kulturkreisen. Viele Betroffenen scheuen sich, ihre Krankheit nach außen hin öffentlich zu machen oder darüber zu reden. Sie wollen ihre Mitmenschen beispielsweise nicht belasten.
In einigen Kulturen ist Krebs sogar ein Tabuthema, ist die Krankheit mit einem Stigma belegt. Das ist jedoch fatal – für die Betroffenen und für die Gesellschaften. Denn ein offener Umgang mit der Krankheit kann dem Einzelnen, der Gesellschaft und der Politik weiterhelfen.

Umfassendes Wissen über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ist zudem eine Grundlage im Kampf gegen den Krebs. Wer weiß, wie man das eigene Krebsrisiko gering halten kann oder wie man im Falle einer Erkrankung damit umgeht, hat die besten Chancen. Darüber hinaus sind Beistand und Anteilnahme des sozialen Umfelds wichtige Bestandteile der Krebsfürsorge.

Eine gute Krebstherapie ist weltweit betrachtet noch immer keine Selbstverständlichkeit. Vor allem in ärmeren Ländern erhalten viele Patienten keinen Zugang zu einer für sie optimalen Therapie – oder werden gar nicht behandelt. Einerseits sind durch Armut in der dritten Welt weniger Therapiemöglichkeiten vorhanden, andererseits herrschen aber auch große Wissenslücken aufgrund von geringer Bildung, Aberglauben und Tabus.

Doch alle Menschen haben gleichermaßen das Recht auf erwiesenermaßen effektive Behandlung von Krebs. Daraus dürfen keine negativen finanziellen oder gesellschaftlichen Folgen entstehen. Zugang zu angemessener Hilfe und Behandlung bei Krebs ist auch eine Angelegenheit sozialer Gerechtigkeit. Aufmerksamkeit und Information sind auch hier der erste wichtige Schritt, um zu verbessern.

Die UICC ruft Menschen dazu auf, ein Bewusstsein für Krebs zu entwickeln und Informationen weiter zu verbreiten. Auf der UICC Website sind weltweit bereits über 400 Informationsveranstaltungen am Welt-Krebstag angemeldet. Soziale Netzwerke wie z.B. facebook.com/worldcancerday) können dazu beitragen, Krebsmythen aufzudecken und Wissenslücken zu schließen.
(http://www.wissen.de/welt-krebstag-2014)


Externe Links zum Thema:


UICC Infoseite zum World Cancer Day:
http://www.worldcancerday.org/
UICC World Cancer Declaration:
http://www.worldcancerday.org/wcd-declaration
UICC Homepage:
http://www.uicc.org/homepage