2016

Internationale Brustkrebs-Studie unter österreichischer Leitung

Österreichs größte akademische Studiengruppe ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) hat die weltweite Leitung einer großen internationalen Brustkrebsstudie inne und konnte auch schon die erste Patientin in Kärnten einschließen.


Diese weltweite adjuvante Phase-III-Studie richtet sich sowohl an weibliche als auch an männliche PatientInnen mit hormonrezeptorpositivem und Her2-negativem Brustkrebs im Stadium II oder III (Tumorgröße/Lymphknotenbefall), die bereits ihre initiale Krebstherapie absolviert haben können.
Dadurch wird es für ein sehr großes Patientenkollektiv möglich, an dieser internationalen Studie teilzunehmen.
Univ. Prof. Dr. Michael Gnant, Leiter der Studie und Präsident der ABCSG ist sehr erfreut über den Studienstart in Österreich.

Innovatives Therapiekonzept für PatientInnen –
CDK4/6 Inhibitoren (Hemmer): Schlüsselrolle im Zellzyklus

Man hat herausgefunden, dass bei Brustkrebs bestimmte Enzyme, die erst mit in Verbindung mit dem Protein Cyclin D1 aktiv werden, sogar überaktiv sind und das Zellwachstum überdurchschnittlich fördern.
Es ist auch bekannt, dass man gezielt gegen diese Aktivität vorgehen muss, um die unkontrollierte Vermehrung von Krebszellen aufzuhalten.
Wirkstoffe, die diese Aktivität hemmen, nehmen eine Schlüsselrolle in der Steuerung des Zellzyklus ein.
ABCSG 42 / PALLAS soll nun einen möglichen Benefit für die adjuvante Krebstherapie eruieren. Die ersten Analysen werden für 2018 und 2020 erwartet.
Den Wirkstoff stellt der weltweit vertretene Pharmakonzern Pfizer zur Verfügung, der diese Studie auch unterstützt.

Interesse an der Studie bzw. Rückfragen richtet bitte an:

Mag. Nicole Scheiber
Public Relations
ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group)
Nussdorfer Platz 8, 1190 Wien
Tel: +43 408 92 30-23; Tel: +43 664 437 98 37; Fax: +43 1 409 09 90
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

ABCSG – Informationen für PatientInnen:   

http://www.abcsg.at/patienten/studienteilnahme/

Herr Univ.Ass.Prof.Dr. Leo Auerbach, erstmals herzlichen Dank für das Interview.

Sie sind Leiter der Brustambulanz der Universitätsfrauenheilkunde, des Brustgesundheitszentrums im AKH Wien, Stationsführender Oberarzt der Universitätsfrauenklinik, Medizinische Universität Wien, AKH Wien, sind Gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger UND sie haben sich auch spezialisiert auf Komplementäre Therapien bei Krebserkrankungen.

Was versteht man unter Komplementärer Therapie?

Komplementäre Therapien sind Methoden, die zusätzlich, unterstützend und begleitend zu konventionellen schulmedizinischen Therapien angewandt werden.

Der Einsatz dieser Methoden dient vor allem der:

  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Verminderung der Nebenwirkungen von Krebstherapien
  • Linderung von Schmerzen
  • Verbesserung des Immunsystems

Eine Verbesserung der Prognose, eine Verkleinerung des Tumors oder eine Verhinderung des Wiederauftauchen des Tumors ist in vielen Fällen dokumentiert aber bei den meisten komplementären Behandlungsansätzen noch nicht wissenschaftlich bewiesen.

Was ist für Sie besonders wichtig bei der Betreuung von KrebspatientInnen ?

Besonders wichtig ist für mich das persönliche Gespräch und die sichere und effektive Kombination zwischen komplementärer Therapien und der Krebsbehandlung im Spital..

Ich nehme mir für jede Patientin/jeden Patienten Zeit. Es ist wichtig zu wissen, wie es den PatientInnen geht, was sie bewegt und was ihnen zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie helfen kann.

Alle PatientInnen sollte über ihre Therapien Bescheid wissen, warum und wie sie wirken, wann sie sinnvoll verabreicht werden können, eventuelle Nebenwirkungen und natürlich wann sie nicht eingesetzt werden dürfen.

Ziel ist es, aus der Vielzahl der vorhandenen Möglichkeiten (ca. 4000), das Beste für jede Patientin/jeden Patienten herauszufinden und sie so zu selbst(mit)entscheidenen Partnern zu machen.

Die beste Therapie für Krebspatientinnen besteht heute nicht mehr aus nur den einzelnen klinischen Behandlungsmethoden wie Operation, Chemo- oder Strahlentherapie, sondern aus einer maßgeschneiderten für jeden einzelnen Krebskranken individuellen komplementär, begleitenden Behandlung.

Für einen optimalen Therapieerfolg werden die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft mit den langjährigen Erfahrungen der Komplementärmediziner mit bewährten Natur- und Hausmitteln zum Vorteil der Krebspatientin eingesetzt.

Die Kombination der besten Methoden und die Konzentration auf ein gute Lebensqualität der Patientin sind der Schlüssel zum Erfolg.
Herr Prof. Auerbach, vielen herzlichen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch.

Für weiterführende Informationen klicken Sie bitte auf: www.komplementaer-gegen-krebs.at

Vor 12 Jahren wurde der damals in Toronto höchst erfolgreich forschende Genetiker Josef Penninger nach Österreich zurückgeholt, um in Wien ein eigenes Forschungsinstitut aufzubauen.

Das IMBA (Institut für Molekulare Biotechnologie) spielt seitdem in der Top-Liga der internationalen Biomedizinforschung.

Eines der wichtigsten Forschungsfelder ist der Kampf gegen Brustkrebs.
Das Gefährlichste am Krebs sind meist die Metastasen, die dann entstehen, wenn sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor ablösen, mit dem Blut oder mit der Lymphe wandern und sich in anderen Körperteilen wieder ansiedeln und vermehren.

Josef Penninger und sein Team forschen danach, was einen Brustkrebs-Rückfall auslöst. Dabei interessiert besonders stark das Thema der Bildung von Metastasen bei Brustkrebs. Viele Frauen, die eigentlich als geheilt galten, haben nach zehn, zwanzig Jahren wieder einen Rückfall.


Ein Meilenstein ist dem Forscher-Team in diesem Zusammenhang gelungen:

Es konnte gezeigt werden, dass das Eiweiß RANKL, das der Hauptregulator für Osteoporose ist, mit einem stark erhöhten Brustkrebsrisiko in Verbindung steht, wenn synthetische Sexualhormone eingenommen werden, wie etwa bei einer Hormonersatztherapie.

Aufbauend auf diese Erkenntnis ist nun ein bereits am Markt erhältliches Medikament auch für Knochenmetastasen bei Brustkrebs zugelassen.
Im Körper gibt es ein komplexes Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Steuerungsprozessen und Abläufen. Ziel ist es, das System dieser Krankheit zu verstehen. Leider ist es so, dass im  internationalen Vergleich in Österreich viel zu wenig in Grundlagenforschung investiert wird. IMBA hat sich toll entwickelt. Obwohl IMBA erst seit einigen Jahren existiert, hat fast jeder Forscher eine ERC Förderung der EU und bereits drei Mal ist der Wittgenstein-Preis (der Top-Forschungspreis in Österreich) an einen IMBA-Forscher gegangen. So hat das Team bereits einen fixen Platz in der Welt der Wissenschaft und kann sozusagen in der „Champions League“ mitspielen.

(Auszüge aus: Interview wienlive: www.wienlive.at)
 

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen AGES bietet jetzt auch PatientInnen die Möglichkeit, Arzneimittel-Nebenwirkungen zu melden. Dies war bis jetzt nur für Ärzte möglich.

 

Warum Nebenwirkungen melden?

Ein Arzneimittel wird von den Arzneimittelbehörden erst zugelassen, wenn der Nachweis für seine Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit durch klinische Prüfungen erbracht wurde und sein Nutzen das verbundene Risiko überwiegt.
Das Sicherheitsprofil eines Arzneimittels ist zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht vollständig bekannt. Tatsächlich werden einige Aspekte erst durch seine Anwendung nach der Zulassung erkannt.
Die europäischen und nationalen Gesetzgebungen der EU-Mitgliedsstaaten verpflichten Angehörige der Gesundheitsberufe (u.a. Ärzte, Apotheker, etc.) mutmaßliche Nebenwirkungen an die nationale Arzneimittelbehörde zu melden. Sie ermöglichen aber auch PatientInnen oder deren Angehörige beobachtete unerwünschte Reaktionen auf ein Arzneimittel dem BASG zu übermitteln.

Wie Nebenwirkungen melden?

Um die Meldung von in Österreich aufgetretenen Nebenwirkungen zu erleichtern, kann diese auch online über  http://www.basg.gv.at/pharmakovigilanz/elektronische-meldung/  vorgenommen werden. Nach Einloggen in das System (Login und Passwort beim BASG erhältlich), sind für eine gültige Meldung vier Angaben notwendig:

  1. PatientIn (wer ist betroffen? Initialen und Alter ausreichend)
  2. Beobachtete Reaktion (was ist passiert? Kurze Beschreibung)
  3. Verdächtiges Arzneimittel (welche(s) Arzneimittel ist / sind involviert? Handelsname, Indikation, Dosierung, Einnahme)
  4. MelderIn (wer nimmt die Meldung vor? (AnsprechpartnerIn im Falle von Rückfragen, Kontaktdaten)

Was geschieht mit Ihrer Nebenwirkungsmeldung?

Alle national gemeldeten Nebenwirkungen fließen nach Bearbeitung im jeweiligen Mitgliedsstaat in der gesamten europäischen Datenbank EudraVigilance zusammen. Um ein so genanntes Signal zu erkennen, ist die reine Beurteilung der Anzahl von nationalen Meldungen wenig aussagekräftig. Wesentlich geeigneter ist eine statistische Methode, die ein Ungleichgewicht zwischen der erwarteten Meldehäufigkeit einer Arzneimittelreaktion im Zusammenhang mit einem Wirkstoff überprüft. Diese Berechnungen werden periodisch auf gesamteuropäischer und nationaler Ebene durchgeführt.

Nicht jede neue Information in der Arzneimittelsicherheit stellt ein Signal und nicht jedes Signal stellt ein neues Arzneimittelrisiko dar. Daher folgen weitere Prozessschritte wie Signalvalidierung, Signalevaluierung und Entscheidung über notwendige regulatorische Maßnahmen.

Welche Maßnahmen können das sein ?

Solche Maßnahmen können unter anderem Änderungen der Fach- und Gebrauchsinformation und gegebenenfalls weitere Risikokommunikation, Änderung des Zulassungs-oder Abgabestatus (bis hin zur Ruhendstellung oder Aufhebung einer Zulassung) sein.
Möglich ist es aber auch, dass Vorschriften zur weiteren Risikoaufklärung wie der Durchführung von klinischen, epidemiologischen oder mechanistischen Studien folgen.

Entscheidungen über die Umsetzung jeglicher regulatorischer Maßnahmen erfolgen akkordiert im gesamteuropäischen Verbund durch die VertreterInnen der Mitgliedsstaaten in den zuständigen Gremien der Europäischen Arzneimittelagentur.

Weitere Informationen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
www.basg.gv.at
Tel.: +43 (0) 50 555-36111
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weltweit wenden bis zu 63 Prozent aller Krebspatienten Heilkräuter an. Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, stehen Naturheilverfahren besonders offen gegenüber. Doch dass sie zusätzlich zu ihrer Chemotherapie noch Heilpflanzen oder andere komplementäre Medikamente einnimmt, verschweigt jede zweite Frau ihrem Arzt. Das ist gefährlich!

Denn auch Heilpflanzen können Nebenwirkungen haben. Und bei einer falschen Anwendung sogar große Schaden anrichten.

Der wichtigste Grund dafür: Die Inhaltsstoffe einiger Pflanzen beeinflussen die so genannte Bioverfügbarkeit von Präparaten, die zur Chemotherapie gegen bösartige Tumoren eingesetzt werden. Das heißt, die Ausbreitung und Verteilung dieser Antikrebsmittel im Körper, ihr Abbau und ihre Ausscheidung werden durch die gleichzeitige Einnahme von Heilpflanzen verändert. Das beeinträchtigt die Wirkung, die die Ärzte durch die Gabe dieser Chemotherapie erzielen wollen.

Bitte immer – vor der Einnahme eines (auch scheinbar harmlosen) Naturheilmittels Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten !

"KOKON"-Projekt

Welche ergänzenden oder komplementären Heilverfahren gibt es? Wie kann ich selbst meine Behandlung sinnvoll unterstützen? Wo finde ich verlässliche Informationen dazu? Diese Fragen stellen sich an Krebs erkrankte Menschen immer häufiger: Mehr als die Hälfte aller Betroffenen greifen im Verlauf der Therapie auf Komplementärverfahren zurück.

Das vor einiger Zeit gestartete „KOKON“-Projekt, ein Zusammenschluss mehrerer Kliniken und Forschungsinstitutionen, hat das Ziel, verlässliche und wissenschaftlich ausgewertete Informationen für Patienten und alle in der Onkologie beschäftigten Berufsgruppen bereitzustellen.

Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

In der häufig lebensbedrohlichen Situation einer Krebserkrankung wollen viele Betroffene nichts unversucht lassen. Neben der schulmedizinischen Behandlung suchen viele Krebspatienten nach alternativen und komplementären Therapieformen.

„Dabei stoßen sie auf ein schier endloses Angebot an Methoden und Heilmitteln, Philosophien und Ratschlägen“, erklärt Dr. Markus Horneber vom Zentrum für Onkologie und Hämatologie am Klinikum Nürnberg. Neben einer Vielzahl an pflanzlichen Präparaten werden auch Nahrungsergänzungsmittel, spezielle Entspannungstechniken und körperliches Training sowie Methoden aus der traditionellen chinesischen Medizin angeboten.

„Es ist schwer, sich in dieser Informationsvielfalt zurechtzufinden. Nicht nur für Patienten, sondern auch für Ärzte und Pflegekräfte“, so Horneber weiter.

Der Mediziner ist Sprecher des wissenschaftlichen Verbundprojektes „Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie“ der Deutschen Krebshilfe, kurz „KOKON“. Auch qualitativ decken Komplementärverfahren eine große Bandbreite ab: „Von seriösen Methoden bis hin zu gefährlichem Pfusch ist alles möglich“, so Horneber weiter. Auch das am harmlosesten erscheinende Präparat könne beispielsweise die Wirkung einer Chemotherapie stören.

Ziel des Projektes ist es, das Wissen über alternative Methoden in der Krebstherapie zu sammeln und wissenschaftlich zu bewerten. Dazu werden zunächst Krebspatienten und im Gesundheitswesen Tätige zu ihren Informationsbedürfnissen befragt. Diese Erkenntnisse sollen zukünftig in Form einer allgemein zugänglichen Informationsplattform verfügbar sein. Zudem wollen die Experten ein Netzwerk von Beratungsstellen einrichten, an die sich Interessierte wenden können. Fort- und Weiterbildungsangebote für Ärzte und Pflegekräfte runden das Programm ab.

„Uns geht es vor allem darum, dieses Feld der Patientenversorgung zu professionalisieren“, erläutert Horneber. „Bei vielen Betroffenen ist es zudem nicht notwendig, zu fragen, welche Therapie in Frage kommt, sondern ob es überhaupt sinnvoll ist, auf komplementäre Verfahren zurückzugreifen.“ Generell gilt: Komplementärmedizinische Methoden sollten immer nur ergänzend zu einer professionellen onkologischen Behandlung durch Fachärzte angewendet werden. Sie können aber die Nebenwirkungen der belastenden Therapie lindern und Hilfen für die Auseinandersetzung mit der Krankheit bieten.

(www.krebshilfe.de)