Mukositis

Was ist Mukositis?

Fachleute bezeichnen eine Schleimhautentzündung als Mukositis. Da sich die Zellen der Schleimhaut oft erneuern, reagieren sie besonders empfindlich auf die schädigende Wirkung von Chemotherapie, Bestrahlung und anderen Therapien.
Je nach Art der Krebsbehandlung können neben den Schleimhäuten im Mund und Rachen auch die Schleimhäute im gesamten Verdauungstrakt bis zum After betroffen sein.

Wie ausgeprägt eine Mukositis ist, hängt hauptsächlich von der Art, der Stärke und der Dauer der Krebsbehandlung ab. Einfluss haben aber auch das Lebensalter, der Allgemeinzustand und die Begleiterscheinungen des Patienten. Eine Mukositis kann schmerzhaft und dadurch sehr belastend sein. Je nach Ausprägung kann sie dazu führen, dass die Krebsbehandlung unterbrochen werden muss. So kann eine Mukositis nicht nur erheblich die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen, sondern auch das Therapieziel gefährden.
Abhängig von der Tumorbehandlung können weitere vorbeugende Maßnahmen oder unterstützende Behandlungen ergriffen werden.

Basisprotokoll zur Pflege der Mundschleimhaut (nach ESMO 2015 und Riesenbeck et al.2015)

Zahngesundheit

  • Zahnstein entfernen und Zahntaschen reinigen
  • Kariöse, erhaltungswürdige Zähne versorgen und gegebenenfalls geschädigte Zähne entfernen
  • Glätten von Zahnkanten, Überprüfen einer Prothese auf Druckstellen, Auftragen fluoridhaltiger Lacke oder Gele durch den Zahnarzt
  • Neue Prothesen aus leicht zu bearbeitenden Kunststoff anfertigen
  • Mundhygiene
  • Regelmäßiges Zähneputzen nach jeder Mahlzeit und vor dem Schlafengehen
  • Weiche Zahnbürste (jeden Monat wechseln) und milde, fluoridhaltige Zahnpasta verwenden
  • Vorsichtige Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Bürstchen
  • Wurden bisher die Zahnzwischenräume nicht gereinigt, sollte damit vor einer Tumorbehandlung nicht begonnen werden (Gefahr von Zahnfleischblutungen)
  • Mundspülungen
  • Häufige Mundspülungen, mindestens 4-6-mal täglich, für etwa 1 Minute mit 15ml Wasser oder isotonischer Kochsalzlösung
  • Nach dem Spülen für 30 Minuten auf Essen und Trinken verzichten

Vermeiden von Schäden im Mundbereich

  • Rauchen und Alkohol vermeiden
  • Scharfe, säurehaltige und sehr heiße Speisen und Getränke meiden, ebenso scharfkantige und bröselige Speisen
  • Prothesen möglichst nur kurz tragen
  • Bei Bestrahlung: Wenn Metall in Kontakt zur Schleimhaut steht (wie Stifte, Füllungen, Implantate) sollten während der Strahlentherapie Silikonschienen getragen werden

Schleimhautentzündungen im Verdauungstrakt (Gastrointestinale Mukositis)

Eine Krebsbehandlung kann nicht nur im Mund, sondern auch im gesamten Verdauungstrakt zu Entzündungen der Schleimhaut führen. Abhängig davon, in welchem Teil des Verdauungstraktes die Mukositis auftritt, spricht man von einer:

  • Ösophagitis (Speiseröhre)
  • Gastritis (Magen)
  • Ileitis (Dünndarm)
  • Kolitis (Dickdarm)
  • Proktitis (Enddarm)


Bei KrebspatientInnen tritt neben Schmerzen häufig Durchfall (Diarrhö) auf. Dieser kann zum Teil starke Beschwerden verursachen.
Einer Diarrhö beugen möglicherweise Probiotika vor, die Laktobazillus-Arten enthalten.

Auszüge aus: Informationsblatt des Deutschen Krebsforschungszentrums