Übelkeit und Erbrechen

  • Übelkeit und Erbrechen sind gefürchtete Nebenwirkungen einer Krebstherapie. Sie lassen sich jedoch meist wirkungsvoll behandeln.
  • Längst nicht jeder Krebspatient muss mit Übelkeit und Erbrechen rechnen. Die Wahrscheinlichkeit hängt von der Behandlungsform ab und lässt sich gut abschätzen.
  • Sind bei einer Krebsbehandlung Übelkeit und Erbrechen wahrscheinlich, erhalten Patienten vorbeugend Medikamente, sogenannte Antiemetika. Diese sind fester Bestandteil der Behandlung.
  • Auch ist die Reaktion auf eine Krebsbehandlung von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
  • Weitere Maßnahmen wie Akupunktur können die medikamentöse Behandlung unterstützen.

Wie kommt es zu Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen werden durch einen sehr komplexen Reflexvorgang ausgelöst. Dabei spielen bestimmte Gehirnregionen und Nerven mit ihren Endungen im Magen-Darm-Trakt eine wichtige Rolle. Für die Reizweiterleitung sind verschiedene körpereigene Botenstoffe verantwortlich.
Da der Reflexvorgang über das vegetative Nervensystem abläuft, kann er nicht willkürlich kontrolliert werden. Erbrechen und Übelkeit lassen sich also nicht durch Willensanstrengung unterdrücken.

Schweregrad von Übelkeit und Erbrechen

Einzelne Krebsmedikamente oder auch Kombination davon können danach eingeteilt werden, wie häufig ohne unterstützende Behandlung Erbrechen und Übelkeit als Nebenwirkung auftreten. Diese Einteilung wird auch bei der Strahlentherapie verwendet. Experten sprechen von der „emetogenen Potenz“ einer Tumorbehandlung. Daran orientiert sich die Wahl der Medikamente, die Patienten vorbeugend und begleitend zur Therapie erhalten

Man unterscheidet vier Risikogruppen.

 Hoch:  fast alle, bei mehr als 90 von 100 Patienten
 Moderat:       
 sehr oft, bei 30-90 von 100 Patienten
 Niedrig:  eher selten, bei 10-30 von 100 Patienten
 Minimal:  selten, bei weniger als 10 von 100 Patienten

Was beeinflusst die Stärke von Übelkeit und Erbrechen

Folgende Faktoren beeinflussen, wie ausgeprägt Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung einer Krebsbehandlung sind:

  • Art und Zusammenstellung der Krebsmedikamente (Zytostatika)
  • Verabreichungsform der Chemotherapie (als Injektion, Infusion in die Vene oder in Tablettenform)
  • Strahlentherapie: bestrahlte Körperregion, Größe des bestrahlten Gebiets, Strahlendosis
  • Individuelle Unterschiede von Mensch zu Mensch (Art der Krebserkrankung, Allgemeinzustand, Geschlecht, Alter, Erwartungshaltung und vor allem Angst)


Manchen Patienten wird schon vor der Behandlung schlecht – in Erwartung der Nebenwirkung. Man spricht auch von erlerntem oder antizipatorischem Erbrechen. Oft tritt dies auf, wenn Patienten bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Umso wichtiger ist es Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen. Das kann verhindern, dass eine solche Reaktion erlernt wird.

Unterstützende Maßnahmen

  • Entspannungstechniken oder Verhaltenstherapie sind Beispiele für nicht medikamentöse Maßnahmen. Sie können besonders dann hilfreich sein, wenn eine ängstliche Erwartungshaltung die Übelkeit verstärkt.
  • Auch angstlösende Medikamente unterstützen in diesen Situationen die Wirkung von Antiemetika.
  • Als ergänzende Behandlung kann Akupunktur möglicherweise Erbrechen und Übelkeit während einer Chemotherapie lindern. Hausmittel können die Behandlung unterstützen, nicht aber ersetzen.
  • Wer solche Maßnahmen nützen möchte, sollte sie aber auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten absprechen!

 

Auszüge aus: Informationsblatt des Deutschen Krebsforschungszentrums