Fatigue: Erschöpfung und Müdigkeit bei Krebs

 

  • Fühlt man sich als Krebspatient(in) während oder nach einer Krebsbehandlung trotz Schonung sehr erschöpft und schläfrig, sprechen Fachleute von „Fatigue“.
  • Fatigue lässt sich in der Regel nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist spielen mehrere begünstigende Faktoren eine Rolle.
  • Wer sich während oder auch nach einer abgeschlossenen Krebsbehandlung ungewöhnlich schlapp oder müde fühlt, sollte mit seinem Arzt sprechen.
  • Ein Pauschalrezept zur Behandlung von Fatigue gibt es nicht. Lindernde Maßnahmen werden auf die Situation jedes Einzelnen angepasst und zugeschnitten.
  • Dabei können Medikamente zum Einsatz kommen. Ärzte können außerdem zu weiteren Maßnahmen raten, etwa Bewegung oder Kräfteeinteilung im Alltag.

Ursachen während einer Krebsbehandlung:

Während einer Krebserkrankung fühlen sich viele Patienten erschöpft. Meist kann Fatigue jedoch nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückgeführt werden. In der Regel spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • Der Tumor selbst kann Ursache der Erschöpfung sein. Tumoren können zum Beispiel durch ihr Wachstum Stoffwechselprozesse im Körper stören und dadurch Müdigkeit auslösen.
  • Die verschiedenen Krebsbehandlungen wie etwa Chemotherapie, Bestrahlung, Immuntherapien und deren Folgen begünstigen Erschöpfung.
  • Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Blutarmut sowie Entzündungen und Infektionen können den Effekt noch verstärken.

Hinzu kommt:

Während einer Krebsbehandlung verändert sich der Tagesrhytmus. Schlafgewohnheiten werden anders, man bewegt sich weniger. Darüber hinaus kann eine Krebserkrankung psychisch belasten. Diese Faktoren können ebenfalls die Leistungsfähigkeit einschränken.

Fatigue nach abgeschlossener Krebsbehandlung:

Im Gegensatz zur akuten Fatigue sind bei der chronsichen Fatigue seltener konkrete Auslöser für extreme Erschöpfung zu finden. Die Ursachen für Fatigue nach einer abgeschlossenen Krebsbehandlung sind noch nicht ausreichend erforscht.

Aber:

Auch hier gehen Fachleute von einem Zusammenspiel verschiedener Auslöser aus. Als mögliche Ursachen gelten Langzeitfolgen der Krebstherapie, Bewegungsmangel, seelische Belastungen, soziale Faktoren, Schlafstörungen sowie Begleiterkrankungen.

Fatigue bei fortgeschrittener Erkrankung:

Bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung ist Fatigue oft besonders ausgeprägt. Das fortschreitende Tumorwachstum selbst kann Erschöpfung auslösen.

Hinzu kommen weitere Faktoren wie Gewichtsverlust, Verlust an Muskelmasse, Nebenwirkungen von Krebsmedikamenten und anderen Arzneimitteln, Anfälligkeit für Infektionen, Blutarmut, Schlaflosigkeit, Beeinträchtigung des Bewusstseins, seelische Ursachen sowie Begleiterkrankungen.

Was kann man selbst tun?

Angepasstes Bewegungstraining: Studien zeigen, wer aktiv ist, ist leistungsfähiger und weniger erschöpft

Kräfteeinteilung im Alltag: Prioritäten setzen, zu planen und zu delegieren, kann für Entlastung sorgen

Schlafhygiene: Schaffung eines gut strukturierten Tagesablaufs, regelmäßiger Schlaf-und Wachrhytmus

Ausgewogene Ernährung: Eventuell eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen

Entspannungsübungen: Für manche Betroffene sind Entspannungsverfahren, wie die progressive Muskelrelaxion, autogenes Training sowie Yoga oder Meditation entlastend

Auszüge aus: Informationsblatt des Deutschen Krebsforschungszentrums