Juli

Bisphosphonate-assoziierte Kiefernekrosen sind Nekrosen (Zelltod) der Kieferknochen, die gehäuft bei Patienten auftreten, die zuvor mit Bisphosphonaten behandelt wurden. Auslöser ist in der Regel ein zahnärztlicher oder kieferchirurgischer Eingriff. Bisphosphonate hemmen den Knochenabbau und werden gegen Osteoporose und gegen Knochenmetastasen eingesetzt.

Sie hemmen die Osteoklasten und führen dadurch zu einer verminderten Knochenresorption. Bei Vorliegen einer erhöhten Knochenabbaurate durch osteoporotische Umbauvorgänge oder Knochenmetastasen kann durch den Einsatz von Bisphosphonaten eine sehr effektive Reduktion der osteoklastischen Prozesse erreicht werden. Hierbei wirken Bisphosphonate wie eine mechanische Barriere zwischen Knochenoberfläche und Osteoklasten.

Bisphosphonate bewirken so eine effektive Hemmung des fortschreitenden Knochenabbaus. Daneben tritt – wahrscheinlich über die normale Aktivität der Osteoblasten– in der Regel auch eine gewisse Zunahme der Knochendichte von ca. 2 bis 3 % pro Jahr auf, zumindest während der ersten drei Jahre der Behandlung.

Bisphosphonate haben eine sehr lange pharmakologische Halbwertszeit im Knochen, die teilweise bei über zehn Jahren liegt und dazu führt, dass die Indikation zum Einsatz dieses Wirkstoffs streng gestellt werden sollte. Zurzeit ist diese Wirkstoffgruppe zur Behandlung bei Patienten mit manifesten Knochenmetastasen bei Tumorleiden oder mit postmenopausaler Osteoporose zugelassen.

Fachleute haben anhand der bislang bekannten Fälle Risikofaktoren ermittelt:

  • Kiefernekrosen wurden vor allem beobachtet, wenn - wie bei Krebspatienten üblich - die Medikamente hoch dosiert eingesetzt wurden.
  • Schädigungen des Kieferknochens traten bislang nur bei stickstoffhaltigen Medikamenten auf (im Gegensatz zu stickstofffreien Medikamenten).
  • Die Gefährdung von Patienten, die Bisphosphonate in Tablettenform einnehmen, ist geringer als bei der regelmäßigen Infusion in die Vene.
  • Größere Eingriffe wie Zahnwurzelbehandlungen, der Einsatz von Implantaten und Zahnentfernungen erhöhen das Risiko für Kieferschäden.

Vor Verordnung einer Therapie mit intravenösen Bisphosphonaten sollte ein Zahnarzt konsultiert werden, der notwendige Behandlungsmaßnahmen plant und vor Beginn der Bisphosphontatherapie ausführt.

Nicht erhaltungswürdige Zähne, Wurzelreste und teilretinierte Weisheitszähne sollten jedoch entfernt werden. Klinisch und radiologisch symptomlose wurzelbehandelte Zähne kann man unter jährlicher radiologischer Kontrolle belassen. Zähne mit chronischen apikalen Parodontitiden und radikulären Zysten werden besser entfernt, da das Risiko eines Misserfolges nach Wurzelspitzenresektion besteht. Nicht zu unterschätzen ist die Möglichkeit einer durch Prothesendruckstellenverursachten Kieferosteonekrose; Patienten mit herausnehmbarem Zahnersatz sollen daher regelmäßig kontrolliert werden.

Sind bei Patienten unter laufender Bisphosphonattherapie chirurgische Interventionen notwendig, so geschieht dies unter antibiotischer Abschirmung und möglichst schonendem (atraumatischem) Vorgehen.

Die Indikation zur Zahnentfernung muss sehr streng gestellt werden. Frühestens zehn Tage nach dem Eingriff erfolgt die Nahtentfernung. Bis zu diesem Tag muss auch die Antibiotikagabe erfolgen.

(Auszüge aus: LeitlinieBisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosender Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)(Stand 2012)

In der Diskussion um lange Wartezeiten auf Untersuchungstermine für CT und MRT schlagen jetzt die Institute für Bildgebende Diagnostik in Wien und Niederösterreich eine kurzfristige Lösung vor:

Mit Hilfe einer Task Force soll erreicht werden, dass Patienten mit Krebsverdacht, bei denen somit besondere Dringlichkeit herrscht, rasch die nötigen Untersuchungen früher erhalten können.

Konkret wollen die niedergelassenen Radiologen gemeinsam mit den Radiologen in den Wiener Krankenhäusern ab sofort zusätzliche Kapazitäten für dringende Fälle bereitstellen.
Dies erklärten die beiden Sprecher der Institute für Bildgebende Diagnostik für Wien und Niederösterreich und Mitglieder des bundesweiten Verhandlungsteams in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Patrick Wunderbaldinger und Franz Frühwald.

"Das ist eine Aktion der niedergelassenen Radiologen.

Wichtig ist, dass Patienten mit Krebsverdacht schnell untersucht und behandelt werden. Diese Patienten können nicht warten. Wenn bei einem Patienten beispielsweise bei einer Endoskopie ein Dickdarmkarzinom festgestellt worden ist, braucht man auch möglichst bald die CT-Untersuchung", sagt Frühwald.

In Wahrheit gehe es bei den größten Problemen rund um die Kapazitäten für die bildgebende Diagnostik bei den schwerwiegenden Erkrankungen vor allem um die Computertomografie (CT), weniger um die Magnetresonanz (MR). "Die meisten onkologischen Untersuchungen werden mittels Computertomografie erbracht, wo auch der Engpass in Ostösterreich derzeit am schlimmsten ist."

Kapazitäten auch außerhalb der Betriebszeiten Frühwald:

"Wir schließen uns einem Vorschlag an, der von den Radiologen des Wiener Krankenanstaltenverbundes vorgelegt wurde. Die Wiener Spitäler, die Institute in Wien und die Institute in Niederösterreich machen mit, ich hoffe, dass sich auch die Spitäler in Niederösterreich anschließen."

Der Vorschlag der Radiologen lautet so:

Die Spitäler und die niedergelassenen Institute stellen über das bisher Geleistete hinaus zusätzliche Kapazitäten an CT-Akut-Terminen (innerhalb weniger Arbeitstage) für dringliche onkologische Untersuchungen zur Verfügung, notfalls auch außerhalb der Betriebszeiten.

Bei einer Beteiligung der Wiener Spitäler wären somit mehr als 2.000 Untersuchungen pro Jahr zusätzlich für Akutdiagnostik möglich – eine Steigerung, die umgehend eine spürbare Verbesserung für die Patienten bewirken wird. "Die Zahl von zusätzlichen 2.000 Untersuchungen würde laut unseren Berechnungen ausreichen", so Frühwald.

Einrichtung einer Task Force Um auf transparente, faire und medizinisch zuverlässige Weise festlegen zu können, Welche Fälle Dringlichkeit erfordern, schlagen die Radiologen die Einrichtung einer Task Force unter der Aufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit vor.

Diesem Gremium sollen Vertreter des Ministeriums, der Sozialversicherung und Ärzte angehören, außerdem Vertreter der Patientenanwälte und der Volksanwälte.

So können zum einen Beschwerdefälle rasch behandelt werden, zum anderen ist sichergestellt, dass die Aktion tatsächlich den wirklich dringlichen Fällen zugutekommt", sagte Wunderbaldinger.

Gewährleistet werden soll, dass die neuen zusätzlichen Kapazitäten für CT-Untersuchungen den Patienten vorbehalten bleiben, die diese besonders dringend benötigen. An der Grundproblematik, dass es zwischen den Instituten für bildgebende Untersuchungen und den Krankenkassenkassen finanziell gedeckelte Verträge gibt, die offenbar nicht mit dem steigenden Bedarf an Untersuchungen Schritt halten, ändern die neuen Pläne nichts. Dies betonte auch Frühwald: "Aber wir machen das jetzt einfach." Man gehe damit auch auf die Krankenkassen zu. Das wichtigste sei das Wohl der Patienten.

Die Institute handeln ausschließlich auf Zuweisung von Patienten durch Ärzte. Sie selbst können die Zahl der Untersuchungen nicht beeinflussen. Die Genehmigungspflicht für die Untersuchungen durch Chefärzte wurde abgeschafft.
(www.derstandard.at) 6. Juli 2016