Oktober

Die am häufigsten vorkommenden Nebenwirkungen im Zuge einer Krebserkrankung sind neben dem Therapie bedingten Haarausfall und dem Hand-Fuss-Syndrom – zu dem ich bereits in einem Blogbeitrag verfasst habe - vor allem Müdigkeit (Fatigue), Übelkeit und Schmerzen.

Die Österreichische Krebshilfe hat in ihrer Broschüre „Leben mit Krebs“ eine sehr hilfreiche Kurzinformation zur Linderung dieser Nebenwirkungen geschrieben:

Krebstherapien bringen auch immer wieder Nebenwirkungen mit sich. Diese sind meist dadurch bedingt, dass Zytostatika und Strahlentherapie nicht nur Krebszellen, sondern auch sich teilende gesunde Körperzellen treffen. Andere Therapien wie zum Beispiel die Antihormontherapie beeinträchtigen das Wachstum von Krebszellen aber auch funktionierende Regelkreise, wodurch z.B. Symptome / Erscheinungen wie beim Wechsel auftreten.

Nebenwirkungen treten nicht bei jedem Patienten auf und sind auch in ihrer Stärke individuell unterschiedlich ausgeprägt.

Zu den häufigsten, die Lebensqualität beeinträchtigenden Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Müdigkeit und Schmerzen. Wenn Sie an Nebenwirkungen leiden, informieren Sie Ihren Arzt! Bei einigen Therapienebenwirkungen kann durch richtige, der Situation angepasste, Ernährung viel für das Wohlbefinden erreicht werden. Gerade auf dem Gebiet der supportiven Therapien, die Nebenwirkungen (der Chemotherapie) lindern oder aufheben können, sind in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht worden.


Müdigkeit

Müdigkeit und Erschöpfung, medizinisch unter dem Begriff Fatigue zusammengefasst, sind die häufigsten, die Lebensqualität einschränkenden Nebenwirkungen.

Fatigue kann viele Auslöser haben. Einerseits drückt die Diagnose Krebs und die Sorge um die Heilung natürlich auf die Stimmung. Fatigue kann aber auch durch die Krebserkrankung selbst, die Behandlung, die Medikamente, Blutarmut (Anämie), Gewichts- und Appetitverlust sowie durch den veränderten Stoffwechsel ausgelöst werden.

Medizinische Maßnahmen

Ist Blutarmut Ursache für die Müdigkeit/Erschöpfung (dies kann durch eine Blutbild geklärt werden), wird der Arzt entscheiden, ob die Zufuhr von Blut in Form von Blutkonserven und / oder Erythropoietin als Medikament sinnvoll ist.

Tipps:

Sie benötigen viel Ruhe und genügend Schlaf. Wichtig ist es, eine Balance zwischen Ruhe und Aktivität zu finden. Bleiben Sie soweit als möglich jedoch aktiv und denken Sie positiv. Gehen Sie, wenn möglich, an die frische Luft und versuchen Sie, ein regelmäßiges Bewegungsprogramm einzuhalten. Notieren Sie die Tageszeiten, an denen Sie sich am kräftigsten fühlen. Planen Sie Ihren Tag  schon am Vorabend und erledigen Sie wichtige Aktivitäten zu den Zeiten, an denen Sie besonders viel Energie haben.

Übelkeit und Erbrechen

Die Ursachen der Übelkeit aufgrund der Krebstherapie können vielfältig sein, prinzipiell wird jedoch durch die Reizung bzw. Schädigung der Zellen des Magen-Darmtraktes ein Gewebshormon (Serotonin) freigesetzt, wonach Signale an das Brechzentrum im Gehirn weitergeleitet werden. Diese Reaktion kann sich als akute (innerhalb von 24 Stunden) bzw. verzögerte (nach mehr als 24 Stunden auftretende) Nebenwirkung manifestieren.

Maßnahmen

Neue Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen – sogenannte Antiemetika – können bereits aufgetretene Symptome rasch lindern und auch das Auftreten dieser Nebenwirkung effektiv unterdrücken. Alle Patienten erhalten daher – falls erforderlich – diese Medikamente bereits unmittelbar vor jeder Zytostatika-Gabe. Häufig müssen diese Medikamente auch noch 2–4 Tage nach der Therapie weiter eingenommen werden.

Diese Anti-Emetika können zu Darmträgheit/Verstopfung führen. Kortisonpräparate, die ebenfalls anti-emetische Wirkung aufweisen, können zu Magenbeschwerden und v. a. bei längerer Einnahme
zu Flüssigkeitsansammlung und Fettumverteilung im Kopf- und Rumpfbereich führen. Da die standardmäßige Gabe von Anti-Emetika nicht immer der individuellen Reaktion voll entspricht, kann es notwendig sein, die verordnete Therapie anzupassen.

Tipps

Nehmen Sie am morgen der Chemotherapie nur eine kleine Mahlzeit zu sich. Sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Atmen Sie tief und langsam, wenn Sie Übelkeit verspüren. Tragen Sie nur locker passende Kleidungsstücke. Entspannungsübungen und Akupressur (Nei-Kuan-Punkt) können die Beschwerden lindern.

Schmerzen

Schmerzen sind bei fortgeschrittener Erkrankung häufig ein belastendes Symptom, das auch die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Eine gute Schmerztherapie wird individuell auf Ihre  Schmerzsituation abgestimmt. Heute ist man mit dem Einsatz von Opioiden nicht mehr so zurückhaltend und die Verschreibung ist weit weniger kompliziert als früher.

Mit den heute verfügbaren Medikamenten und Methoden lassen sich Tumorschmerzen meist gut lindern.

Die Behandlung erfolgt nach Möglichkeit mit Tabletten oder Tropfen. Bei starken Schmerzen werden Opioide eingesetzt, die auch als Pflastererhältlich sind.

Falls diese Maßnahmen nicht ausreichend wirken oder nicht verträglich sind, können Opioide auch als Dauerinfusion verabreicht werden. Solche Katheter sind mit einer Pumpe oder mit einem unter die Haut eingepflanzten Reservoirsystem verbunden, die eine kontinuierliche Abgabe des Medikaments sicherstellen.

Bei der sogenannten patientenkontrollierten Schmerztherapie (PCA) können die Patienten die Pumpe selbst betätigen und je nach Bedarf die Dosis anpassen. Auch Antidepressiva beeinflussen die Schmerzschwelle günstig, da sie die Empfindlichkeit gegenüber Tumorschmerzen mindern. Gleichzeitig heben sie das psychische Befinden.

Schmerztagebuch

Führen Sie ein Schmerztagebuch, in dem Sie bestehende oder neu entstandene Schmerzen so präzise wie möglich beschreiben. Informieren Sie Ihren Arzt über ihre Schmerzen. Eine gute Diagnostik der Schmerzursachen ist wichtig, weil Schmerzen in Art und Ursache vielfältig sind und daher auch unterschiedlich behandelt werden.

(Auszüge aus: www.krebshilfe.net)

Krisen gehören zum Leben. Sie kommen immer ungelegen und fordern uns heraus. Es gibt kleine, die keine große Sache werden, solche, die wir eine Zeit lang verdrängen können aber auch massive, die zeigen, dass wir sofort etwas ändern müssen.

Typisch ist, dass in solchen Phasen unsere herkömmliche Fähigkeiten, Probleme zu lösen und zielgerecht zu handeln, nicht mehr ausreichen.

Manche Betroffene fühlen sich „wie ein Schiff ohne Kompass auf offener See“ schreibt Irene Penz, Psychotherapeutin, Notfallberaterin und eine der Autorinnen des Ratgeber-Buches „Krisen meistern“.

Ist die schwere Phase gut überstanden, hat der Betroffene aber auch die Möglichkeit, sein Leben neu zu überdenken.

So wird jede Krise zur Chance für eine Neuausrichtung.

„Es ist, als wäre ein Haus teilweise eingestürzt und wir müssten uns anschauen, wie groß der Schaden genau ist, um dann mit den Renovierungsarbeiten  zu beginnen. Manchmal braucht es nur kleine Ausbesserungen, manchmal muss das Fundament völlig neu gelegt werden“, erklären die Autorinnen bildlich.

Die Experten geben auch ein paar Anregungen, um den Prozess der Neuorientierung zu unterstützen:

Halten Sie bewusst inne und betrachten Sie ihr bisheriges Leben……

  • ·     Was lief gut?
  • ·     Welche Werte sind und waren Ihnen wichtig?
  • ·     Was möchten Sie beibehalten, was soll anders werden?
  • ·     Was gibt Ihnen Trost und Halt?

Überdenken Sie neue Sichtweisen!

Bei einer plötzlich eintretenden Krise herrscht im Stammhirn (dem ältesten Teil des Denkorgans) Alarmzustand.

Stresshormone werden ausgeschüttet. Der Körper reagiert mit beschleunigtem Herzschlag, der Blutdruck steigt.

Wir brauchen mehr Sauerstoff, die Bronchien weiten sich, wir atmen schneller. Die Körpertemperatur erhöht sich, kalter Schweiß steht auf der Haut. Typischerweise können zudem Herzrasen, Einschlafstörungen, Magen-und Darmprobeme, Migräne, Schwindeln, Zittern etc. auftreten.

Die Therapeuten geben im Folgenden Soforthilfe für solche Akutfälle:

Achten Sie auf Ihre Grundbedürnisse

Bewusst essen und trinken – auch wenn Hunger oder Durst fehlen (der Körper benötigt Energie!)

Versuchen Sie zu schlafen, denn im Schlaf verarbeitet der Körper Erlebtes und sammelt Kraft

Am Abend gezielt Entspannungsübungen durchführen

Bewegung machen, frische Luft im Freien schnappen (die Natur lehrt u.a. den Wandel und das Vertrauen, dass nach dem Winter wieder der Frühling kommt)

Bleiben Sie in Kontakt – nur nicht (zu lange) zurückziehen

Schaffen Sie das für Sie Nötigste (z.B. in die Arbeit gehen) und seien Sie sich bewusst, welch große Leistung das in dieser Phase ist.

Halten Sie an Alltagsstrukturen fest – sie schaffen Orientierung

Holen Sie Hilfe von Außen (Familie, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Interessensvertretungen, PsychologInnen und PsychoonkologInnen).

(„Krisen meistern“ von Sabine Edinger, Irene Penz, Friederike Ritter-Böhm)

Auszüge aus Krone Gesund vom 15.10.2016

 

MIT BIOFEEDBACK UNBEWUSSTE KÖRPERVORGÄNGE LENKEN

Definition von Biofeedback

Mit Biofeedback (BFB) in die verborgene Welt der inneren Körpervorgänge vordringen und diese sichtbar machen.

Das klingt etwas kryptisch, dennoch kennt jeder von uns Biofeedbackvorgänge aus dem Alltag – wenn wir zum Beispiel Fieber messen, tun wir nichts anderes als eine Körperfunktion sichtbar zu machen.

Biofeedback bedeutet nichts anderes, als dass für Menschen nicht direkt wahrnehmbare physiologische („bio“) Vorgänge im Körper mit apparativer Hilfe kontinuierlich rückgemeldet („feedback“) werden.

Körpersignale werden mittels Messfühler abgenommen und dann via Computer sichtbar, hörbar oder fühlbar gemacht.

Ziel der Biofeedbacktherapie ist es, aus dem Lot geratene und an sich nicht willentlich beeinflussbare Körperfunktionen wieder zu normalisieren. Solche gestörten Körperprozesse finden sich bei Stress, verschiedenen psychischen Störungen und bei einer Reihe von somatischen Erkrankungen.

Im Sport hilft BFB, Entspannung zu fördern oder auch die Konzentration und damit die Leistung zu steigern. BFB kann individuell gestaltet und mit anderen Therapien kombiniert werden. BFB wirkt aber auch nachhaltig – die Behandelten gewinnen langfristig an Selbstkompetenz.

GESCHICHTE DES BIOFEEDBACK

Biofeedback ist bereits seit den 1960er-Jahren bekannt. Zu Beginn der 1960er-Jahre gelang es der UDSSR-Ärztin Maia Lisina, vegetative Funktionen zu konditionieren. Mithilfe visueller Rückmeldung der Durchblutung erlernten Probanden, die Durchblutung ihrer Hände durch gezielte Gefäßverengung oder –erweiterung zu verändern.

Etwa zur gleichen Zeit konnten kanadische Forscher Ratten durch elektrische Reizung des „Belohnungssystems“ im Gehirn bzw. durch Bestrafung mittels BIOFEEDBACK RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 6 Elektroschocks dazu bringen, willkürlich ihre Herzfrequenz zu steigern oder zu senken oder auch die Harnproduktion zu erhöhen bzw. zu vermindern. Experimente mithilfe des Elektroenzephalogramms (EEG), die Bewusstseinsveränderungen zum Ziel hatten, wurden ebenso seit den frühen 1960er-Jahren durchgeführt.

Den Begriff „Biofeedback“ schließlich prägte 1969 der amerikanische Professor Norbert Wiener, einer der Begründer der Kybernetik. Dies nicht von ungefähr, denn Rückmeldung und Rückkoppelung in einem kybernetischen Regelkreis stellen das Grundprinzip des BFB dar. Die 1970er-Jahre brachten einen regelrechten Boom des BFB mit sich, allerdings mit dem Ergebnis, dass die viel zu hoch angesetzte Erwartungen in diese Methode nicht erfüllt werden konnten.

Es wurden seit Anbeginn der BFB-Forschung auch zahlreiche wissenschaftliche Studien durchgeführt, die letztendlich das BFB in zahlreichen Indikationen zu einer schulmedizinisch anerkannten Methode machten. Bereits 1969 wurde in den USA die „Association for Applied Psychophysiology and Biofeedback“ (AAPB) gegründet, 1989 in Österreich die „Österreichische Gesellschaft für Biofeedback und Psychophysiologie“ (ÖBfP).

Die „Deutsche Gesellschaft für Biofeedback“ e.V. wurde 1998 ins Leben gerufen.

Quelle: R. Crevenna: „Biofeedback. Basics und Anwendungen“. INDIKATIONEN FÜR BIOFEEDBACK

Bevor BFB in medizinischen Indikationen eingesetzt wird, muss zuerst immer eine schulmedizinische Abklärung der Beschwerden stattfinden. Dann kann BFB eingebettet in ein schulmedizinisches Gesamtkonzept sicher angewendet werden.

Die häufigsten Einsatzmöglichkeiten und Indikationen sind folgende:

Prävention Stressdiagnostik und –behandlung, Stressmanagement, Entspannungstraining, leichte essenzielle Hypertonie (im schulmedizinischen Gesamtkonzept), Rehabilitation Chronische Schmerzsyndrome - Kopfschmerzsyndrome (Spannungskopfschmerz, Migräne)

- Temporomandibuläre Dysfunktion (Kiefergelenksbeschwerden) und Bruxismus (Zähneknirschen) - Dorsalgien (Rückenschmerzen, Zervikalsyndrom, Lumbalsyndrom) - Tinnitus (Ohrgeräusch) - Pelvic Pain (weiblicher Unterbauchschmerz) - Deafferenzierungsschmerz (Schmerzen nach Nervendurchtrennung) Raynaud-Syndrom (Syndrom der kalten Finger) Harn- und Stuhlinkontinenz und –entleerungsstörungen Abhängigkeit und Suchterkrankungen Gerichtete und ungerichtete Angsterkrankungen, Panikattacken, Phobien, Flugangst, Spinnenangst, Höhenangst, Hyperventilationssyndrom Kinder und Jugendliche, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom, „Lernschwäche“, Autismus Sportlerbetreuung und Wettkampfvorbereitung Ergonomische (Um-)Schulungen, Haltungsschulung

Quelle: R. Crevenna: „Biofeedback. Basics und Anwendungen“.

(Auszüge aus: http://oe1.orf.at/static/pdf/Biofeedback_2011_i_.pdf)

Wie lange dauert eine Biofeedbackbehandlung?

Die Dauer einer Behandlung bzw. eines Trainings hängt von der Erkrankung ab, die behandelt werden soll. Die meisten Schmerzsyndrome wie Migräne, Spannungskopfschmerz oder Rückenschmerz, aber auch Angststörungen oder Inkontinenz können in 10-15 Sitzungen behandelt werden. Bei Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck muß mit 10-20 Sitzungen gerechnet werden, bis eine spürbare Veränderung eintritt. Bei neurologischen Störungen wie Tortikollis oder Lähmungen sind mindestens 20 Sitzungen erforderlich.

Was kostet eine Biofeedbackbehandlung?

Die Kosten für eine Biofeedbacktherapie in der freien Praxis richten sich nach den üblichen Stundenhonoraren die Ärzte, Ärztinnen, Psychologen, Psychologinnen, Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen verrechnen.

Bei einem niedergelassenen Biofeedback Therapeuten bzw. einer Biofeedback Therapeutin kostet somit eine Sitzung üblicherweise zwischen 70,- und 150,- Euro für 50 Minuten.

Manche Privatzusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Behandlungskosten, bitte fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach.

Bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen kann Biofeedback im Rahmen einer Psychotherapie angewendet werden.

In diesem Fall gewähren die Krankenkassen üblicherweise einen Zuschuß von zur Zeit ca. 20,- Euro pro Sitzung. Erfolgt Biofeedbacktraining oder Biofeedbacktherapie an einer Klinik oder in einem Spital, entweder stationär oder ambulant. so wird diese Leistung in der Regel nicht gesondert verrechnet.

(http://www.austria-biofeedback.at/)