Querdenken

 

Eigentlich haben wir es im menschlichen Leben mit „Nichts“ zu tun. Unsere Gedankengebäude bestehen aus nichts. Unsere Sprache, unsere Worte sind allenfalls erkennbar als winzige Unterschiede in Schallwellen.

WIR sind es, die diesen Schallwellen Bedeutung geben – und wenn wir das tun, dann kann dieses „Nichts“ eine unglaubliche Kraft entwickeln.

Menschen erzählen sich selbst und gegenseitig „wie die Welt ist“ und halten sie damit stabil.

„Wir“ Menschen sind unverbesserliche und geschickte Geschichtenerzähler – und wir haben die Angewohnheit, zu den Geschichten zu werden, die wir erzählen.

Durch Wiederholung verfestigen sich diese Geschichten zu Wirklichkeiten.

Ohne die Eigenart des menschlichen Denkens, mittels Sprache soziales Leben zu gestalten und fortzuentwickeln, wären keine große und kleine „Errungenschaften“ der Menschheit denkbar.

Doch ist die Dynamik des Denkens  - und damit immer auch des Erlebens – ist zwiespältig.

Sie kann beweglich sein, kann uns lebendig sein lassen, uns lachen und spielen lassen. Sie kann eine Welt voller Möglichkeiten erzeugen, eine Welt voller Kraft und voller Energie

Sie kann uns aber auch erstarren lassen – in einer von unserem „eigenen Denken“ erzeugten Welt - in der uns jeden Tag neu „derselbe Trott“ begegnet. Ein Trott, in dem uns die „Möglichkeit des Andersseins“ verlorengegangen ist.

Im Querdenken entstehen Möglichkeiten die Türen des „Festgefahrenen“ wieder zu öffnen, so dass wieder Kreativität sprudeln kann.

Querdenken ist eine „Quelle der Veränderung“, die ähnlich wie Wasser überall hineinfließt, wo eine Lücke ist…..

(Auszüge aus dem Buch „Ganz im Gegenteil“ von Matthias Varga von Kibed und Insa Sparrer)