Urvertrauen

 

Unter Urvertrauen versteht man in der Psychologie jene innere emotionale Sicherheit, die ein Kind in den ersten Lebensmonaten entwickelt, d. h., das Kind entwickelt das positive Grundgefühl, dass es Menschen vertrauen kann, dass diese ihm wohlgesonnen und verlässlich sind.

Das Urvertrauen entsteht also im Wesentlichen aus der positiven Erfahrung, dass zwischen der Welt und den persönlichen Bedürfnissen Übereinstimmung herrscht. In dieser Phase entsteht eine Grundhaltung, die sich durch das ganze weite Leben zieht. Ein Neugeborenes ist darauf angewiesen, dass es versorgt wird. Diese Erfahrungen führen zu einem Vertrauen gegenüber der Mutter und dem Vater.

Urvertrauen kann sich dann entwickeln, wenn sich die Eltern oder eine andere feste Bezugsperson kontinuierlich liebevoll um ein Kind kümmern und es in seiner Entwicklung unterstützen. Im Gegensatz dazu kann sich das Urvertrauen kaum entwickeln, wenn die Eltern oder Bezugspersonen ein Kind gefühlsmäßig ablehnen, es vernachlässigen oder sogar misshandeln.

(Lexikon Online für Psychologie und Pädagogik)

Doch bei wem oder an welchem Ort fühlen wir uns als Erwachsener vollkommen geborgen? Das kann eine Person oder eine Örtlichkeit sein, die es tatsächlich gibt (eine bestimmte Landschaft, ein Zimmer, ein Haustier, ein Auto...) – oder ein Platz in der Phantasie bzw. eine Person, die nicht mehr lebt (Großvater, ein einsamer Berggipfel aus „Herr der Ringe“, das Universum,…)

In seinem Buch „Simplify your life“ gibt Tiki Küstenmacher zum Thema „Urvertrauen“ den Lesern folgende Aufgabe:

Begeben Sie sich innerhalb der nächsten vier Wochen an diesen Platz, oder besuchen Sie diese Person. Handelt es sich um etwas, das nur in Ihrer Vorstellung existiert, dann unterstützen Sie sich dabei mit Wirklichkeit, so gut Sie können:

Suchen Sie sich ein Foto Ihres Großvaters, sehen Sie sich eine „Herr der Ringe“ DVD an, oder bestaunen Sie das Universum, während Sie in einer sternenklaren Nacht allein spazieren gehen. Öffnen Sie sich für das Wohlwollen, die Schönheit oder die Güte, die Sie dabei wahrnehmen, indem Sie innerlich die Arme weit ausbreiten. Lassen Sie sich ausfüllen von diesem überwältigenden Gefühl, und sobald es überfließt, schenken Sie es an das Universum weiter.

Spiritualität ist die Suche nach letztgültiger Heimat und vollkommener Geborgenheit. Das Wort „Glauben“ ist eng verwandt mit dem Begriff „Vertrauen“: der innere Ort, an dem Sie keine Furcht mehr haben, der Mensch, der Sie ohne Worte versteht und ohne jede Bedingung liebt….

(Auszüge aus dem Buch: „Simplify your life“ von Werner Tiki Küstenmacher und Lothar J. Seiwert)