Die von der Stadt Wien regelmäßig herausgegebene, in den Spitälern aufliegende Zeitung "Gesund & Leben" gibt Informationen rund um Gesundheit und Soziales. Bei meinem letzten Spitalsaufenthalt habe ich darin geblättert und einen Artikel gefunden, der mich sehr angesprochen hat.


Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, einer der angesehensten Onkologen Österreichs und seit 2010 Koordinator des Forschungszentrums Comprehensive Cancer Center - kurz CCC - der MedUni Wien und des AKH, ist Autor dieses Artikels, den ich hiermit gerne zitieren möchte:

Der Mensch - Ein verletzliches Wesen

"Wie fragil das Leben ist, berührt mich auch heute noch. Meine Arbeit mit Krebs führt mir immer wieder vor Augen, dass jeder Mensch, egal ob reich oder arm, alt oder jung ein verletzliches Wesen ist.
Allerdings sollte man nicht den Fehler machen zu glauben, dass vor allem Krebsdiagnosen tödlich seien:

Der Tod begleitet uns in der gesamten Medizin und damit auch der Umgang mit diesem.
Unsere Gesellschaft blendet das Thema sehr bewusst und konsequent aus. Ich bin ständig damit konfrontiert.
Viele PatientInnen fürchten den Tod, meistens fürchten sie aber vor allem Schmerzen und Leid.

Es gibt auch immer wieder Menschen, die in ihren letzten Lebensstunden eine Stärke und Größe entwickeln, die mich tief beeindruckt.
Ich glaube, dass ich mir der eigenen Endlichkeit sehr bewusst und mit mir selbst im Reinen bin.
Doch sogar der große Aufklärer Voltaire soll an seinem Sterbebett noch nach der letzten Ölung gerufen haben."