TeilzeitkrankenstandDie "Frauenselbsthilfe nach Krebs Vorarlberg" hat sich zum Thema Teilzeitkrankenstand einiges überlegt und eine Petition verfasst, die sie im Zuge unserer 1. Österreichischen Brustkrebs-PatientInnen Tagung vorstellte.
Europa Donna Austria bemüht sich um eine Verbreitung und bittet um ihre Unterstützung durch Ihre elektronische Unterschrift.

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PETITION:

Was also tun, wenn die Diagnose Krebs dich aus der Beschäftigung „entlässt“? Hoffen, dass dein Arbeitgeber die nötige Geduld aufbringt und dir den Arbeitsplatz für ein halbes Jahr oder länger frei hält? Und dass er, dieser gute Arbeitgeber, danach, also nach OP, Strahlen- und/oder Chemotherapie, Reha-Aufenthalt, die Chance gibt, wieder dort anzuknüpfen, wo du gestoppt wurdest? Schaffst du das?

Ich weiß sehr gut aus eigener Erfahrung, wovon gesprochen wird, wenn ich mich - zusammen mit vielen anderen - für die Schaffung eines Teilkrankenstandes einsetze. Wir erleben es bzw. haben es erlebt, wie es ist, wenn dir nach Jahren in einem guten Job „die Felle davon schwimmen“. Nach abgeschlossener Behandlung heißt es, zurück an den Arbeitsplatz und wieder arbeiten, wie man es von dir gewohnt war. Das geht kaum einmal gut, denn du schaffst es schlecht auf Anhieb bzw. schaffst es unter sehr großen Verlusten an Lebensqualität.

Einen schrittweisen Einstieg ins Berufsleben, wie wünschen wir uns das bzw. hätte ich mir das gewünscht!

Die Rückkehr zur Arbeit gibt Sicherheit, der Umgang mit KollegInnen, lenkt von der Bedrohung durch Krebs ab, gibt dem Tag Struktur und erhöht das Selbstwertgefühl, macht zuversichtlich, wieder dazu zugehören, auch wenn noch keine volle Leistung erbracht werden kann, vielleicht auch nie mehr möglich ist.

Auch viele Arbeitgeber wollen auf die Erfahrung ihrer krebskranken MitarbeiterInnen nicht verzichten, stecken in einem Dilemma, einerseits helfen zu wollen, es aber aufgrund der bestehenden Gesetzeslage nicht zu könne.

Krebs wird heute wesentlich öfter geheilt als noch vor 20 Jahren und wird zunehmend zu einer chronischen Krankheit. Der Preis für das „gestiegene Überleben“ sind aufwändige und teils auch sehr belastende Behandlungen. Manche dieser erfolgreichen Behandlungen verursachen auch Spätschäden, wie Nervenschmerzen und anhaltende Müdigkeit.

Ganz bestimmt muss der medizinische Aspekt im Vordergrund bleiben, doch Wiedereingliederung fördert die Genesung und lässt in die Zukunft blicken.

Wir appellieren an die Sozialpartner und Interessenvertreter, ein Teilzeitarbeitsmodell für Patienten während und nach Krebstherapie, auch im Sinn einer schrittweisen Rehabilitation zu entwickeln. Es wird dabei allen Beteiligten geholfen. 

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