Parallelimporte von Arzneimitteln

Erlaubt, aber nicht ganz ohne Risiko...

Medikamentenfälschungen sind derzeit ein großes Problem - Parallelimporte bergen immer die Gefahr, dass gefälschte Medikamente in die Lieferkette einfließen können.

Lange Lieferketten sind seit Jahren als Risikofaktor für die Arzneimittelsicherheit bekannt.

Mit der Affäre rund um gefälschte Arzneimittel, die in Europa in die legale Versorgungskette gekommen sein könnten, gerät der sogenannte Parallelimport von Medikamenten ins Rampenlicht. Er ist in der EU erlaubt, aber ohne Zweifel stellt jede Manipulation von Produkten von Originalherstellern auch ein gewisses Risiko dar.

Niedrigerer Preis

Parallelimporteure kaufen Arzneimittel in einem Land mit niedrigerem Preisniveau (bedingt durch Sozialsystem, Währungsdifferenz, Kaufkraft des Landes) und verkaufen diese in einem Land mit höherem Preisniveau. Der Parallelimporteur profitiert von dieser Preisdifferenz.

Erst vor einigen Monaten wollten in Österreich offenbar mehrere Krankenhausträger von einem für wichtige High-Tech-Krebs-Medikamente bei Parallelimporten um zwei bis fünf Prozent niedrigeren Preis im Vergleich zum Originalhersteller profitieren. Doch das kann offenbar zusätzliche Risiken bedeuten, für die Patienten, die mit sehr schweren bösartigen Leiden - oft in einem fortgeschrittenem Stadium -, behandelt werden.

Lange Lieferketten

Das Problem liegt in den langen Lieferketten. Der Parallelimport nach Österreich erfolgt häufig über mehrere Zwischenhändler, inklusive Umetikettierungen und Umpackprozesse.

Produkte aus Parallelimporten werden umetikettiert oder umgepackt, da sie von gesetzlicher Seite die österreichischen Bestimmungen erfüllen müssen (österreichische Beschriftung von Fläschchen und Faltschachtel sowie österreichische Packungsbeilage).

Das kann bedeuten, dass die Verpackung geöffnet und die aktuelle österreichische Gebrauchsinformation beigefügt wird. Ein Umpackprozess kann auch Sicherheitsmerkmale am Produkt zerstören, heißt es vielmals von den Originalherstellern.

Besonders sensibel sind potenziell lebensrettende oder lebensverlängernde Arzneimittel. Dazu gehören natürlich auch Krebsmedikamente.

Bei Flüssigpharmaka muss auch oft die Kühlkette vom Hersteller bis zum Patienten lückenlos gewährleistet sein. Darüber gab es in Österreich in den vergangenen Monaten immer wieder Diskussionen in der Pharmabranche, weil Hersteller nicht nur Pharmagroßhändler beliefern, sondern auch Logistikunternehmen für die Zustellung einsetzen.

Deshalb ist es sehr wichtig aufmerksam zu sein und bei Unsicherheiten die eigenen Medikamente betreffend, lieber einmal mehr nachfrage.

Dies gilt auch für Internet-Bestellungen...

( Auszüge aus: http://derstandard.at/2000001841301/Pharma-Parallelimporte-Erlaubt-aber-nicht-ganz-ohne-Risiko )