Nach Entdeckung einer sicht- oder tastbaren Veränderung in der Brustdrüse durch Euch selbst, Euren Arzt oder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung, geht es darum, durch eine feingewebliche (histologische) Untersuchung festzustellen, ob die gefundene Veränderung gut- oder bösartig ist.


Relativ einfach lassen sich in örtlicher Betäubung durch ein Stanzgerät unter Einsatz auch des Ultraschalls oder röntgenologischer Methoden mehrere Gewebeproben aus dem verdächtigen Herd in der Brust entnehmen.

Histologie vom Stanzzylinder
Aus diesem wenigen Millimeter dicken (ca. 2 mm) und 1-1,5 cm langen Gewebezylindern lässt sich durch den Pathologen innerhalb von ein bis zwei Tagen eine erste Diagnose, ob gut- oder bösartig erstellen.
Zur Festlegung des Tumorstadiums gehören aber auch die genaue Tumorgröße und ob und wie viele Lymphknoten, die im Rahmen der Operation aus der Achselhöhle entnommen werden, von Tumorgewebe befallen sind. Die genaue Tumorgröße wird am Operationspräparat makroskopisch (mit dem Lineal) gemessen. Ist der Tumor schlecht zu erkennen, weil er z.B viel Bindegewebe enthält, wird die Tumorgröße anhand der Histologieschnitte ermittelt.

In vielen Fällen muss also das Ergebnis der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung des bei der Operation entnommenen Gewebes abgewartet werden, die mitunter sehr aufwändig ist und mehrere Tage dauern kann.

Der Tumor selbst wird vom Pathologen in einem aufwändigen Verfahren und äußert sorgfältig untersucht, insbesondere ob alle Ausläufer des Tumors, die vom Chirurgen intraoperativ mit freiem Auge nicht erkannt werden können, mit entfernt wurden. Sollten Tumorausläufer den Abtragungsrand erreichen, so wäre eine nochmalige Operation mit Nachentfernung von Gewebe oder unter bestimmten Umständen sogar die Entfernung der gesamten Brustdrüse erforderlich um ein örtliches Wiederauftreten des Krebses (Lokalrezidiv) zu vermeiden.
(http://www.brustdruese.at)

 

Die folgenden Bilder sollen Euch dabei helfen ein Bild von Eurem Tumor zu bekommen:

 

Wie sieht mein Tumor aus ?

 

 Aus dem Blickwinkel des Pathologen:  Normales Drüsengewebe:
 Histologie  Normales Drüsengewebe

 

Hormonrezeptorstatus

Wichtige Rezeptormoleküle, die auch bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen können, sind Hormonrezeptoren. Ist die Zahl der Rezeptoren auf der Zelloberfläche erhöht, so führt dies zu einer gesteigerten Teilungsrate der Zellen. Der so genannte Hormonrezeptorstatus, die Dichte der Hormonrezeptoren auf den Tumorzellen, wird von einer Pathologin / einem Pathologen, mit Hilfe von molekularbiologischen Tests im Labor, ermittelt. Wenn das Tumorwachstum durch Östrogene gefördert wird, die Krebszelle also Östrogenrezeptoren aufweist, spricht man auch von Hormonrezeptor-positiven Patientinnen. In diesen Fällen kann eine antihormonelle (endokrine) Therapie durchgeführt werden

 

HER-2 Status

HER-2 (Humaner (= menschlicher) Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor Typ 2) ist ein Wachstumsfaktor-Rezeptor, der auch bei der Entstehung und dem Wachstum von Mammakarzinomen (Brustkrebs) eine Rolle spielen kann. In etwa einem Viertel der Fälle findet man eine erhöhte Anzahl des Rezeptors. HER-2 lässt sich ähnlich wie die Hormonrezeptoren in mikroskopischen Präparaten aus der Biopsie oder aus dem operierten Tumor nachweisen. Eine spezielle Antikörper-Therapie ist möglich, wenn der Rezeptor nachgewiesen werden kann.

 

 Östrogenrezeptor  Her2/Neu
 Östrogenrezeptor  Her2 neu

 

Nicht-invasive Krebsarten: DCIS und LCIS

Die ‚nicht-invasiven’ Krebsarten sind unterteilt in das duktale Carcinoma in situ (DCIS) und das lobuläre Cacinoma in situ (LCIS). In situ (d.h. am Platz, am Ort) beschreibt, dass die Wand der Milchgänge und der Milchläppchen noch nicht überschritten ist. Das bedeutet, dass diese nicht invasiven Krebsarten sich nur am Ort (in der Brust) vergrößern können, aber nicht zu Fernabsiedelungen (Metastasen) führen. Aufgrund dieser Tatsache kann ein DCIS oder LCIS nicht zum Tod einer Patientin führen. Allerdings wissen wir, dass im Laufe des Wachstums eines nicht-invasiven Brustkrebses, die Wand der Milchgänge durchbrochen werden kann, Gefäßeinbrüche auftreten können und so aus einem nicht-invasiven Brustkrebs ein invasiver Brustkrebs entsteht. Darum ist auch bei nicht-invasiven Krebsarten höchste Vorsicht geboten und eine Therapie (i.R. eine Operation) anzustreben. Ist der nicht-invasive Brustkrebs vollständig durch die Operation entfernt, ist die Patientin geheilt.

 

Invasive Krebsarten

Der invasive Brustkrebs ist ebenfalls in einen invasiv duktalen oder invasiv lobulären Brustkrebs zu unterscheiden. Der invasive Brustkrebs hat die Wand des Milchganges und die Drüsenläppchen bereits überschritten. Der invasive Brustkrebs kann ‚streuen’ d.h. Fernabsiedelungen (Metastasen) in Lymphknoten, Knochen, Leber oder Gehirn bilden. Weil der invasive Brustkrebs eben nicht mehr nur am Ort d.h. in der Brust zum Zeitpunkt der Diagnose sein muss, muss nicht nur die Brust sondern der gesamte Körper der Patientin behandelt werden (systemische Therapie).

 

 Invasives duktales Mammakarzinom  Invasives lobuläres Mammakarzinom
 Invasives ductales Mammakarzinom  Invasives lobuöäred Mammakarzinom

 

Grading bei Brustkrebs

Auch anhand des entnommenen Brustgewebes können wichtige Informationen gewonnen werden. Je weiter der Ausreifungsgrad der Tumorzellen ist, desto weniger schnell wachsen die Tumoren in der Regel. Den Ausreifungsgrad bestimmt die Pathologin / der Pathologe nach der Biopsie. Sie / er nimmt ein sogenanntes Grading vor. Damit unterscheidet sie / er den Ausreifungsgrad der Tumorzellen von gut (G1) über mäßig (G2) bis schlecht ausgereift (G3). Je schlechter ausgereift die Zellen sind desto intensiver sollte dann auch die Therapie sein, um die weitere Ausbreitung zu bremsen.

G1  G3
 G1  G3

 

Ein großes Dankeschön für die tollen Bilder gilt Frau Univ.-Prof. Dr. Margaretha Rudas – Klinisches Institut für Pathologie/Brustambulanz AKH Wien

Texte: (http://www.meduniwien.ac.at/brustCC/index.php?id=28)