Tod prophezeit, Leben gewonnen

Der zweifachen, alleinerziehenden Mutter, Johanna Wallig wurde einer der bösartigsten Tumore diagnostiziert. Mit der Gewissheit, dass ihre innere Stärke eine krebsfreie Zone ist, hat sie ihren Brustkrebs besiegt.

30 Grad im Schatten, Partymusik und vor ihr die unendliche Weite des Ozeans. Johanna Wallig ist mit ihren beiden Söhnen zwei Wochen auf Kreuzfahrt. Schwerer als ihr Koffer wiegen jene Worte, die ihr zwei Tage davor mitgeteilt wurden: „Sie haben einen sehr aggressiven Tumor, der sich schon in der ganzen rechten Brust ausgebreitet hat. Sie müssen sich sofort die Brust abnehmen lassen, danach eine Strahlentherapie durchführen und anschließend noch eine Chemotherapie machen, ich rate Ihnen, suchen Sie sich so schnell wie möglich einen guten Chirurgen“. Als wäre die Diagnose nicht lebensverändernd und, in Johannas Falls sogar lebensbedrohlich, genug, sind es die Härte und Direktheit, mit der die Ärztin diese Worte ausspricht, die der alleinerziehenden Mutter in der nüchternen Atmosphäre des Behandlungszimmers zusetzen.

„Ich konnte und wollte nicht glauben, dass ich nur noch wenige Wochen zu leben hatte.“, erinnert sich Johanna. Daher beschloss sie, mit ihren Kindern erstmal auf Urlaub zu fahren. Neben der Gewissheit, dass in ihrer rechten Brust bösartige Krebszellen ihr Unwesen treiben, begleiteten Johanna viele Fragen auf der Reise. „Wann und wie soll ich es meinen Kindern und meiner Familie erzählen?“, „Welchem Arzt vertraue ich mich an? Und, will ich mich überhaupt auf die schulmedizinische Vorgehensweise einlassen?Wie wird sich mein Aussehen verändern? Wie wird mein Arbeitgeber reagieren?“

Zurück in Österreich sind zwei Wochen ihrer Lebenserwartung wieder geschwunden – so wurde es ihr schließlich prophezeit. Doch für Johanna scheint diese knappe Zeit nicht zu zählen. Vielmehr entschließt sie sich, erstmal alternative Wege auszuprobieren. Einen Monat lang besucht sie zweimal wöchentlich den einzigen Arzt in Österreich, der Hyperthermie (eine Art Wärmebehandlung) anbietet, bis er ihr schlussendlich mitteilt: „Frau Wallig, Sie werden um eine Operation und die Chemotherapie nicht umhin kommen, Ihr Tumor ist zu gefährlich, um ausschließlich mit dieser Therapie zu arbeiten und die Zeit läuft.

Weitere drei Monate vergehen, bis Johanna einen Chirurgen aufsucht und sich zur stärksten Dosis und Form der Chemotherapie entschließt. „Ich wollte diese Entscheidung ohne Angst treffen.“, erinnert sie sich. Meinen Kindern habe ich bis zur ersten Chemo nur gesagt, dass mit meinen Zellen etwas nicht in Ordnung sei. Erst danach habe ich ihnen erzählt, dass ich jetzt eine Chemotherapie mache und mir die Haare ausgehen werden, sie sich nicht schrecken sollen. Ich habe ihnen versichert, dass ich wieder ganz gesund werde. Sie haben meine Stärke gespürt und das dann geglaubt, obwohl sie natürlich trotzdem Angst hatten, dass ich sterbe.“

Johanna wollte den Weg bewusst alleine gehen, zog sich von ihrem Umfeld zurück und arbeitete mental an sich. „Ich war mir bewusst, dass es nur ein kleiner Teil meines Körpers ist, der tatsächlich von bösartigen Krebszellen befallen ist. Meine Seele, mein gesamtes Wesen, war immer heil und ich die selbe Johanna Wallig, die ich vor der Diagnose war.“ Daher konzentrierte sie sich während der 24 Chemotherapien darauf, dass die injizierte Medikation gezielt nur die bösartigen Zellen zerstört.

6 Monate später war die zweifache Mutter noch immer am Leben. Und ist es heute mehr denn je. „Zurückblickend scheint es, als hätte ich meine vielfältigen Aus- und Weiterbildungen mit dem Ziel gemacht, um sie heute für die Steigerung der Lebensqualität von Frauen mit der Diagnose Krebs einzusetzen.“ Hat sie früher als Farb- und Stilberaterin MitarbeiterInnen von Banken und Versicherungen beraten, nutzt sie ihr ästhetisches Gespür heute, um mit Krebspatientinnen eine passende Perücke und bunte Tücher auszuwählen. Die Expertise ihres Jusstudiums setzt sie gewinnbringend für die Beantwortung rechtlicher Fragen ein (Was passiert mit meinen Arbeitsplatz? Wie komme ich zu Förderungen? etc.) „und mit all den sozialen Fähigkeiten, die ich in der Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin nocg professionalisierte, begleite und unterstütze ich nun andere Betroffene.“

Die 51-jährige Steirerin kennt die Schmerzen im Kopf und in den Knochen, die Krämpfe, irritierten Schleimhäute und die körperliche Erschöpfung, die mit der Chemotherapie einher gehen. „Manchmal geht es einfach nur darum, jemanden in den Arm zu nehmen und ohne Worte Kraft zu spenden. Eine Krebserkrankung ist keine Endstation, sondern eine Chance, die eigenen Ressourcen zu erweitern und auch zu lernen, mit einer der größten Herausforderungen des Lebens umzugehen!“

Johanna Wallig hat zwar letztendlich alle Therapien über sich ergehen lassen, zu denen ihr die Ärzte geraten haben. „Doch ich habe niemals aus Angst heraus gehandelt, sondern mich bewusst dafür entschieden und auf mein Bauchgefühl vertraut.“ Denn auch diese innere Weisheit geht nicht verloren.

Übrigens: diesen Sommer will Johanna wieder ans Meer – diesmal mit im Gepäck: ihr neuer Bikini. Denn ihre beiden Brüste hat sie – ganz im Widerspruch zu den Worten der Ärztin – ebenfalls nicht verloren!


Zur Person:

Wenige Wochen nach ihrem Umzug vom steirischen Gröbming nach Wien, wurde bei der 51-jährigen Johanna Wallig eine der bösartigsten Formen von Brustkrebs diagnostiziert. Sie nutzt die Zeit, um ihr Leben neu auszurichten. Mit all ihren Erfahrungen, wie auch ihren beruflichen Qualifikationen und Fähigkeiten, begleitet und unterstützt die alleinerziehende Mutter heute andere Krebspatientinnen dabei, ihren ganz persönlichen und selbstbewussten Weg zu finden, mit Ihrer Erkrankung umzugehen. Weitere Informationen unter http://www.lebensgestaltung-mit-krebs.at/

Kontakt:

Johanna Wallig
Trauttmansdorffgasse 19/10, 1130 Wien
Tel.: +43 (0)650 / 8962729
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