"Denk dran“ - die Informationskampagne zur Brustkrebs-Früherkennung

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm startete 2014 eine Informationskampagne, die 2015 fortgeführt werden soll. Mit dem Slogan "Denk dran" sollen Frauen verstärkt auf das Programm aufmerksam gemacht und umfassend über die neue Möglichkeit der Früherkennungs-mammographie informiert werden. Ziel ist es, den Frauen ergänzend zur Beratung durch ihre Vertrauensärztin/ihren Vertrauensarzt eine informierte Entscheidung zu ermöglichen.

Grünes Erinnerungsbändchen als starkes Symbol - der Knoten gegen den Knoten

Mit dem grünen Erinnerungsbändchen, das auch auf den Bildern der Kampagne zu sehen ist, wurde ein starkes Symbol für die Brustkrebs-Früherkennung gefunden.

Warum gilt dieses Angebot für Frauen ab 40 Jahren?

Das Programm soll gezielt jene Frauen ansprechen, für die die Bilanz der Vor- und Nachteile einer
regelmäßigen Mammographie am besten ist und die am meisten von der Möglichkeit einer Früherkennung
profitieren.

Generell sind Screening-Untersuchungen nicht nur mit einem Nutzen, sondern auch mit Risiken verbunden.

Da sie sich an grundsätzlich gesunde Menschen richten, ist das Abwägen von Vor- und Nach-4 teilen besonders wichtig. Negative Folgen der Brustkrebs-Früherkennung sind zum Beispiel Überdiagnosen (darunter versteht man eine Brustkrebserkrankung, die zu Lebzeiten der Frau nicht auffällig geworden wäre und keine Beschwerden hervorgerufen hätte), die immer zu Übertherapien (wie operativen Eingriffen bis hin zur Brustentfernung, Chemotherapie, Strahlentherapie) führen, falsch positive Befunde (auffälliger Befund, obwohl keine Brustkrebs-Erkrankung vorliegt) und falsch negative Befunde (unauffälliger Befund, obwohl eine Brustkrebs-Erkrankung vorliegt) sowie unnötige Ängste, sich in falscher Sicherheit wiegen und die Strahlenbelastung.

Große Studien haben gezeigt, dass Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die beste Nutzen-Risiken-Bilanz bei Brustkrebs Früherkennungsprogrammen mit Mammographie aufweisen. Diese Altersgruppe entspricht der Empfehlung der EU und wird in vielen europäischen Ländern umgesetzt. In Österreich wurde jedoch nach eingehender Diskussion verschiedener medizinischer ExpertInnengruppen gemeinsam mit der Österreichischen Ärztekammer beschlossen, die Zielgruppe für das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm weiter zu fassen, sodass Frauen von 45 bis 69 Jahren dieFrüherkennungsuntersuchung in Anspruch nehme n können.

Zusätzlich können sich Frauen von 40 bis 44 Jahren und ab 70 Jahren zur Teilnahme am Programm anmelden.
Frauen unter 40 Jahren: In jüngeren Jahren ist das Brustgewebe meist so dicht, dass bei einer Mammographieaufnahme viel schwieriger gesundes von krankem Gewebe unterschieden werden kann. Dadurch kann es auch öfter zu Fehlalarmen kommen. Zudem ist Brustkrebs bei jungen Frauen viel seltener und ihr Brustgewebe ist empfindlicher gegenüber Röntgenstrahlen. Daher wird die Mammographie als systematische Früherkennungsuntersuchung für unter 40-jährige Frauen weltweit von keiner medizinischen Fachgesellschaft empfohlen. Wenn Bedenken wegen eines familiär erhöhten Risikos bestehen, sollte die Frau jedenfalls mit ihrer betreuenden Ärztin/ihrem betreuenden Arzt darüber sprechen.

Für Frauen ab 75 Jahren gibt es bis heute keine wissenschaftlichen Untersuchungen, um den Nutzen oder Schaden einer Mammographie-Untersuchung beurteilen zu können. Es ist nicht auszuschließen, dass eine systematische Früherkennung in dieser Altersgruppe schädlich sein kann (z.B. aufgrund von falsch-positiven Befunden, Überdiagnosen, Übertherapien). Da auch viele Frauen ab 75 Jahren jedenfalls eine Früherkennungsmammographie wünschen, können sich seit 1. Juni 2014 Frauen ab 70 Jahren ohne Altershöchstgrenze zum Programm anmelden und damit die Früherkennungsmammographie in Anspruch nehmen. 

Häufige Fragen von Frauen

  • Ich habe in der Familie mehrere Fälle von Brustkrebs? Soll ich am BrustkrebsFrüherkennungsprogramm
    teilnehmen?

    Kontaktieren Sie bitte Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen oder Ihre Ärztin/Ihren Arzt des Vertrauens.

    Sie/Er wird mit Ihnen besprechen, ob aufgrund Ihrer Familiengeschichte ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko
    vorliegt und Sie bei Bedarf individuell betreuen.

  • Ich habe den Einladungsbrief bekommen, bin aber gerade schwanger. Was soll ich tun?

    Kontaktieren Sie bitte Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen oder Ihre Ärztin/Ihren Arzt des Vertrauens.

  • Ich habe den Einladungsbrief bekommen, ich habe Brustimplantate. Kann ich eine Mammographie machen lassen 

    Kontaktieren Sie bitte Ihre Radiologin/Ihren Radiologen, Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen oder Ihre Ärztin/Ihren Arzt des Vertrauens.

  • Ich habe Brustkrebs und bin in Behandlung bzw. Nachsorge. Soll ich auch zur Mammographie gehen?

    Wenn Sie wegen Brustkrebs in Behandlung oder in der Nachsorge sind, werden Sie weiterhin außerhalb des Programms betreut. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre betreuende Ärztin/Ihren betreuenden Arzt. Sie/Er wird Sie beraten.

 

Solltet ihr weitere Fragen haben, könnt ihr hier nachlesen: Häufig gestellte Fragen