“Der alte Arzt spricht Lateinisch, der junge Arzt Englisch. Der gute Arzt spricht die Sprache des Patienten.” (Ursula Lehr)

 

Was wir von Ärzten nie wieder hören wollen:

Das sieht aber gar nicht gut aus...

Sie sind ein Risikopatient….
Wir können im Augenblick nichts mehr für sie tun…

Wenn Ärzte solche Sätze sagen, ist das wie ein K.O.-Schlag für den Patienten. Die Mediziner hingegen ahnen gar nicht, wie sich ein nebenbei dahingesagter Satz auswirken kann. Denn ungeheurer Schaden entsteht, wenn Ärzte ihren Patienten die Hoffnung nehmen !!!

Inzwischen ist bewiesen, dass sich die Heilung verzögert und die Prognose verschlechtert, wenn Ärzte ihre Patienten vor den Kopf stoßen. Natürlich ist der Arzt auch nur ein Mensch, der mal spontan, mal aufbrausend, mal herzlich und eben manchmal auch ungeschickt agiert.

Die Situation in der Arztpraxis oder Klinik ist für die meisten Menschen ungewohnt. Sie ist mit großer Unsicherheit verbunden, das Gegenteil von normal. Als Patient ist man gespannt, extrem aufmerksam, sensibel und wohl auch überempfindlich – und registriert daher jede noch so kleine Schwingung. Gerade weil viele Patienten so erwartungsvoll, aufmerksam, reizbar und empfindlich sind, beziehen sie die Regungen des Arztes schnell auf sich. Auch wenn der Doktor gerade nur schlechte Laune hat, seine Gedanken woanders sind oder er selbst Sorgen und Ängste hat……
(Auszüge aus dem Buch von Werner Bartens: „Das sieht aber gar nicht gut aus“)

Medizin und Mitgefühl

Der Wiener Kommunikationswissenschaftler Prof. Maximiliam Gottschlich, macht in seinem Buch „Medizin und Mitgefühl“ auf dieses so wichtige Thema aufmerksam.

Er macht deutlich, dass Kommunikation eine zentrale und unverzichtbare Dimension ärztliche Heilkunst ist…
Der Untertitel „Die heilsame Kraft empathischer Kommunikation“ beschreibt in einem Satz, was wir uns als PatientInnen von unseren Ärzten wünschen.

Worte können verletzen aber auch Balsam für die Seele sein. Sie können Kraft geben und Mut machen und sie können unsere Selbstheilungskräfte in Gang setzen.

Der Glaube kann Berge versetzen!

Doch wie kann so eine helfende Kommunikation aussehen?

Patientengespräche besser gestalten

Im medizinischen, therapeutischen aber auch allgemeinen Bereich wünscht man sich Kommunikation immer als "helfende" Kommunikation:

  • Mit dem Patienten auf Augenhöhe - nicht von oben herab - in Beziehung treten
  • Die Aufmerksamkeit auf den Patienten richten - nicht in den Raum, zum Computer, oder anderen Anwesenden sprechen, auf die Uhr sehen,...
  • Nachfragen
  • Auch Humor kann wie Sonnenstrahlen durch die dunklen Wolken der Krankheit blinzeln. Humor kann ein Lichtblick sein, wenn er in die Stimmung des Augenblicks passt und auf der Basis eines tragfähigen Vertrauensverhältnisses entsteht. Solcher Humor, der befreit wie der tiefe Atemzug, den er auslöst, gelingt am besten, wenn er spontan heraussprudelt

(Auszüge aus dem Buch von Klaus-D. Hüllemann: Patientengepräche besser gestalten)