Etwa eine von fünf Brustkrebs-Betroffenen leidet an HER2-positivem Brustkrebs, einer besonders aggressiven Form der Erkrankung. Dabei befinden sich übermäßig viele HER2-Rezeptoren an der Oberfläche der Krebszellen.

In der Vergangenheit hatten Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs eine schlechtere Prognose als jene mit einer HER2-negativen Erkrankung. In den letzten 15 Jahren wurden allerdings enorme Fortschritte in der Therapie von HER2-positivem Brustkrebs gemacht. Heute haben HER2-positive Patientinnen sogar eine bessere Prognose als HER2-negative.

Es ist daher wichtig, alle Brustkrebspatientinnen so früh wie möglich auf ihren HER2-Status zu untersuchen, um Ihnen die optimalste Behandlung anbieten zu können. Dazu entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe, die sogenannte Biopsie.

Tests im Labor bestimmen anschließend den HER2-Status:

•    Immunohistochemische Untersuchung (IHC):


Der IHC-Test erkennt die Überexpression von HER2 an der Zelloberfläche. Ein Ergebniswert von 0 oder 1+ wird als HER2-negativ bezeichnet, ein Wert von 2+ als „borderline“. Bei 3+ handelt es sich um HER2-positiven Krebs – die Überexpression von HER2 ist hier besonders stark ausgeprägt
(Skala: 0 bis 3+). Ist das Ergebnis negativ oder borderline, kann zur weiteren Abklärung eine In-situ-Hybridisierung folgen.


•    Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH), Chromogen-in-situ-Hybridisierung (CISH) oder Silber-in-situ-Hybridisierung (SISH):

Mittels FISH-, CISH oder SISH-Test wird überprüft, ob die Anzahl der HER2-Gene in den Krebszellen normal ist. Ist das HER2-Gen vervielfältigt, wird der Tumor als HER2-positiv bezeichnet.

NEU: Subkutane Behandlung bei HER2-positivem Brustkrebs

Was bedeutet "subkutan"?

Der Begriff subkutan setzt sich aus "sub" für "unter" und "cutis" für "Haut" zusammen und beschreibt damit das Gewebe, das sich unter der Haut befindet. Diese besteht im Wesentlichen aus dem unmittelbar unter der Haut liegenden Binde- und Fettgewebe. Arzneimittel subkutan zu verabreichen bedeutet damit, dass diese direkt unter die Haut gespritzt werden - eine einfachere und schnellere Methode als die intravenöse (in eine Vene) oder die intramuskuläre (in einen Muskel) Gabe.

Welche subkutanen Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Brustkrebs?

Seit Herbst 2013 ist in Europa eine injizierbare (subkutane) Darreichungsform von Trastuzumab für die Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs zugelassen (sowohl für die Therapie im Frühstadium als auch für spätere Behandlungsphasen).

Bis dahin konnte die Therapie nur intravenös - also als Infusion - verabreicht werden, die Gabe dauerte 30 bis 90 Minuten. Die neue subkutane Gabe – also eine einfache Injektion – nimmt nur zwei bis fünf Minuten in Anspruch. Patientinnen müssen so weniger Zeit im Krankenhaus verbringen. Forschungserkenntnisse haben gezeigt, dass ein möglichst normales Leben und viel Zeit mit Freunden und der Familie das Befinden und die Lebensqualität von Frauen mit Brustkrebs verbessern. Eine Studie zur subkutanen Darreichungsform zeigt, dass fast alle Patientinnen (92 %) die weniger invasive subkutane Darreichungsform bevorzugten. Gründe dafür: die kürzere Aufenthaltsdauer im Behandlungszentrum und weniger Schmerzen oder Reizungen als bei der intravenösen Darreichungsform.