Licht kann eine wirksame Waffe gegen Krebs sein: Bei der fotodynamischen Therapie lässt es im Tumor Zellgifte entstehen und tötet ihn gezielt.

Unter der foto- bzw. photodynamischen Therapie(PDT) versteht man ein Verfahren zur Behandlung von Tumorenund anderen Gewebeveränderungen.

Das klappt bisher nur bei wenigen Krebsformen: Ein paar ausgeklügelte technische Tricks könnten das aber ändern.

Die fotodynamische Therapiewäre im Prinzip eine recht schonende und wirksame Waffe der Tumormedizin.

Die Idee zur fotodynamischen Therapie geht schon auf den Beginn des 20. Jahrhundertsund den Südtiroler Pharmakologen Hermann von Tappeiner zurück. Dabei arbeiten Lichtbestrahlung, lichtsensitive Chemikalien und Sauerstoff Hand in Hand gegen Tumoren:

Das gezielt auf die Krebszellen gerichtete Licht zerlegt dort zunächst harmlose Fotosensibilisator-Moleküle in Substanzen, die nun vor Ort Sauerstoff in toxische (giftige) Formen umbauen und die entarteten Zellen so von innen heraus irreparabel schädigen. Dieses Prinzip bewährt sich auch schon – leider bisher aber nur bei nahe an der Oberfläche liegenden und gut mit Sauerstoff versorgten Tumoren, die ohne großen chirurgischen Aufwand belichtet werden können.

Mit bestimmten Nanopartikeln und einer anderen Art von Strahlung könnte sich das jedoch in Zukunft ändern, hoffen Forscher von der Washington University School of Medicine in St. Louis:

Sie haben die Technik in zwei Punkten so abgeändert und perfektioniert, dass mit ihr vielleicht auch tief im Körper versteckte Tumorzellen attackiert werden. Zumindest in Mäusen funktioniert das auch schon beschreiben die Forscher in "Nature Nanotechnology".

Die Forscher wollten vor allem die Vorteile der fotodynamischen Therapie erhalten – ihre gezielte Wirkung nur auf Tumoren und die geringe Belastung für gesunde Zellen durch sichtbares Licht –, gleichzeitig aber ihre zwei kritischen Schwachstellen ausmerzen: die durch die geringe Eindringtiefe von Lichtwellen in das Gewebe beschränkte Einsetzbarkeit und die Abhängigkeit von Sauerstoff, auf der letztlich die toxische Wirkung beruht.

(Auszüge aus: Spektrum.de)