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Fatigue - die „Krebs-Müdigkeit
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| Dr.in Ursula Denison, Gynäkologin und Onkologin im Krankenhaus Hietzing |
Das Wort „Fatigue“ kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie „Müdigkeit, Erschöpfung“. Fast jede/r Zweite fühlt sich aufgrund seiner Krebserkrankung, aber auch als Folge der Strahlen- und Chemotherapie, niedergeschlagen, müde oder gar restlos erschöpft.
Ganz typisch: Schon geringe Anstrengungen machen unendlich müde; kein Ruhen, kein noch so langer Schlaf hilft. Man steht morgens genauso gerädert auf, wie man am Abend zuvor ins Bett gefallen ist.
Dieser Erschöpfungszustand, diese chronische Müdigkeit kann auch Wochen oder Monate nach Behandlungsabschluss anhalten. Oft geraten die Betroffenen dadurch in einen „Teufelskreis“, aus dem es sich nur schwer wieder ausbrechen lässt: Man ist so erschöpft, dass berufliche und private Aktivitäten auf ein Mindestmaß hinuntergeschraubt werden, man zieht sich mehr und mehr von seiner Umwelt zurück. Dabei wird häufig der Anreiz zu selbstständigem Handeln unterdrückt und somit die soziale Isolation begünstigt.
Dr.in Ursula Denison, Gynäkologin und Onkologin an der Abteilung für Gynäkologie im Krankenhaus Hietzing in Wien: „Im Rahmen einer Umfrage bei Krebspatienten und -patientinnen in unserem Krankenhaus gaben 69% an, dass ihre Spazierstrecken deutlich verkürzt sind, 69%, dass sie die Hausarbeit nicht erledigen können. 56% konnten ihre zu erledigenden Wege nicht auf einmal schaffen und 56% hatten Mühe, Stiegen zu steigen. Aber auch die emotionale Komponente des Lebens, nämlich das Pflegen von Freundschaften und Beziehungen ist bei mehr als einem Drittel der Betroffenen durch Fatigue schwer beeinträchtigt.“ Die herabgesetzte Belastbarkeit führt, so die Untersuchung, dazu, dass 71% derer, die einer geregelten Arbeit nachkommen wollen, mindestens einen Arbeitstag pro Monat versäumen, 75% um eine Stundenreduktion ersuchen und immerhin ein Drittel aller Arbeitnehmenden keinerlei Arbeit mehr nachkommen können.
Denison: „Fatigue ist im Arztgespräch leider oft kein Thema. Die Patienten und Patientinnen erwähnen ihre chronische Müdigkeit nicht, denn man will doch ein braver Patient sein und nicht jammern. Dabei leiden 61% aller von Krebs Betroffenen mehr unter der Müdigkeit als unter den Schmerzen! Doch nur 27% der Betroffenen wird eine Therapieoption angeboten.“
Grund für das Fatigue-Syndrom ist Blutarmut – bedingt durch die Krankheit selbst, durch Blutverlust bei der Operation und/oder eine Schädigungen des blutbildenden Systems durch Chemo- und Strahlentherapie. Die Verabreichung von Blutkonserven (vor allem bei alten PatientInnen und bei PatientInnen mit zusätzlichen Gefäßerkrankungen sowie kreislauflabilen PatientInnen) oder eine medikamentöse Therapie (mit Erythropoietin) können Linderung verschaffen.
Auf Grund der Cochrane-Untersuchung (siehe auch Bewegung hilft gegen Fatigue) scheint nun gewiss, dass auch gezielte und maßvolle Bewegung die Symptomatik deutlich verbessern kann.
Denison: “Ganz wichtig ist, dass Sie mit ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über Ihre Müdigkeit und Erschöpfung sprechen! Denn Tatsche ist: Blutarmut und die damit verbundene Müdigkeit ist bei von Krebs Betroffenen oft vorhanden, bleibt im Arzt-Patienten-Gespräch aber oft unbesprochen, wird oft unterschätzt und bleibt leider oft auch unbehandelt. Daher: Sprechen Sie das Thema an – nehmen Sie Ihr Leben in die Hand!“
Weitere Informationen zum Thema Fatigue:
Bewegung hilft gegen Fatigue
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