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TCM-Kräuter und -Gewürze: Die Kraft, die aus der Suppe kam...
Kraftsuppen haben eine lange Tradition. Und gerade kranke oder rekonvaleszente Mensche wie Brustkrebspatientinnen können mittels spezieller Kraftsuppen ihre Lebensqualität steigern, ihre Selbstheilungskräfte unterstützen und somit einen wichtigen Beitrag auf ihrem Weg zur Genesung leisten.
Von Marcel Ettel, TCM-Ernährungsberater
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| Gesunder Genuss: Kräuter und Gewürze waren schon immer zentrale Elemente in der TCM. |
Die „Zaubertränke“ der „Alten Weisen“
In vielen Kulturen wurden von je her diverse Kräuter und Wurzeln eingesetzt, um das Wohlbefinden zu steigern. Dabei haben sich die landes- und kulturtypischen Merkmale weiterentwickelt und das Wissen über deren Gebrauch wurde gesammelt, vertieft und weitergegeben. Schon keltische Druiden wussten über den Einsatz geheim überlieferter Rezepturen Bescheid, die ihren Kriegern mehr Kraft und Furchtlosigkeit verleihen sollten. In Europa kennen wir Kraftsuppen vor allem in der Rekonvaleszenz, nach schwerer Krankheit oder großer Erschöpfung, einer Geburt beispielsweise. Jeder weiß da eine kräftige Hühnerbrühe zu schätzen!
Jedoch hat sich wohl kein Volk so intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt wie die Chinesen. Über Jahrtausende wurde das Kräuterwissen bewahrt und ausgeweitet. Da China ein sehr großes Land mit unterschiedlichen Klimazonen ist, haben sich verschiedene Schulen parallel entwickelt, auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt. So wie der Einsatz der Kräuter variieren auch die Speisen und Gerichte in China nach regionalen Zonen.
Gewürze und Kräuter als „Stärkungsmittel“
Immer mehr finden diese „fremden“ Gewürze und Kräuter auch den Weg in die heimischen Küchen. Beispielsweise Ingwer (chin.: Jiang) kann durch seine milde Schärfe und sein angenehmes Aroma nicht nur den Geschmack, sondern auch die Verträglichkeit von Speisen verbessern. Darüber hinaus besitzt er entgiftende Eigenschaften und wird aus diesem Grund bei sehr vielen Formen von Übelkeit erfolgreich verwendet. So ist es zum Bespiel sinnvoll, während der Chemotherapie Speisen mit Ingwer zu würzen, um der durch die Therapie bedingten Übelkeit entgegen zu wirken.
Andere Kräuter sind bei uns eher unbekannt, bzw. in Vergessenheit geraten. Liebstöckl, Bertram und Galgant waren in den heimischen Küchen früher viel selbstverständlicher und häufiger in Verwendung als heute. Auch Engelwurz (chin.: Dang Gui) besitzt ausgezeichnete Eigenschaften als Suppenkraut. Mit starkem Aroma bringt es eine gute Würze in die Speisen. Seine kräftigende Wirkung unterstützt die Blutbildung und hilft bei den meisten Formen von Anämie und Eisenmangel.
Astragalus (chin.: Huang Qi) sowie Ginseng (chin.: Ren Shen) sind Toniks für das Immunsystem, d. h. sie haben einen stärkenden Einfluss. Sie besitzen einen süßen Geschmack mit mildem Aroma und werden in erster Linie bei Erschöpfungszuständen empfohlen. Durch ihre stärkende Natur verbessern diese Wurzeln die Regeneration des Organismus, die Selbstheilungskräfte des Körpers werden intensiviert. Daher können Suppen mit Ginseng gerade bei Patientinnen, die am Fatigue-Syndrom leiden, eine hilfreiche Unterstützung sein.
Weiters gelten chinesische Datteln (chin.: Da Zao) als fixer Bestandteil der asiatischen Suppenküche. Süß und sehr harmonisch im Geschmack schützen sie den Magen und helfen auch, neues Blut aufzubauen – wiederum Eigenschaften, die zu einer Erhöhung der Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen vor allem während der Chemotherapie beitragen. Oft werden sie gemeinsam mit scharfen Gewürzen gekocht, um deren Wirkung zu mildern.
Der Poria-Pilz (chin.: Fu Ling) ist bei uns ebenfalls nahezu unbekannt. Er besitzt eine neutrale Natur und ist fad im Geschmack. Er wird hauptsächlich verwendet, um überschüssige „Nässe“ auszuleiten. Durch seine leicht diuretische, also entwässernde, Wirkung stärkt er die sogenannte Mitte, nämlich die Erde-Funktion im Körper und kann somit die Verdauung positiv beeinflussen. Durch seine entwässernde Wirkung kann er auch bei Lymphödemen oder Zysten unterstützend wirksam sein.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird jeder Mensch als Individuum betrachtet. Gewisse Krankheitsbilder können einander zwar ähnlich sein, jedoch variiert die Therapie je nach Konstitution und Befindlichkeit. Daher gibt es auch keine „allgemein gültigen“ Rezepte, die für jede Brustkrebspatientin hilfreich wären. Eine Patientin, die die westlich-schulmedizinische Behandlung durch eine Ernährungsumstellung im Sinne der traditionellen chinesischen Medizin unterstützen möchte, sollte sich daher von einer/m TCM-ErnährungsberaterIn für sie „maßgeschneiderte“ Rezepte erstellen lassen.
Rezept:
Für „Neugierige“ - Eine Kraftsuppe zum Selberkochen
- 15g huang qi – Rdx Astragalus
- 15g gou qi zi – Fr Lycii
- 10g dang gui – Rdx Angelika sinensis
- 10g da zao – Fr Jujubae
Gemeinsam gekocht mit einem Suppengrün und einem Suppenhuhn ein leckerer Energiespender, nicht nur in der Rekonvaleszenz.
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