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nachgefragt: Brustkrebs aus der Sicht der TCM
DONNA fragt – ExpertInnen antworten
War Brustkrebs bereits im Alten China bekannt?
Dr. Herbert Berkemeier, Facharzt für Anästhesiologie und TCM-Mediziner:
Die alten Chinesen hatten kein primäres Konzept für Krebs, obwohl Krebs und dessen Gefährlichkeit auch damals schon, wenn auch anders diagnostiziert, erkannt wurde. Mit Ru yan wurden Knoten bezeichnet, die wir heute als bösartig bezeichnen würden, unter Ru pi verstand man gutartige knotige Veränderungen.
Das „Vollständige Handbuch der Geschwüre“ aus der Song Dynastie beschreibt Ru yan (Krebsgeschwür) als den Zustand eines extremen Yin-Überhangs, der durch einen starken Mangel an Yang (Erschöpfung des Yang) verursacht wurde. Zhu dan xi, ein berühmter Arzt der Yuan Dynastie, beschreibt bereits detailliert die Behandlung von Knoten in der Brust. Dr. Ma Pei, 1820 – 1903, traf erstmals eine klare Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knoten. Er führt die Entstehung von bösartigen Tumoren auf eine Stagnation der Lebensenergie Qi und eine so genannte Feuerstagnation zurück.“
Welche Ursachen kann Brustkrebs aus Sicht der TCM haben?
Prof. Dr. Gertrude Kubiena, Fachärztin für HNO, TCM-Ärztin und Präsidentin von Med Chin:
Bei entsprechender Prädisposition spielen dann vor allem Emotionen wie Depression, Angst und Grübeln, aber auch unzweckmäßige Ernährung, wie zu viel Fettes, Süßes, zu viele Milchprodukte, sowie ein „träger Lebensstil“ oder umgekehrt ein zu hektischer Lebensstil, also ein „Raubbau“ an sich selbst, eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs. Auch Verletzungen der Brust, die Blutergüsse verursachen, können ein Auslöser sein. Denn aus der Sicht der TCM hemmen all diese Faktoren den stetigen, glatten Fluss der Lebensenergie Qi, welche die Aufgabe hat, Brauchbares in körpereigene Substanz umzuwandeln und Unbrauchbares abzutransportieren. Am Anfang jeder Knotenbildung steht eine örtliche Verlangsamung und letztlich ein völliger Stillstand dieses ständigen Qi-Flusses. Dadurch bleibt „Müll“ liegen – in der Sprache der TCM „Schleim“ oder „gestocktes Blut“, und dies bildet dann die Basis für den Tumor.
Welche Praktiken der TCM kommen als Unterstützung einer konventionellen Brustkrebstherapie in Frage?
Dr. Katrin Bienert, Fachärztin für Allgemeinmedizin und TCM-Ärztin:
Die TCM legt besonders auf die Prävention großen Wert. Wer mit seinen Energieresourcen gut haushält, auf sein Inneres hört, wann genug ist, sich gesund ernährt, ausreichend Bewegung macht und in die Natur geht, mit sich selbst und seinen Emotionen im Reinen ist, der beugt Erkrankungen und so auch Krebs vor. Die TCM hat hier besonders die chinesische Ernährungslehre sowie Qi Gong und Tai Chi als Bewegungsmöglichkeiten anzubieten. Wenn jedoch die Diagnose Brustkrebs gestellt wurde, dann sind zusätzlich Kräuter und Akupunktur wichtig.
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