Aktuelles Wir über uns Hilfe zur Selbsthilfe Informationen rund um das Thema Brustkrebs Service Presseinformationen
 

Therapiemethoden aus dem Reich der Mitte - Die Praktiken der TCM

 

von Dr. Katrin Bienert, Allgemeinmedizinerin und TCM-Ärztin

 

Sobald der Arzt/die Ärztin mittels eingehender Befragung, Zungen- und Pulsdiagnose sowie der schulmedizinischen Befundbesprechung ein klares Bild von der individuellen Krankheitsentwicklung ihrer/seines Patienten/in gewonnen hat, wird entschieden, welche therapeutische Maßnahme zur Korrektur dieser speziellen Störung eingesetzt wird.

 

Den Meridianen des Lebens entlang - Akupunktur

Durch das Stimulieren von speziellen Akupunkturpunkten werden Energiebahnen (Meridiane) frei gemacht, um so den Körper in sein individuelles Gleichgewicht zu bringen. Der Fluss der Körperenergie „Qi“ wird verbessert.

 

Karzinome sind nach der Sichtweise der TCM solche Qi Staus bzw. Stagnationen. Wenn das Qi in den Meridianen nicht einwandfrei fließen kann, dann stockt es. Gründe für den Stau können psychischer und körperlicher Natur sein.

 

Die Akupunktur hilft bei allen akuten und chronischen Schmerzen und Erkrankungen sowie bei allen vegetativen Symptomen, wie Schlafstörungen, Verdauungsproblemen und emotionalen Verstimmungen. So wird sie auch als Ergänzung in der Tumortherapie eingesetzt, um Nebenwirkungen wie Verstopfung, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Wallungen, Haarverlust, Schmerzen, Narbenschmerzen etc. zu lindern.

 

Chinesische Heilkräuter

Die chinesische Arzneimittelkunde kennt über 7.000 - meist pflanzliche - Arzneimittel, von denen etwa 500 ständig verwendet werden. Der Schwerpunkt der chinesischen Phytotherapie liegt auf Mischpräparaten von fünf bis fünfzehn unterschiedlichen Substanzen, die für eine persönliche Mischung von einer auf TCM spezialisierten Apotheke hergestellt werden. Durch die Kombination der einzelnen Präparate werden alle Symptome in nur einer Kräuter-Mischung behandelt.

 

Außer eventuellen Verdauungsschwierigkeiten in den ersten Tagen gibt es keine Nebenwirkungen. Die gute Verträglichkeit geht aber auch mit einem meist langsamen Wirkungseintritt einher.

 

Chinesische Heilkräutermischungen eignen sich daher besonders für chronische Erkrankungen im Bereich der inneren Medizin und so auch der Onkologie. Die Kräuter müssen oft über mehrere Monate genommen werden.

 

Chinesische Ernährungslehre

„Man ist, was man isst“ – entsprechend diesem Prinzip sieht die TCM die Nahrung nicht nur als Auslöser von Krankheiten sondern auch als Mittel, um auf einfache und nebenwirkungsfreie Art und Weise die Entwicklung von chronischen Störungen anzuhalten bzw. Rückfälle zu vermeiden.

 

Die Nahrungsmittel werden nach Organzugehörigkeit, Thermik, Geschmack und Wirkweise eingeteilt. Nahrungsmittel, die bei Tumorerkrankungen eingesetzt werden, sind vorwiegend Yin tonisierend und stärken den Körper, um selbst gegen die Krankheit ankämpfen zu können. Yang tonisierende Nahrungsmittel würden auch den Tumor stärken, deshalb werden sie eher vermieden.

 

Sie können mit dem „richtigen“ Essen Ihren Körper unterstützen. Abhängig vom Typus, der Erkrankung und deren persönlichen Symptomen wird ein individueller Ernährungsplan nach der „Lehre der fünf Elemente“ erstellt.

 

Natürlich entsprechen die Nahrungsmittel unserer Kultur. Man muss also nicht plötzlich chinesisch kochen lernen. Allerdings: Das Essen in einem Chinarestaurant entspricht nicht einem therapeutischen Ernährungsplan.

 

Moxibustion

Durch Verbrennen des Moxa-Krautes, einem Beifußgewächs, wird den Akupunkturpunkten wärmende Energie zugeführt. Durch die Wärme und die Heilkräfte des Beifuß sowie anderer zugesetzter Substanzen in einer Moxazigarre werden der Lymphfluss, die Durchblutung und der entsprechende Akupunkturpunkt aktiviert, wodurch die Selbstheilungskräfte gefördert werden.

 

Schröpfen

Spezielle Gläser werden am Körper durch das Erzeugen von Unterdruck angesaugt. Dies fördert die Durchblutung und somit die Sauerstoffversorgung der Muskulatur, Blockaden können dadurch gelöst werden. Besonders bei Verspannungen, Verquellungen und Schmerzen des Bewegungsapparates wird Schröpfen erfolgreich eingesetzt. Bei akutem Bluthochdruck oder hohem Fieber kann durch das Schröpfen das Gleichgewicht wieder hergestellt und somit eine Erleichterung der Beschwerden erzielt werden.

 

Drücken, schieben, kneten - Tuina

Bei der chinesischen Heilmassage geht es um die Regulation ganzer Körpersysteme. Tuina enthält teilweise traditionelle Massagegriffe (Anmo) wie Drücken, Schieben, Reiben, Kneten aber auch manipulative Manöver (Ba Shen-Techniken) und Repositionsmanöver, die der europäischen manuellen Medizin und Chiropraktik stark ähneln.

 

Die Hauptindikationen für Tuina liegen neben Störungen des Bewegungsapparates vor allem bei vegetativen Erkrankungen und in der Kinderheilkunde. Auch bei Verdauungsstörungen und Unterleibsbeschwerden wird Tuina eingesetzt.

 

Die Autorin:

Dr. Katrin Bienert ist Allgemeinmedizinerin und TCM-Ärztin und Mutter einer 10-Monate alten Tochter. Sie absolvierte ihre Ausbildung zur TCM-Ärztin an der TCM Akademie, der späteren TCM Uni in Wien, div. Kursen bei anderen Akupunktur- und TCM Vereinen in Österreich, mehreren Chinaaufenthalten in Peking, Hongkong, Kanton, Taipeh und einem dreimonatigen Aufenthalt an der Kyung San University for TCM in Los Angeles. Dr. Bienert praktiziert in Mödling bei Wien.

 

tcmed

Friedrich Schiller-Str. 24, 2340 Mödling

Tel 02236/869 499, E-Mail: ordination@tcmed.at, Web: www.tcmed.at

 

>>> Zurück zum Inhaltsverzeichnis der Serie TCM

 

 
   
 

l Aktuelles l Wir über uns l Hilfe zur Selbsthilfe l Information l Service l Presse l