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Brustkrebs – Pläne, Visionen und Aktivitäten
Dr.a Andrea Kdolsky, Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend
Liebe Leserinnen und Leser!
Brustkrebs ist international das häufigste onkologische Problem der frauenspezifischen Gesundheitsversorgung. In Österreich erkranken jährlich 4.700 Frauen an Brustkrebs, 1.600 Frauen sterben davon. Damit ist Brustkrebs die häufigste Todesursache bei Frauen.
Die starke Variation der Häufigkeit bei Frauen zwischen unterschiedlichen Ländern – z.B. ist Brustkrebs in Südeuropa deutlich seltener als in Zentral- und Nordeuropa – lässt darauf schließen, dass Brustkrebs nicht nur durch erbliche Faktoren verursacht wird, sondern Umweltfaktoren und der Lebensstil das Brustkrebsrisiko stark beeinflussen. Wie groß jedoch die Bedeutung der genetischen, der Umwelt- und Lebensstilfaktoren, der sozioökonomischen und kulturellen Schichtzugehörigkeit, des Reproduktionsverhaltens, der Ernährung und der körperlichen Bewegung sind, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Körperliche Aktivität und Ernährung sind die stärksten modulierenden Faktoren in der Brustkrebsentstehung, die sowohl protektiv als auch risikoerhöhend wirken können.
Angesichts der zu Beginn erwähnten Erkrankungs- und Sterblichkeitszahlen, ist es mir als Gesundheitsministerin ein wichtiges Anliegen, in den kommenden Jahren in Österreich ein flächendeckendes Mammographie-Screening-Programm nach einheitlichen Qualitätskriterien zu implementieren. Die Früherkennung von Brustkrebs soll damit signifikant verbessert werden. Wir wissen, dass gerade beim Brustkrebs die Heilungschancen umso besser sind, je früher die Erkrankung entdeckt wird. Das flächendeckende Screening-Programm soll die Heilungschancen um bis zu 90% verbessern und die Sterblichkeitsrate bis zu 30% senken.
Im Auftrag des Gesundheitsministeriums hat das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen daher ein Konzept für Pilotprojekte ausgearbeitet, die im Burgenland, Vorarlberg, Wien und Salzburg im Zeitraum 2006 bis 2008 durchgeführt werden. Das Konzept sieht eine Einladung aller Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zum Mammographie-Screening im Abstand von jeweils 2 Jahren vor. Hinsichtlich Alter und sozialem Status soll insbesondere jene Frauen angesprochen werden, die derzeit keine regelmäßige Mammographie durchführen lassen. Neben diesem speziellen Einladungssystem zeichnen sich diese Programme auch durch eine Doppelbefundung auf höchstem Qualitätsniveau durch zwei Spezialisten bzw. die Abklärung in interdisziplinären Teams aus.
Die Diagnose Brustkrebs ist für jede betroffene Frau ein schwerer Schlag und bedeutet eine massive Krisensituation. In dieser Lage brauchen Frauen die bestmögliche Beratung, Unterstützung sowie die Garantie, dass die besten Mammographiegeräte zum Einsatz kommen. Die kontinuierliche technische Qualitätssicherung der Geräte ist dabei unerlässlich. Für betroffene Frauen ist sowohl eine qualitätsgesicherte Nachsorge als auch die lückenlose Betreuung durch bestens geschulte, am Screening beteiligte MitarbeiterInnen von großer Bedeutung.
Finanzielle Unterstützung für diese Screening-Pilotprojekte gibt es seitens der Bundesgesundheitskommission, die für den Zeitraum 2005 bis 2008 insgesamt 4,1 Mio. Euro für neue Initiativen der Brustkrebs-Früherkennung zur Verfügung gestellt hat.
Mit dem Ziel der bundesweiten Einführung der Brustkrebs-Reihenuntersuchung liegt Österreich auch ganz im europäischen Trend: Die EU-Kommission und das EU-Parlament haben nämlich alle Mitgliedsstaaten zur Implementierung der EU-Screening-Leitlinien bis zum Jahr 2008 aufgerufen.
Als Gesundheitsministerin und als Frau ist es mein Wunsch und meine Vision, in Zukunft möglichst vielen Frauen sowie deren Familien und Angehörigen das Leid und die Schmerzen, die durch ein zu spät erkanntes Brustkarzinom verursacht werden, zu ersparen.
Ihre
Dr.a Andrea Kdolsky
Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend
Kontakt:
Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend
Radetzkystraße 2
1030 Wien
Tel. +43-1/711 00-0
Fax +43-1/711 00-14300
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