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Vernetzung über den Dächern von Wien: Das Europa Donna Launch-Event

 

Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, Krebshilfepräsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, zahlreiche hochrangige VertreterInnen der mit der Thematik Brustkrebs befassten Ärzteschaft, von PatientInnenorganisationen und Health Care-Institutionen waren am 20. Juni 2006 der Einladung von Europa Donna Österreich zum Launch-Event gefolgt. Hoch über den Dächern von Wien, im 20. Stock des Ringturms der Wiener Städtischen Versicherung, informierte man und frau sich über die Aktivitäten von Europa Donna.

 

Es war der Abend der Ankunft von Präsident Bush in Wien, tropisch heiß und ein Verkehrschaos schien vorprogrammiert. Um so größer war die Freude von Europa Donna Österreich-Präsidentin Sylvia Eisenburger-Kunz, dass der Saal mit dem herrlichen Blick über Wien dennoch bis auf den letzten Platz besetzt war. Rosa Drinks und viel Mineralwasser verschafften den illustren Gästen Abkühlung. Der Abend stand ganz unter dem Europa Donna Österreich-Motto „Gemeinsam sind wir stark“.

 

Wiener Städtische-Krankenversicherungschef Mag. Hermann Fried begrüßte die Anwesenden: "Europa Donna spiegelt ein Frauenbild wider, das dem Kundinnenbild der Wiener Städtischen entspricht: selbstbestimmt, selbstbewusst und umfassend informiert - wir unterstützen gerne diese notwendige und sinnvolle Initiative." Die Wiener Städtische hat mit dem Feature "Second Opinion" in ihrem neuen Produkt "TOP MED Privatpatient" schon jetzt einer der Forderungen von Europa Donna Rechnung getragen: nämlich der Möglichkeit, vor notwendigen Operationen eine fachärztliche Zweitmeinung kostenlos einholen zu können.

 

„Europa Donna versteht sich als Plattform, die die Vernetzung aller mit dem Thema Brustkrebs Beschäftigten vorantreiben möchte“, so ED Österreich-Präsidentin Sylvia Eisenburger-Kunz. „Wir sind eine Organisation von Frauen für Frauen, die Frauen durch breite und aktuelle Informationsvermittlung vor zu später Brustkrebserkennung, vor falscher Diagnose und falscher Behandlung schützen will.“

 

Drei Säulen als Basis

Ingrid Schnabl, Koordinatorin des „Netzwerk Brustkrebs“ stellte die drei Säulen von Europa Donna Österreich vor: „Ziel ist es, ein Netzwerk aufzubauen, durch aktive Kommunikation zur Information aller am Thema Interessierten und zur Bewusstmachung der Problematik Brustkrebs beizutragen.“ So soll das „Netzwerk Brustkrebs“ den Austausch von Selbsthilfegruppen und anderen mit dem Thema Mammakarzinom befassten Foren und Initiativen forcieren und den Dialog unter den verschiedenen Gruppierungen unterstützen. Die Homepage „www.europadonna.atführt diesen Gedanken im Internet weiter. Die dritte Säule ist DONNA, Österreichs erste Zeitschrift für Brustkrebspatientinnen, und erscheint viermal jährlich.

 

Gratis-Homepage für Selbsthilfegruppen

www.europadonna.at bietet auf seiner Homepage ein Service für Brustkrebs-Selbsthilfegruppen, die keine eigene Homepage haben.Harald Schenk, Chefredakteur der Europa Donna Homepage: „Eine eigene Homepage zu gestalten und im Web verfügbar zu machen, erfordert entweder eine ganze Menge Know-how oder die oft kostenintensive Hilfe von Profis. Im Web präsent zu sein ist aber von entscheidender Bedeutung, wenn beispielsweise andere Betroffene Rat suchen. Denn dann ist häufig die Recherche im Internet nach Selbsthilfegruppen in der Region, in der frau lebt, einer der ersten Schritte. Daher bieten wir in der Rubrik ‚Hilfe zur Selbsthilfe’ Brustkrebs-Selbsthilfegruppen die Möglichkeit, ihre Initiative kostenlos zu präsentieren.“

 

Second Opinion – Von der Wichtigkeit, die richtigen Fragen zu stellen

Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe, beleuchtete in seinem Referat verschiedene Aspekte, die beim Einholen einer medizinischen Zweitmeinung zu bedenken sind. Die Frage, ob das Einholen einer Second Opinion nicht unter Umständen wertvolle Lebenszeit kosten würde, beantwortete er dahingehend: „Wichtige Entscheidungen oder gar Operationen brauchen immer eine optimale Vorbereitungszeit. Ausgenommen sind natürlich akute lebensbedrohliche Vorfälle, die diese Zeit nicht zulassen. Krebsoperationen fallen keinesfalls in diese Kategorie. Es gibt keine Krebserkrankung, bei der es innerhalb von wenigen Tagen oder wenigen Wochen zu einer bedeutenden Verschlechterung der Prognose kommen kann.“ Untersuchungen zeigen sogar, dass eine besonders rasche operative Behandlung allzu oft auf Kosten der geforderten Qualität geht und daher sogar zu schlechteren Heilungsergebnissen führen kann. Sevelda: „ÄrztInnen, die unter dem Hinweis auf eine potenzielle Bösartigkeit ein operatives Verfahren so rasch als möglich empfehlen und selbst durchführen, verhindern damit das Einholen einer Zweitmeinung, oft auch eine optimale Vorbereitung und können damit für die Person mehr Nachteile bewirken als Vorteile. Es ist immer Zeit für das Einholen einer Zweitmeinung!“

 

Europa Donna plant demnächst, einen Leitfaden zum Thema Second Opinion zu erstellen. Der erste Europa Donna Leitfaden zum Thema Mammografie ist seit Mai 06 online.

 

Europaweite Vernetzung von Frauen- und Brustkrebsgesundheit

Bundesministerin Maria Rauch-Kallat betonte in ihrem Referat die Wichtigkeit einer europaweiten Vernetzung zum Thema Frauengesundheit und berichtete von den diesbezüglichen Fortschritten, die im Rahmen der EU-Präsidentschaft Österreichs und im Rahmen von Mamma-Screening-Projekten mit einer Förderung von 2,5 Mio EUR (2006-2008) erzielt werden konnten. Sie gratulierte Europa Donna Österreich zu den realisierten Projekten und hob besonders die Bedeutung der Brustkrebszeitschrift DONNA hervor.

 

Nicole Zernik, Vizepräsidentin von Europa Donna international, war aus Frankreich angereist und referierte über die Idee von Europa Donna und die Wichtigkeit von PatientInnenorganisationen im Allgemeinen. EU-Parlamentarierin Karin Jöns, Präsidentin von Europa Donna Deutschland, forderte die Umsetzung und Realisierung bereits bestehender europaweiter Richtlinien zur Brustgesundheit, wobei ihr die Schaffung von zertifizierten Brustzentren besonders am Herzen liegt.

 

„Gemeinsam sind wir stark!

Stellvertretend für das Europa Donna Österreich-Team bedankte sich DONNA Chefredakteurin Barbara Urban bei den Sponsoren Roche Austria, Österreichische Lotterien und Wiener Städtische Versicherung. „Ohne Ihre Unterstützung wäre uns ein kontinuierliches und professionelles Arbeiten nicht möglich!“

 

Bei italienischem Buffet und regem Ideenaustausch wurden unter anderem „gesichtet“: Ö1 „Alt-Radiodoktor“ Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Enenkel, Apothekerkammer Vizepräsidentin Dr. Christiane Körner, Psychiaterin und Gender-Medicin-Expertin Univ.-Prof. Dr. Karin Gutièrrez-Lobos, AKH-Gynäkologe Univ.-Prof. Dr. Ernst Kubista, Leiter des Hanusch-Krankenhaus-Brustzentrums Univ.-Prof. Prim. Dr. Michael Stierer und Mag. Charlotte Raabe, Human Relations Director Estèe Lauder Österreich. [Eine Fotoreportage über das Europa Donna Launch Event finden Sie hier.]

 

 

Vorträge zum Download

„Die Idee von Europa Donna: Warum PatientInnenorganisationen so wichtig sind”, Nicole Zernik, Vice President Europa Donna International

[ Vortrag als PDF zum Download ]

 

„Gemeinsam statt einsam - die drei Säulen von Europa Donna Österreich“

- Netzwerk Brustkrebs

- vernetzt und verlinkt – www.europadonna.at

- DONNA - Österreichs erste Zeitschrift für Brustkrebspatientinnen

  und Angehörige

Ingrid Schnabl, Koordinatorin "Netzwerk Brustkrebs"

[ Vortrag als PDF zum Download ]

 

„Second Opinion – Von der Wichtigkeit, die richtigen Fragen zu stellen", Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe

[ Vortrag als PDF zum Download ]

 

 

 
   
 

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