Risikofaktoren für Brustkrebs

An der Entstehung von Brustkrebs dürfte eine Vielzahl von Faktoren beteiligt sein, ihre genaue Bedeutung und ihr Zusammenwirken sind jedoch nicht ganz geklärt. Somit ist eine sichere Bestimmung des individuellen Krankheitsrisikos nicht möglich. Bestimmte Risikofaktoren können nicht persönlich beeinflusst werden. Andere Risikofaktoren entstehen aus den Lebensgewohnheiten und gelten als vermeidbar.

Für folgende Faktoren gibt es laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums wissenschaftlich die stärksten Anhaltspunkte: Lebensalter, hormonelle Situation, Lebensstil und eventuell vererbte Risikogene.

Alter

Das Brustkrebsrisiko ist nicht in jedem Alter gleich hoch. Die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter, bis das Risiko mit Mitte 60 am höchsten ist. Danach sinkt das Brustkrebsrisiko statistisch wieder leicht ab. Im Durchschnitt sind Frauen bei der Diagnose von Brustkrebs 63 Jahre alt.

Familiäre Vorbelastung

Ungefähr fünf bis zehn von hundert Patientinnen mit Brustkrebs weisen ein vererbtes Risiko auf. Besteht bei einer Frau beispielsweise ein Brustkrebsfall bei Verwandten ersten Grades (Mutter, Schwester), steigt ihr persönliches Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, deutlich an. In diesem Zusammenhang wurden bisher vor allem die „Brustkrebsgene“ BRCA 1 und BRCA 2 identifiziert. Mutationen (Veränderungen) dieser Gene bedeuten für betroffene Frauen ein deutlich höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Zusätzlich besteht auch ein höheres Risiko für Eierstockkrebs.

Hormone

Bestimmte Tumorzellen können auf Hormone reagieren. Der Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone wirkt sich auf die Entstehung von Brustkrebs aus. Von der ersten Regelblutung (Menarche) bis zur Menopause lebt jede Frau mit einem Wechsel der Spiegel von Östrogenen und Gestagenen. Eine frühe Menarche und eine späte Menopause erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs.

Der Hormonspiegel kann nur teilweise beeinflusst werden, z.B. über ein möglichst normales Körpergewicht oder über die Entscheidung, Kinder zu stillen.

Schwangerschaften und Stillperioden senken das Brustkrebsrisiko. Während dieser Zeit ist das zyklische Auf und Ab der Hormone unterbrochen.

Eine längere Einnahme der „Anti-Baby-Pille“ kann das Brustkrebsrisiko geringfügig erhöhen. Allerdings senkt diese hormonelle Verhütung das Risiko anderer Krebsarten.

Eine Hormonersatztherapie (z.B. gegen Wechseljahresbeschwerden) über eine längere Zeit ist  mit einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden. Auch Phytohormone gelten in Fachkreisen als umstritten. Die Datenlage zur Verabreichung von Hormonen im Rahmen einer Kinderwunsch-Behandlung ist derzeit noch nicht gänzlich geklärt.

Lebensgewohnheiten

Manche Risikofaktoren sind in alltäglichen Lebensgewohnheiten begründet und können über den Lebensstil dementsprechend beeinflusst werden. In einem umfangreichen Report des World Cancer Research Fund (WCRF) und des American Institute for Cancer Research (AICR) über die Prävention von Krebs wurden rund 7.000 Studien ausgewertet und anschließend durch einen Expertenausschuss bewertet. Demnach bestehen starke wissenschaftliche Anhaltspunkte dafür, dass Übergewicht nach der Menopause und Alkoholkonsum das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Hingegen senkt regelmäßige Bewegung das Brustkrebsrisiko.

Bestrahlung des Oberkörpers 

Frauen, die aufgrund einer Vorerkrankung mit einer Bestrahlung im Brustbereich behandelt wurden, z.B. bei einer Lymphom-Behandlung, haben ein leicht erhöhtes Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken.

Bestimmung des Brustkrebsrisikos

Die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, ist statistisch gesehen größer, wenn mehrere Risikofaktoren gegeben sind. Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann durch die familiäre Vorbelastung und andere Risikofaktoren das persönliche Brustkrebsrisiko abschätzen. Eine sichere Bestimmung des individuellen Erkrankungsrisikos ist jedoch nicht möglich. Aufgrund eines erhöhten Risikos kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt ein engmaschiges Untersuchungsprogramm zur Früherkennung empfehlen.

Empfehlungen zur persönlichen Brustkrebsvorsorge

Einen sicheren Schutz vor Brustkrebs gibt es nicht, Sie können aber mit Ihrem Lebensstil in vielen Fällen dazu beitragen, Ihr Brustkrebsrisiko zu senken. Expertinnen und Experten geben folgende Empfehlungen zur Vorbeugung von Brustkrebs:

  • Übergewicht vermeiden: Es wird empfohlen, innerhalb des normalen Körpergewichts zu bleiben und eine Gewichtszunahme zu vermeiden, insbesondere in den Wechseljahren.
  • Möglichst wenig Alkohol konsumieren: Wissenschaftliche Studien zeigen u.a. für Tumoren der weiblichen Brust eine Erhöhung des Krebsrisikos durch Alkohol. Was das Risiko für Brustkrebs betrifft, so gibt es keinen Grenzwert, unter dem Alkohol unbedenklich wäre. Es wird empfohlen, weitgehend auf Alkohol zu verzichten bzw. Alkoholkonsum zu vermeiden.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung, vor allem nach den Wechseljahren, senkt das Brustkrebsrisiko. Durch mindestens 30 Minuten tägliche moderate körperliche Aktivität wird neben dem Brustkrebsrisiko auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Diabetes Typ 2 und Darmkrebs reduziert.
  • Stillen: Wenn Sie ein Kind bekommen, stillen Sie es nach Möglichkeit. Schwangerschaften und Stillperioden senken durch den veränderten Hormoneinfluss das Brustkrebsrisiko.
  • Hormonersatztherapie nur nach intensiver Nutzen-Risiko-Abwägung: Verzichten Sie, wenn möglich auf eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren bzw. nehmen Sie Hormonpräparate gegen klimakterische Beschwerden nur so lange wie unbedingt nötig ein. Auch Präparate und Nahrungsergänzungsmittel mit Phytoöstrogenen werden nicht empfohlen.

Verschiedene Angebote der Gesundheitsvorsorge (z.B. Ernährungsberatung, Programme für Übergewichtige oder Raucherberatung) werden von der Sozialversicherung oder den Gesundheitseinrichtungen der Bundesländer angeboten

Selbstabtastung

Wenn Sie regelmäßig Ihre Brust abtasten, können Sie selbst viel zur Früherkennung von Brustkrebs beitragen. Achten Sie dabei unter anderem darauf, ob sich die Größe einer Brust verändert hat, die „Knotigkeit“ der Brust an einer Stelle zunimmt oder eine schmerzhafte Stelle zu ertasten ist. Jede diese Veränderungen oder Auffälligkeiten sollten Sie Ihrem Frauenarzt zeigen.

Die regelmäßige Brustuntersuchung zuhause ist eine gute Methode, mit der sich Knoten in der Brust ertasten und auch andere potenzielle Hinweise auf einen Tumor erkennen lassen. Tatsächlich entdecken viele Brustkrebs-Patientinnen den bösartigen Tumor auf diese Weise selbst – zum Glück: Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen!

Jede Frau sollte regelmäßig ihre Brust abtasten, am besten einmal im Monat. Der optimale Zeitpunkt bei Frauen vor den Wechseljahren ist eine Woche nach Beginn der Regelblutung. Die Brust ist dann besonders weich. Gegen Zyklusende schwillt der Busen dagegen unter dem Einfluss der Hormone oft an. Dann fühlt sich das Drüsengewebe härter oder sogar knotig an. Tumorbedingte Veränderungen wie Knoten oder Verhärtungen lassen sich dann nicht so gut erkennen.

Frauen nach den Wechseljahren sollten einen fixen Tag im Monat wählen (etwa den Monatsersten) und am besten im Kalender eintragen. So können sie vermeiden, dass sie das Brust-Abtasten vergessen.

Das Früherkennungsprogramm

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Österreich erkranken jedes Jahr rund 5.000 Frauen. Daher wurde 2014 das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm „früh erkennen“ gestartet. Dieses Screening-Programm ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, den Bundesländern und der Österreichischen Ärztekammer.

Die beiden wichtigsten Ziele des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms sind

  • langfristig die Brustkrebs-Sterblichkeit in Österreich zu senken und
  • die hohe Qualität der Mammografie laufend zu sichern.

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm achtet darauf, dass Sie sich auf die hohe Qualität der Mammografie verlassen können.Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm wird von der Sozialversicherung finanziert. Für die Umsetzung des Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist die Koordinierungsstelle verantwortlich und wird dabei von Regionalstellen in allen Bundesländern unterstützt.

Auszüge aus (https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/krebs/brustkrebs/praevention)