Pathomechanismus

Der pathogenetische Mechanismus des Hand-Fuß-Syndroms ist weitestgehend unbekannt und wird zum Teil kontrovers diskutiert. Es hängt unter anderem von der Substanz und der Expositionsdauer ab. Diese Exposition scheint zu einem spezifischen Antwortmuster zu führen, wahrscheinlich durch Verletzungen den kleinsten Gefäße an Handflächen und Fußsohlen bedingt. Es wird angenommen, dass es sowohl durch direkte, als auch indirekte toxische Effekte der Zytostatika ausgelöst wird, dass Handinnenflächen und Fußsohlen, und andere Körperregionen, die wiederholter Reibungskraft und Traumen ausgesetzt sind aufgrund ihres reichen kapillaren Netzes und dem daraus resultierendem erhöhtem Blutstrom höhere Konzentrationen von chemotherapeutischen Substanzen erreichen. Diese kleinen Kapillaren können schon bei normalen Alltagsaktivitäten verletzt werden und ermöglichen so den Austritt toxischer Substanzen in die umliegenden Gewebe. Zurzeit gibt es noch keine genauen, validierten Aussagen darüber, welche die Risikofaktoren für eine Entstehung des Hand-Fuß-Syndroms sind. Weder Tumortyp noch ein erhöhter Body-mass-Index können als unabhängige Risikofaktoren genannt werden (Gordinier ME et al., 2006).

Das Hand-Fuß-Syndrom kann die Lebensqualität derer, die darunter leiden sehr einschränken. Ihr Leben hat durch die Diagnose Krebs bereits zum sozialen Rückzug geführt. Durch die Hautveränderungen kann sich diese Isolation noch verschlimmern. Grund dafür sind die Schmerzen, die sie daran hindern am alltäglichen Leben teilzunehmen, aber auch die Scham für die äußere Beschaffenheit der Haut, die diese Läsionen oft mit sich bringen. Neben den Schmerzen sind es auch Funktionseinschränkungen, die die PatientInnen belasten. Das Öffnen einer Flasche kann zum Beispiel schon zu einer großen Herausforderung werden und jeder Schritt schmerzt, weil an den Fußsohlen offene Stellen sind. Man kann sich vorstellen, dass diese Einschränkungen Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, in ihrem Alltagsleben beeinflussen, auch im Umgang mit ihren Kindern. Schon das Kochen des Mittagessens oder der Besuch des Spielplatzes stellen die betroffene Mutter vor Schwierigkeiten.