September

Warum Familie und Freunde kein Risiko fürchten müssen

Krebs sei ansteckend – dieses alte Vorurteil hält sich hartnäckig. Gewandelt hat sich höchstens die Form, in der sich diese falsche Annahme weiter verbreitet. Dazu beigetragen hat die Diskussion um Viren als Krebsauslöser: Sie hat die Scheu vieler Menschen vor engem Kontakt mit Patienten wieder verstärkt. Dies zeigen Anfragen an den Krebsinformationsdienst. Für Patienten kann es sehr belastend sein, wenn Bekannte oder gar Familienangehörige auf Distanz gehen, aus Angst vor einer Infektion. Krebs selbst ist jedoch nicht übertragbar, bei einem Patienten kann man sich nicht anstecken. Tumorfördernde Viren spielen nur bei wenigen Krebsformen eine Rolle. Die meisten Menschen kommen mit diesen Krankheitserregern in Kontakt, ohne langfristig Schaden zu nehmen. Selbst bei Bluttransfusionen oder Organspenden ist das Risiko klein, dass Tumorzellen mit übertragen werden, und extrem gering ist die Gefahr, dass die Empfänger dadurch an Krebs erkranken.

Ist der Kontakt mit Krebspatienten für andere Menschen ein Risiko?

Krebs gehört nicht zu den Infektionskrankheiten. Tumorzellen verhalten sich nicht wie Krankheitserreger: Sie haben keine "Strategien" entwickelt, mit der sie sich wie Viren oder Bakterien gezielt in einem fremden Körper einnisten könnten, sie sind nicht infektiös.

Deshalb brauchen gesunde Menschen auch keine Angst vor dem Umgang mit Krebspatienten zu haben. Normalerweise werden Krebszellen vom Körper nicht ausgeschieden, und wenn, dann sind sie meist schon abgestorben oder bleiben an der Luft nicht lebensfähig.

Sollten wirklich einmal lebende Krebszellen eines Patienten auf die Haut, in den Mund oder den Blutkreislauf eines gesunden Menschen gelangen? Dann ist die Gefahr der Erkrankung trotzdem extrem gering: Das Immunsystem ist darauf spezialisiert, fremde Zellen zu erkennen und zu vernichten. Daher sind selbst intime und sexuelle Kontakte normalerweise kein Risiko.

Dies gilt auch für die vergleichsweise wenigen Tumorarten, an deren Entstehung Viren oder andere Krankheitserreger beteiligt sind. Gesichert ist zum Beispiel die Rolle von Viren bei Leberkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Eine Rolle spielen Viren auch bei manchen Krebserkrankungen in Mund und Rachen sowie im Genitalbereich. Übertragbar ist jedoch allenfalls der Erreger, nicht die Krebserkrankung selbst. Man weiß heute auch: Falls der Kontakt mit den Erregern überhaupt zu einer Ansteckung führt, bleibt bei den meisten Menschen eine Infektion folgenlos. Erst wenn weitere Risikofaktoren einwirken, kann es zur Tumorbildung kommen. Dieser Prozess dauert zudem meist Jahre oder Jahrzehnte.

Bei den in Deutschland häufigsten Krebserkrankungen, also Lungenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs und Darmkrebs, spielen Krankheitserreger nach bisherigem Kenntnisstand zudem gar keine Rolle.

Kann ich mir über Handtücher oder die Toilette etwas holen?

Der Körper eines Patienten scheidet normalerweise keine lebenden Krebszellen aus. Mit Krebs kann man sich also beispielsweise nicht an der Wäsche, an Decken oder Handtüchern eines Patienten anstecken, und auch nicht beim Reinigen einer Toilette, die ein Patient benutzt hat.

Das gilt auch dann, falls man gerade eine Verletzung oder Hautreizung hat, und die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigt ist. Selbst wenn die Zellen des Patienten in den Körper gelangen würden: Das Immunsystem gesunder Menschen erkennt sie als fremd und tötet sie ab.

Kann ich mich an einer offenen Krebswunde anstecken?

Der Kontakt mit Körperflüssigkeiten und offenen Wunden bei der Pflege von Krebspatienten ist nach übereinstimmender Aussage von Experten nicht gefährlich. Krebszellen können außerhalb des Körpers normalerweise nicht überleben. Beim Wechseln eines Verbandes oder beim versehentlichen Berühren sind pflegende Angehörige oder Fachkräfte daher in der Regel nicht gefährdet.

In Körperflüssigkeiten treten Tumorzellen normalerweise ebenfalls nicht über. Ausnahme sind einige Krebsformen, bei denen tatsächlich das Ausscheidungsorgan selbst betroffen ist. Ein Beispiel: Eine Brustkrebserkrankung wird nicht dazu führen, dass lebende Krebszellen etwa im Urin oder im Speichel zu finden sind. Blasenkrebszellen lassen sich aber tatsächlich auch im Harn nachweisen. Dass sich ein Gesunder bei der Versorgung eines Krebskranken über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten mit Krebs angesteckt hätte, ist in der wissenschaftlichen Literatur aber nicht belegt.

Um überhaupt zum Risiko für andere Menschen zu werden, müssten diese Tumorzellen erst unbeschadet in deren Körper gelangen: zum Beispiel über eine Verletzung. Als weitere Voraussetzung müsste das Immunsystem dieser Menschen versagen und die Tumorzellen nicht als "fremd" erkennen. Hygiene bei der Versorgung Krebskranker bleibt trotzdem wichtig.

Sind Bluttransfusionen ein Risiko?

Die Wächterfunktion des Immunsystems reicht selbst dann aus, wenn bei einer Bluttransfusion Blut von einem an Krebs erkrankten Menschen auf einen Gesunden übertragen würde. Nach Einschätzung von Experten gab es bis heute aber keinen eindeutig nachgewiesenen Fall von Krebsübertragung durch eine Blutspende. Die Blutspendedienste in Deutschland wie in vielen anderen Ländern lassen normalerweise ehemalige Tumorpatienten gar nicht erst als Spender zu, aus grundsätzlichen Überlegungen heraus. Eine Richtlinie der Bundesärztekammer regelt weitere Einzelheiten. Was passiert, wenn ein Blutspender noch nichts von seiner Erkrankung weiß? Aufschluss gibt eine Studie: Nachverfolgt wurde über 20 Jahre das Schicksal von Empfängern, die Blut von noch nicht diagnostizierten Krebspatienten erhalten hatten. Das Krebsrisiko auch dieser Menschen war nicht höher als normalerweise.

Kann mich mein Haustier mit Krebs anstecken?

Auch Tiere können Krebs bekommen. Im Allgemeinen sieht man es Haustieren meist erst recht spät an, wenn sie erkrankt sind - oft ist die Erkrankung dann schon weit entwickelt. Manche Tierhalter sind dann verunsichert: Was, wenn das Tier beißt oder kratzt? Können Krebszellen von Tieren auch Menschen schaden?
Tatsächlich gibt es bei Hunden eine ansteckende Form von Krebs. Es handelt sich um das in Europa selten vorkommende sogenannte Sticker-Sarkom, ein Tumor, der vom Binde- oder Stützgewebe wie Knochen, Muskeln oder Sehnen ausgeht. Bisher existiert aber keine Beschreibung in der Literatur, die von einer Krebsübertragung zwischen Tier und Mensch berichtet.
Selbst wenn ein erkranktes Haustier in engem Kontakt mit Menschen zusammenlebt, geht davon keine Gefahr aus. Auch hier gilt: Tumorzellen können nicht wie Viren oder andere Krankheitserreger "überspringen". Gelangen Krebszellen zum Beispiel über eine Bissverletzung in den menschlichen Blutkreislauf, so stufen Experten dies als unbedenklich ein. Das menschliche Immunsystem erkennt tierische Zellen als fremd und tötet sie ab.

Wenn man an sich selbst Krebsangst beobachtet

Was tun, wenn man an sich selbst Scheu oder gar Abneigungen gegen Krebspatienten beobachtet? Die Angst vor Krebs wie auch vor anderen schweren Erkrankungen ist bis zu einem gewissen Grad normal – das Leid anderer ist immer ein Hinweis darauf, dass auch das eigene Leben von Krankheit und Tod bedroht ist.
Nimmt die Angst vor Kontakt jedoch überhand, belastet sie die Beziehung in der Familie oder die Freundschaft, sollte man sich Unterstützung suchen. Ansprechpartner kann der Hausarzt sein. Viele Beratungsangebote für Krebspatienten sind zumindest auch für Familienangehörige zugänglich.
(Auszüge aus: www.krebsinformationsdienst.de)

Palliativmedizin befasst sich mit den medizinischen Komponenten der Betreuung schwerkranker Patienten, die auf Grund der Inkurabilität (Unheilbarkeit) ihrer Erkrankung und deren Progression (fortschreitende Entwicklung) eine stark begrenzte Lebenserwartung aufweisen.

Cicely Saunders

Die Palliativmedizin geht auf Bemühungen von Cicely Saunders in den 1960 Jahren zurück, für Patienten mit Krebserkrankungen, die aus einer gegen den Tumor gerichteten Therapie keinen Vorteil mehr ziehen können, eine entsprechende Versorgung zu gewährleisten. Diese umfasst nicht nur rein medizinische Aufgaben, wie etwa die Behandlung von Schmerzen, Übelkeit, Abgeschlagenheit und Ähnlichem, sondern auch die Betreuung in pflegerischen, sozialen, psychologischen und spirituellen Belangen. Der eigentliche Begriff für diese Hilfestellung in der englischsprachigen Definition der WHO ist Palliative Care, also Palliativ-Betreuung.
Der Begriff Palliativmedizin betrifft eigentlich nur die medizinische Komponente der Palliative Care, auch wenn er häufig als Synonym für diese verwendet wird.
Tatsächlich hat die medizinische Komponente der Betreuung von Palliativpatienten einen großen Stellenwert, sowohl in der praktisch-klinischen Betreuung als auch in Forschung und Lehre.

Palliative Care

Dass sich Palliative Care mit der Behandlung der physischen, psychosozialen und spirituellen Beschwerden schwerkranker Menschen befasst, ist in der Definition der WHO festgelegt. Unklar war bisher, zu welchem Zeitpunkt im Krankheitsverlauf diese Betreuung einsetzen soll. Neue Studien mit Krebspatienten geben nun eine eindeutige Antwort darauf.

Psychosoziale Begleitung

Es ist allgemein akzeptiert, dass Palliativmedizin eine Betreuung für die letzte Lebensphase und nicht nur in der letzten Lebensphase ist. Palliative Care beginnt schon bei der Mitteilung der Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung und die Kommunikation mit Patienten stellt die wichtigste Säule der Palliativbetreuung dar. Innerhalb der Palliativbetreuung hat die psychosoziale und spirituelle Begleitung der Patienten eine mindestens ebenso große Bedeutung wie die medizinische Symptomenkontrolle.

Ziele Psychisozialer Begleitung

Viele Menschen definieren sich durch ihre Leistungen; im Laufe der Erkrankung gehen aber viele Fähigkeiten verloren und die Hilfsbedürftigkeit nimmt zu. Dadurch fühlen sich die Menschen oft als Belastung für ihre Umwelt und zunehmend wertlos. Hier gilt es in Gesprächen darauf hinzuführen, dass Patienten auch in ihrer Schwäche wichtig und wertvoll sind. Ziel von psychosozialer Betreuung ist es, den Menschen in seinen vielfältigen Dimensionen wahrzunehmen und ihm behutsam und in Achtung seines schweren Leidens seine sozialen, psychischen und spirituellen Ressourcen bewusst zu machen. Die Aufmerksamkeit geht hin zu den gesunden Anteilen des kranken Menschen, auf die er sich sein Leben lang gestützt hat, aber auch zu möglichen neuen Kraftquellen in der veränderten Situation der Krankheit.
Hilfreich ist dabei der Blick in die Lebensgeschichte der Patientin oder des Patienten, auf erfolgreich bewältigte Krisen und auf lebensgeschichtliche Höhepunkte, um ihm den Zugang zu seinen ganz persönlichen Bewältigungsmechanismen und den gelungenen Momenten seines Lebens offen zu halten. Im Neuerzählen der Lebensgeschichte bekommt auch Unerledigtes, Unbewältigtes, alte Kränkungen und Schuldgefühle ausreichend Raum und kann gerade dadurch dem Reflektierenden seine Stärken und den ganz individuell geglückten Lebensbereichen (als Leitfrage zB: Was ist in meinem Leben richtig und in Ordnung?") Platz machen.

Ziel ist es, durch die Erhebung der speziellen Ressourcen und durch die Formulierung des ganz persönlichen Lebenssinns, durch ein Stück Versöhnung mit dem eigenen Lebensweg das subjektive Wohlbefinden, die Zufriedenheit und die Entspannung der Patientin, des Patienten zu erhöhen und so zu seiner Lebensqualität entscheidend beizutragen.

Spirituelle Begleitung

Wenn jedoch die Zeit lang wird und der Körper schwach, wenn der Schlaf nicht kommen mag und die Einsamkeit spürbar wird, dann tauchen andere Fragen auf. Erinnerungen werden wach an längst vergangene Zeiten mit vielen Höhen und Tiefen, die momentane Situation wird bewusster, wie wird, wie kann es weitergehen.

Nicht selten fällt dabei auch dem eigenen Glauben nach dem Sinn des Lebens und damit verbunden auch der Religion ein besonderer Stellenwert zu: Hatte das Leben einen Sinn und besteht dieser überhaupt noch, trägt die Gottesbeziehung oder scheint Gott ferner denn je, kann das Gebet Kraft schenken oder fehlt sogar die Kraft für das Gebet?

Oftmals tut es gut, in solchen Situationen jemanden neben sich zu wissen, der einfach nur da ist, der zuhört, die Hand hält.
Spirituelle Begleitung ist Seelsorge im eigentlichen Sinn und ist eine zentrale Aufgabe von Palliative Care. Sie ist als Unterstützung und Stärkung der persönlichen Ressourcen von Patienten und deren Angehörigen gedacht.


(https://www.palliativ.at/)

Karin Gussmack und Karin Thalhammer haben sich eines Themas angenommen, das für chronisch Kranke immer wichtiger wird. Gerade wenn es um Wiedereingliederung in den Beruf geht, gibt es immer wieder Mobbing durch KollegInnen, die kein Verständnis zeigen für Beeinträchtigungen, die man nicht sehen kann.

Ziel des Projektes ist es, dass chronisch kranke Menschen endlich ernster genommen werden, auch wenn man ihnen ihr(e) Erkrankung(en) nicht ansieht.

Karin Gussmack:

"Für das neue Projekt „Zu schön, um krank zu sein“, möchten wir Fotos von chronisch kranken Menschen machen, bei welchen man die Krankheit mit freiem Auge nicht erkennen kann. Personen denen Sätze wie: „Was willst du eigentlich, du siehst ja so gut aus“, „Du kannst nicht krank sein, so gut wie du ausschaust“ schon lange sauer aufstoßen.

Wir stellen uns das so vor: schöne Fotos für den einzigartigen Kalender 2017 mit chronisch kranken Menschen, mit einer unsichtbaren Krankheit.

Mit einem persönlichen Leitspruch am eigenen Foto, „Warum stehe ich jeden Tag auf und kämpfe weiter: Weil…..ich…………“

Auf der Rückseite wird es einen kurzen Steckbrief geben und welche Krankheit(en) jeder in sich trägt.

Wir möchten den Kalender drucken lassen und dann damit in die Öffentlichkeit gehen, um Sponsoren zu suchen und zu finden die die weiteren Kosten übernehmen.

Der Erlös der vielen verkauften Kalender im In- und Ausland soll dem Verein ChronischKrank für chronisch kranke und beeinträchtigte Menschen in Österreich zugutekommen. Oder es wird ein „Topf“ oder ein Spendenkonto eingerichtet für Notfälle. Es gibt genug ÖsterreicherInnen die an der Armutsgrenze leben.

Einen professionellen Fotografen haben wir schon, jetzt brauchen wir noch österreichweit Freiwillige die mitmachen möchten. Die Bilder werden im September gemacht."

Bewerbungen und nähere Auskünfte bitte Mail senden an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wer möchte bei meinem Projekt dabei sein?
Der ORF –„Heute leben“ – wird mit der Kamera beim Fotoshooting dabei sein und unser Projekt begleiten.

Karin Gussmack
Selbsthilfegruppe Fibromyalgie
Tel: +43 (0) 660 / 65 34 661
Mo – Fr 09:00 – 12:00 Uhr
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ORF Heute Leben Projekt - Zu schön um krank zu sein - Verein ChronischKrank