Prof. Rupert Bartsch

Ass. Prof. PD Dr. Rupert Bartsch

Oberarzt an der Klinischen Abteilung für Onkologie der Universitätsklinik für Innere Medizin I an der Medizinischen Universität Wien. Seit vielen Jahren gilt der Schwerpunkt seiner Tätigkeit der Betreuung von Frauen mit Brustkrebs. Neben einigen wissenschaftlichen Projekten gehört auch die Mitarbeit in der österreichischen Brust- und Darmkrebsstudiengruppe ABCSG zu seinen Tätigkeitsfeldern. 

Herr Prof. Bartsch, ich würde Ihnen – als Experten für fortgeschrittenen Brustkrebs – gerne einige Fragen stellen, die ich von Betroffenen immer wieder höre.

Frage 1:

Wann spricht man von "Fortgeschrittenen Brustkrebs"?

Prof. Bartsch:

Wenn lokal ein deutlich fortgeschrittener Tumorbefall (z.B. ein sehr großer Tumor mit Beteiligung von Haut und/oder Brustwand und/oder ausgedehntem Lymphknotenbefall in der Achsel) besteht so spricht man von einem lokal fortgeschrittenem Tumor

Ansonsten wird der Begriff "fortgeschrittener Brustkrebs" für eine Erkrankung verwendet wo Absiedlungen in anderen Organen (z.B. Knochen, Leber, Lunge) vorliegen

Frage 2:

Worin liegt der Unterschied zwischen fortgeschrittenem Brustkrebs und metastasiertem Brustkrebs?

Prof. Bartsch:

Es kann sich sowohl um unterschiedliche Begriffe (lokal fortgeschritten ist im weitesten Sinne eine heilbare Erkrankung) als auch um ein Synonym handeln.

Frage 3:

Wieviel Zeit bleibt mir noch?

Prof. Bartsch:

Diese Frage ist leider nicht global zu beantworten. In den meisten Fällen gelingt es die Erkrankung zu chronifizieren, also über viele Jahre stabil stabil zu halten und zu verhindern dass eine die Situation lebensbedrohlich wird. Letztlich hängt die Lebenserwartung von sehr vielen Faktoren wie Alter,  Allgemeinzustand, Art des Brustkrebs und Wirkung der Behandlung ab.

Frage 4:

Werde ich Schmerzen haben?

Prof. Bartsch:

Üblicherweise nein. Es sollte heute möglich sein Schmerzen die als Folge einer Krebserkrankung auftreten sehr gut zu beherrschen

Frage 5:

Gibt es jemanden, mit dem ich reden kann, wenn ich nicht mehr weiter weiß?

Prof. Bartsch:

Patientenorganisationen (Europa Donna), Selbsthilfegruppen, Krebshilfe, Psychoonkologie, Behandler,...

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen.