Stammbaum einer Ratsuchenden

Häufen sich in einer Familie Krebserkrankungen, so können von Beratungszentren Risikobewertungen erstellt werden. Hierfür ist u. a. das Erstellen eines Familienstammbaums hilfreich. Existiert ein Brustkrebsgen bei den Vorfahren, so sollte dieses streng nach den Vererbungsgesetzen nach Mendel in den folgenden Generationen zu finden sein, denn alle Chromosomen eines Menschen stammen zur Hälfte von je einem Elternteil. Ist bei einem Elternteil ein Gen auf einem der beiden gleichartigen (homologen) Chromosomen mutiert, so würden bei vier Kindern statistisch gesehen zwei Kinder das Chromosome mit dem gesunden Gen und zwei Kinder das mit dem mutierten Gen vererbt bekommen. Aus Sicht des Kindes bedeutet dies mit einer Trefferquote von 50% genotypisch belastet zu sein.
Diese auf Mendel zurückführbare Vererbungslehre ist statistisch gesehen richtig. So wird bei erblich belasteten Familien mit mehreren Kindern auch sehr wahrscheinlich mindestens eines mit dem defekten Gen belastet sein. Entspringt nur ein Kind den belasteten Eltern, dann wird vielleicht das Gen nicht übertragen und verschwindet für immer aus der Familienchronik.
Die molekulare Genanalyse hat sich in den letzten 15-20 Jahren soweit entwickelt Mutationen im Erbgut eindeutig nachweißen zu können. Urgroßeltern sind jedoch oft verstorben, Elterteile vielleicht ebenfalls und Angehörige des betroffenen Paares stehen einer molekularen Genanalyse nicht zur Verfügung. Einen genetischen Stammbaum über drei Generationen zurück verfolgen zu wollen ist je nach Kinderzahl oft schwierig. Zudem münden Partner aus anderen Familie mit entsprechender Verzweigung der Vorfahren in den Stammbaum ein. Die Verteilung eines mutierten Gens über alle Nachkommen bzw. alle Vorfahren zu bestimmen ist somit in der Regel lückenhaft.

 

In der Abbildung ist ein beispielhafter Stammbaum nach mendelschen Regeln der Vererbung abgebildet. Eine gesunde Frau mit 38 Jahren (III.1) lässt auf Grund häufiger Krebserkrankungen in ihrer Familie einen BRCA1-Gentest durchführen. Dieser wird positiv beschieden. Aus ihrer Familienchronik lassen sich Brustkrebs bei der Großmutter und ein nicht definierbarer Krebs beim Großvater ableiten. Sowohl bei der Mutter (II.4) als auch bei einer Tante (II.1) wurde im Alter von 48 und 44 Jahren Brustkrebs diagnostiziert. Bei einer weiteren Tante (II.2) und einem Onkel (II.3) waren keine Auffälligkeiten zu beobachten. Ebenfalls gab es von Seiten des Mannes (III.2) und Vaters der Frau keinen Hinweis auf Krebserkrankungen. Aus dieser Familienchronik und aus dem eigenen positiven BRCA1 Befund abgeleitet gehört die Ratsuchende zur Hochrisikogruppe.
Rückblickend hat sie ihr Brustkrebsgen wahrscheinlich von der Großmutter geerbt. Da keine Genanalyse der Elterngeneration (II.1 - II.4) vorliegt, lässt sich das Risiko nicht weiter abschätzen. Dabei wäre es wichtig zu erfahren, ob sich bei der Ratsuchenden die Mutation auf einem Gen (heterozygotisch) oder auf beiden Genen (Allel, homozygotisch) befindet. Im letzteren Fall könnte das zweite mutierte Gen eventuell vom Vater stammen. Dieser war zwar nicht erkrankt, könnte aber Mutationsträger sein. Den Vater ausblendend könnten aber auch Onkel (II.3) und Tante (II.2) mit einem mutierten BRCA-Gen belastet sein, obwohl bei beiden keine Tumorerkrankungen bekannt sind.

Auch Männer können das Brustkrebsgen übertragen

Wie auch Männer BRCA1-Mutationen weiter vererben können, zeigt das Beispiel in Abbildung C. Eine inzwischen längst verstorbene Urgroßmutter (I.1) war an Brustkrebs erkrankt. Diese hatte zwei Söhne und zwei Töchter (II.1 bis II.4). Bei drei diesen noch lebenden Kindern war keine Mutation feststellbar. Ein Sohn (II.4) jedoch trug das defekte Gen in sich ohne selbst erkrankt zu sein. Dieser hatte wiederum zwei Kinder (III.1, III.2). Der Sohn dieses Mannes hatte die Mutation im BRCA1-Gen geerbt und war bis zum Zeitpunkt der Analyse nicht erkrankt. Erst bei dessen Tochter trat im Alter von 31 Jahren Brustkrebs zum Vorschein. Die Genanalyse zeigte bei ihr die gleiche Mutation wie sie beim Vater (III.1) und beim Großvater (II.4) nachgewiesen werden konnte. In der exemplarischen Familie trat Brustkrebs damit erst in der dritten Generation in Erscheinung.

 

Inhals aus: http://pflege-und-medizin.de/Brustkrebs/BRCA_Mutationen.html

 

BRCA1, BRCA2 und BRCA3

Ist das schon alles

 

Bis vor kurzem war genetisch bedingter Brustkrebs durch Mutationen gekennzeichnet.

Vor nicht al zu langer Zeit wurde auch erkannt, dass eine Mutation am Gen BRCA3 hier einen Hinweis auf erhöhtes Risiko gibt (siehe

Das hereditäre Mammakarzinom).

Hin und wieder kam der Verdacht auf, dass auch andere Gene zumindest einen geringen Einfluss haben könnten.

Jetzt wurde dem nachgegangen und es wurden die Proben von über 11000 PatientInnen aus mit Brustkrebs, Eierstockkrebs oder beidem genauer untersucht. Zusätzlich wurde eine Kontrollgruppe von ca. 4000 Personen ohne Symptome zum Vergleich hinzugezogen.

Zusammenfassung:

Es eine Reihe von Genen entdeckt die mit guter Wahrscheinlichkeit ein erhöhtes Risiko von Brustkrebs bzw. Eierstockkrebs zu bekommen bewirken.

Auszüge aus:

Association of Breast and Ovarian Cancers With Predisposition Genes Identified by Large-Scale Sequencing

https://jamanetwork.com/journals/jamaoncology/fullarticle/2696722

 

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