Ausgehend von der Brust können sich die krankhaft veränderten Zellen über Blut-und Lymphbahn verteilen, in benachbarte und weiter entfernte Körperregionen wandern und Absiedelungen bilden (sogenannte Metastasen = Tochtergeschwülste).

Die Metastasen können in Lymphknoten, Knochen (Wirbelsäule, Rippen, Becken, Schädel), Lunge, auf dem Rippenfell (Pleura), auf der Haut, in Leber und Gehirn, seltener in Schilddrüse, Milz und Eierstöcken auftreten.

Lokale Metastasen treten in unmittelbarer Nähe des Tumors auf, bei regionären Metastasen sind in den Lymphknoten in der Nähe des Tumors Krebszellen zu finden.

Von Fernmetastasen spricht man, wenn Absiedelungen in weiter entfernten Körperregionen. Im Allgemeinen wird von metastasiertem Brustkrebs gesprochen, wenn der Tumor Fernmetastasen gebildet hat.

Möglichkeiten der Behandlung:

Bei metastasiertem Brustkrebs ist eine Behandlung möglich, die das Wachstum des Tumors eingrenzt, das weitere Fortschreiten der Erkrankung verzögert und Beschwerden lindern kann –

Eine dauerhafte Heilung ist jedoch wahrscheinlich nur in Einzelfällen zu erreichen.

Der Verlauf der Krankheit ist sehr unterschiedlich und auch abhängig vom Ort der Metastasen, von der Geschwindigkeit des Tumorwachstums und dem Allgemeinzustand der Patientin/des Patienten.

Für die Wahl der individuellen Therapie gilt es den Nutzen und die Nebenwirkungen gegeneinander abzuwägen.

Folgende Untersuchungen werden bei Verdacht auf Metastasen durchgeführt:

  • Röntgenaufnahme des Thorax (Brustkorb)
  • Knochenszintigrafie oder Fluorid PET – CT (Positronen-Emissions-Tomografie) vom Skelett
  • Ultraschall der Leber
  • Glukose PET – CT (Positronen-Emissions-Tomografie) vom Ganzkörper
  • CT (Comutertomografie) des verdächtigen Organs
  • MRT (Magnetresonanztomografie) des verdächtigen Organs oder des Ganzkörpers

Eventuelle Beschwerden:

Beschwerden sind zum Teil abhängig davon, wo der Tumor Metastasen gebildet hat.

So kann zum Beispiel die Atmung erschwert sein, Leberkapselschmerzen können auftreten, ein epileptischer Anfall oder Doppelbilder können einen Hinweis auf Hirnmetastasen geben, Knochenschmerzen und mögliche Brüche können sich bemerkbar machen.

Gewichtsverlust und Schwäche können auftreten, wenn der Stoffwechsel durch das Tumorwachstum stark belastet ist. Die Absiedelungen in anderen Organen können diese stark beeinträchtigen.

Folgende Therapien werden angewandt:

Bei Fernmetastasen ist meist der ganze Körper betroffen, daher wird im Regelfall eine systemische Therapie durchgeführt (das heißt, der ganze Körper wird medikamentös behandelt), um das Tumorwachstum einzudämmen.

In Frage kommen:

  • Chemotherapie oder Anti-Hormontherapie
  • zielgerichtete Therapien mit Trastuzumab (Herzeptin), Lapatinib (Tyverb) bei HER2-positiven Tumoren
  • Bevazizumab (Avastin) oder Bisphosphonate bei Knochenmetastasen
  • In manchen Fällen kommt eine Bestrahlung oder operative Entfernung in Frage (Lungen- und Lebermetastasen können erfolgreich entfernt werden)

Es wird laufend an neuen Therapieformen geforscht, außerdem gibt es die Möglichkeit an klinischen Studien teilzunehmen.

Aktuelle Brustkrebsstudien:

https://www.abcsg.at/patienten/studien-brustkrebs/

Beim metastasierten Brustkrebs wird heutzutage auf eine Stufentherapie gesetzt – wenn umsetzbar, werden dabei die verschiedenen verfügbaren Medikamente als meist besser verträgliche Monotherapie nacheinander eingesetzt. Kombinationen an Medikamenten mit häufig stärkeren Nebenwirkungen werden verabreicht, wenn dies aufgrund eines raschen Fortschreeitens der Metastasen und Bedrohung der Organfunktion nötig ist.

Generell wird der Fokus auf die Lebensqualität der Patientin/des Patienten gelegt – diese soll durch die Behandlung so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

Ziele der Therapie bei metastasiertem Brustkrebs:

  • Lebenszeit verlängern
  • Gesundheitszustand stabilisieren
  • Gute Lebensqualität erhalten
  • Tumorwachstum anhalten oder verlangsamen
  • Symptome lindern
  • Unerwünschte Wirkungen der Therapie abschwächen
  • Begleiterkrankungen behandeln
  • Schmerzen vermindern

Das Leben mit metastasiertem Brustkrebs meistern:

Mit der Erkrankung umzugehen und damit weiterzuleben, kann in verschiedenen Aspekten sehr herausfordernd sein. Körperliche und seelische Belastungen durch Erkrankung und Therapie kann die Bewältigung des Alltags und der Anforderungen durch Familie erschweren.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich psychoonkologisch unterstützen zu lassen. Im Anschluss an die Behandlung im Krankenhaus oder auch zu einem späteren Zeitpunkt kann eine Rehabilitation oder Kur sehr hilfreich sein.

(Auszüge aus: https://www.mamazone.de/brustkrebs/metastasierter-brustkrebs/)

Onkologische Rehabilitation in Österreich:

Der Sonnberghof:

https://www.dersonnberghof.at/onkologische-rehabilitation/onkologische-rehabilitationfuer-sv-gaeste.html

LebensMed Zentrum Bad Erlach:

https://www.lebensmed-baderlach.at/

Therapiezentrum Rosalienhof:

https://www.bva.at/portal27/portal/bvaportal/content/contentWindow?viewmode=content&action=2&content_contentid=10007.676555&contentid=10007.727853

Brustkrebs-Selbsthilfegruppen sowie Europa Donna und Krebshilfeberatungsstellen findet ihr unter:

https://www.europadonna.at/index.php/service/patientinnen-gruppen-oesterreich