Der PARP-Inhibitor Olaparib, der bereits zur Behandlung des BRCA-positiven Ovarialkarzinoms (Eierstockkrebs) eingesetzt wird, ist auch beim Mammakarzinom (Brustkrebs) mit denselben genetischen Auslösern wirksam.

In einer randomisierten offenen Phase-3-Studie wurden die Ergebnisse von Patienten mit BRCA-positivem (und HER2-negativem) Mammakarzinom gegenüber einer Standardchemotherapie verbessert.

Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der ASCO (American Society of Clinical Oncology) in Chicago vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2017; doi: 10.1056/NEJMoa1706450) publiziert.

Bei etwa 5 Prozent aller Mammakarzinome liegen Mutationen in den „Brustkrebs-Genen BRCA1 oder BRCA2 vor. Die beiden Gene kodieren Bestandteile eines Apparates, der im intakten Zustand Doppelstrangbrüche der DNA repariert, die zum Ausgangspunkt eines Krebswachstums werden können. Ist es einmal zum Krebswachstum gekommen, erben auch alle Tumorzellen die BRCA1/2-Mutation und damit eine Sollbruchstelle, die eine weitere Entwicklung der Krebszellen gefährdet.
Um sich erfolgreich zu vermehren, müssen die Krebszellen auf andere DNA-Reparaturmechanismen wie den Poly (ADP-ribose)-Polymerasen (PARP) ausweichen.
Werden auch die PARP-Enzyme, beispielsweise durch den oral verfügbaren Wirkstoff Olaparib, außer Kraft gesetzt, kommt es zu einem Wachstumsstopp der Krebserkrankung.

Olaparib wurde 2014 als Monotherapie zur Behandlung von Ovarialkarzinomen bei Patientinnen mit BRCA1/2-Mutationen zugelassen. Schon damals wurde vermutet, dass Olaparib auch beim BRCA-positiven Mammakarzinom wirksam sein könnte. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse einer Phase-3-Studie bestätigen diese Vermutung.
Die „OlympiAD“-Studie hatte 205 Patientinnen mit BRCA-positivem Mammakarzinom auf eine Behandlung mit Olaparib in einer Dosis von 300 mg/Tag oder eine Standardchemotherapie randomisiert.
(Randomisierung (Wortherkunft über randomisieren aus englisch randomize, zu random für „wahllos, ziellos, zufällig, willkürlich“) ist ein Verfahren, bei dem die Versuchspersonen (zum Beispiel teilnehmende Patienten) unter Verwendung eines Zufallsmechanismus unterschiedlichen Gruppen zugeordnet werden.)

Patienten mit Tumoren, die HER2 bilden, waren von der Teilnahme an der Studie ausgeschlossen, da es für diese Tumore mit Trastuzumab bereits eine gezielte Therapie gibt.
Da es keine einheitliche Standardtherapie gibt – Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin werden eingesetzt – und die Therapieschemata sich unterscheiden, wurde die Studie offen durchgeführt: Die Ärzte wussten, welche Therapien sie verabreichten. Der Verzicht auf eine Verbindung schränkt die Aussagekraft der Studie ein, deren Ergebnisse jedoch eindeutig ausfielen.
Die häufigsten Nebenwirkungen in der Olaparib-Gruppe waren Übelkeit und Anämie, während Neutropenie, Anämie, Fatigue sowie ein Hand-Fuß-Syndrom unter der Chemotherapie häufiger auftraten.
Schwere Nebenwirkungen waren in der Olaparib-Gruppe seltener als unter der Chemotherapie (37 versus 50 Prozent). Nur 5 Prozent der Patientinnen brachen die Olaparib-Behandlung wegen schwerer Nebenwirkungen ab. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität war in der Olaparib-Gruppe deutlich besser. Auch hinsichtlich der Verträglichkeit könnte Olaparib deshalb die bessere Alternative für Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom sein, deren Zellen HER2 nicht exprimieren.
(www.aerzteblatt.de)
 


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