Monas Blog

 

Gene als Schlüssel zu Gesundheit

Dass sogar schwere Leiden ihren Schrecken verlieren, ist der Präzisionsmedizin zu verdanken. In Zukunft sollen mit der „maßgeschneiderten Medizin“ bis dato unheilbare Krankheiten behandelbar werden.

Wir haben bei Expertinnen nachgefragt, wie neue Technologien uns noch besser schützen und unser Leben verlängern können.

 

Die DNA im Fokus der Medizin

Präzise Analysen ermöglichen gezielte Prävention und Behandlung.

Die als Doppelhelix aufgebaute DNA (Desoxiribonukleinsäure) ist Träger der Erbinformation und verrät dem Mediziner, welchen genbedingten Risiken der Einzelne ausgesetzt ist, respektive auf welche Behandlung das Individuum am besten anspricht.

Jeder Mensch ist mehr als einzigartig. Das ist weit mehr als eine Floskel. Jeder von uns verfügt über eine einzigartige DANN und über eine einmalige, individuelle Gen-Sequenz. Die hier gespeicherten Informationen tragen wir einerseits von Geburt an mit uns, andererseits unterliegt unsere DNA im Lauf des Lebens individuellen Veränderungen (äußere Einflüsse, Lebensstil,..).

Diese Gesamtheit der Erbinformation (unser Genom) ist es, die unsere Prädisposition für bestimmte Krankheiten (z.B. durch einen Gendefekt) erhöht.

Sie lässt diese früher oder später ausbrechen, individuell verlaufen und den Einzelnen ganz unterschiedlich auf Therapien reagieren.

Das bedeutet, dass eine sogenannte „One-Size-Fits-All“ Behandlungsmethode, auf die die traditionelle Medizin bis dato baute, in vielen Fällen „vorbei therapiert“.

Dies geht mit teils starken Nebenwirkungen oder geringem Heilungserfolg einher.

 

Neue Technologien

Neue Technologien der Präzisionsmedizin (PM), etwa molekulare und digitale Analysetechniken, ermöglichen es in Zukunft, den individuellen Code eines jeden zu entschlüsseln und einen genetischen Fingerbadruck zu erstellen.

Dieser ermöglicht es nicht nur Risiken sowie Risikofaktoren frühzeitig auszumachen, sondern auch Therapien für Patienten maßschneidern. Dadurch werden Nebenwirkungen reduziert (verbessert die Lebensqualität) und die Heilungschancen z.B. bei Krebserkrankungen, um ein Vielfaches vergrößert.

Unheilbare Erkrankungen werden besser behandelbar.

Was wie eine wunderbare Zukunftsvision klingt, kommt bereits in vielen Disziplinen, vor allem in der Hämatologie und der Onkologie, an der MedUni Wien zum Einsatz und soll sich nach und nach in allen Bereichen der Medizin durchsetzen.

 

Medizin des 21. Jahrhunderts

Standort Med Uni Campus AKH:

Ab 2022 ist die Errichtung des „Zentrums für Präzisionsmedizin und Therapien“ (ZPM).

(Auszüge aus: Gesund&Fit 12/2018)

Forscher haben einen Nanoroboter entwickelt, der Krebszellen aufspürt und durchlöchert. Bislang funktioniert das erst im Labor. Doch die neue Technik hat das Potenzial, die Medizin zu revolutionieren.

US-Forscher haben Nanoroboter so programmiert, dass sie Tumorzellen aufspüren und von der Blutzufuhr kappen.

„Wir haben das erste völlig autonom navigierende DNA-Roboter-System entwickelt, das Krebs präzise aufspürt und bekämpft“, bekräftigt Prof. Dr. Hao Yan, Direktor des Zentrums für Molekulardesign und Biomimetik an der Arizona State University.

Die neue Technik könne gezielt gegen zahlreiche Krebsarten eingesetzt werden, weil alle Blutgefäße, die Tumore versorgen, die gleichen sind. Die Wissenschaftler haben ihr Verfahren bereits erfolgreich an Mäusen und Schweinen getestet. Ihnen wurden menschliche Krebszellen injiziert, die Tumore wachsen ließen. Sie testeten das Verfahren mit Brust,- Lungen,- Haut- und Eierstockkrebs.

Die Bausteine, aus denen die winzigen Roboter zusammengesetzt werden, stammen aus den Erbinformationen. Sie lassen sich in vielerlei Arten zusammenfalten. Yan ist Experte in der nach der japanischen Faltkunst Origami benannten Technik.

Die Nanoroboter sind 1000 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Sie sind rechteckig und bestehen aus mehreren DANN-Schichten. Sie sind gerade einmal 60 mal 90 Nanometer groß. An der Oberfläche ist eine winzige Menge Trombin befestigt, ein Blutgerinnungsmittel. Es lässt das Blut in den Adern gerinnen, die den Tumor versorgen.

Die Nanoroboter tragen noch ein weiteres Präparat: einen sogenannten DANN-Adapter. Das sind Teile der Erbinformation, die an ein Protein namens Nucleolin binden, das sich in großen Mengen auf Krebszellen bildet.

Gesunde Zellen sind frei davon, werden also nicht angegriffen.

(Auszüge aus: www.welt.de/wissenschaft/; Ärztemagazin)

 

Das sind gute Nachrichten, die KrebspatientInnen wieder Hoffnung schöpfen lassen

Neue Medikamente, neue Behandlungsstrategien

Im Bereich der Krebstherapie ist eine rasante, positive Entwicklung zu verzeichnen, die den PatientInnen bessere Heilungschancen bei guter Lebensqualität während der Therapie ermöglichen, so der Tenor des Pressegespräches anlässlich des Weltkrebstages in der MedUni Wien.

Die Gründe:

Einerseits die Einführung neuer Substanzen, andererseits die zunehmende Personalisierung der Therapien. Aufklärung und Information zu diesen Themen bot die Initiative Krebsforschung am Wiener Krebstag am 12. Februar 2018 am Universitätscampus – Altes AKH in Wien.

Zielgerichtete Therapien und Immuntherapie:

Mit Einführung der zielgerichteten Therapien wurde eine zunehmende Individualisierung der Therapie im Sinne von „maßgeschneiderten Therapien“ möglich. Durch die ständige Identifikation neuer Targetmoleküle, können zunehmend mehr PatientInnen einer sogenannten „personalisierten Therapie“ (Präzisionsmedizin) zugeführt werden. Voraussetzung dafür ist der Nachweis von definierten Mutationen im Tumorgewebe der jeweiligen Patientin bzw. des Patienten.

Im Bereich der Immuntherapie ist eine überwältigende Entwicklung zu beobachten. „Es bietet sich uns zunehmend die Möglichkeit, mit einer breiten Palette an Medikamenten zu therapieren, die individuell auf das Krankheitsbild der jeweiligen PatientIn zugeschnitten werden kann“, berichtet Christoph Zielinski, Leiter des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien und wissenschaftlicher Leiter des Vienna Cancer Center. Letztendlich geht die Entwicklung auch in die Richtung der Kombination von Immuntherapeutika mit einer Chemotherapie.

Große Fortschritte in der Krebsforschung

„Innerhalb der Medizin konnten insbesondere im Bereich der Krebsforschung große Fortschritte erzielt werden. Bei vielen Tumorentitäten wurden durch die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien, im Speziellen durch die Einführung von Immuntherapien, die Heilungschancen deutlich verbessert“, resümiert Gabriela Kornek, Ärztliche Direktorin des AKH Wien und Präsidentin des Vereins „Leben mit Krebs“.

Dennoch würden die meisten Betroffenen, ihre Angehörigen und FreundInnen auf die Diagnose Krebs sehr häufig mit einem Schock und großer Angst regieren. Aufklärung und Information sei hier die beste Unterstützung.

Krebs-Infotag

 Daher veranstaltet der Verein jedes Jahr einen Krebs-Infotag: „Der heurige Wiener Krebstag nicht im Rathaus, sondern im Hörsaalzentrum des Universitätscampus auf dem Gelände des Alten AKH statt. Er bot die Möglichkeit, Informationen über die neuen Entwicklungen zu erhalten, und Erfahrungen mit anderen Betroffenen auszutauschen.“

Alle Vorträge des Infotages können kostenlos im Internet auf www.leben-mit-krebs.at angesehen werden.

„Die qualifizierte PatientInnen-Fortbildung stellt eine Verbesserung für die PatientInnen-Compliance und damit auch für die optimale Diagnose und Therapiemöglichkeit dar“, so Kornek.


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