Monas Blog

 

Experteninterview mit Prof. Dr. med. Peter Dubsky

Herr Prof. Dubsky, Sie sind Experte für brusterhaltende Operation. Darf ich Ihnen hierzu ein paar Fragen stellen?

Brusterhaltende Operation – was darf man sich davon erwarten?

Erwarten darf sich eine Patientin, dass die Form der Brust, das Gefühl in der Brust und das Gefühl in der Brustwarze weitgehend erhalten bleibt. Die Operation erfolgt so, dass die Brustform recht gut erhalten bleibt aber natürlich durch den Verlust and Volumen die Brust ein bisschen kleiner wird.

Was darf sich eine Patientin noch erwarten?

Da es durch die brusterhaltende Operation in vielen Fällen zu Asymmetrie der Brüste kommt, werden von den Kassen Symmetrisierungsoperationen bezahlt. Wenn eine Frau die Asymmetrie als störend empfindet, kann die zweite Brust optisch angepasst werden. Wie ist es hinsichtlich der onkologischen Sicherheit? Die onkologische Sicherheit steht selbstverständlich an oberster Stelle. Die Entfernung des kompletten Tumorgewebes sowie die Einhaltung der Resektionsränder sind ganz genau vorgegeben und evidenzbasiert. Fast jede Frau, die brusterhaltend operiert wird, erhält anschließend eine Bestrahlung. Die Bestrahlung bewirkt nachhaltige Veränderungen in Haut und Gewebe. Das führt bei sehr vielen Frauen zu einer Art Wetterfühligkeit (strange sensations).

Für wen kommt die brusterhaltende Operation infrage?

Im Grunde kommt die brusterhaltende Operation für alle Betroffenen infrage, bei denen das Verhältnis von gesundem Gewebe und Tumor eine sinnvolle und auch kosmetisch ansprechende OP zulässt Auch jene Tumoren, die größer als 2cm, multifokal bzw. multizentrisch sind, können bei ausreichender Brustgrösse brusterhaltend operiert werden. Natürlich können und sollten aggressive Tumore vor der OP mit Chemotherapie behandelt werden- oft schrumpft der Tumor und kann dann erst recht oder deutlich einfacher bruterhaltend operiert werden. Nur wenn der Tumor einen Großteil der gesamten Brust einnimmt, ist eine Mastektomie (Amputation der Brust) notwendig. Auch die sogenannten inflammatorischen Karzinome müssen mit einer Amputation versorgt werden. Brusterhaltung ist nicht immer einfach und bedarf eines gut eingespielten interdisziplinärem Teams.- Wichtig ist , dass die Behandlung in einem zertifizierten Brustgesundheitszentrum durchgeführt wird.

Wie hoch ist die Rückfallsrate im Vergleich zu einer Mastektomie (Brustamputation)?

Hierzu gibt es wirklich erfreuliche Studienergebnisse, bei dem viele tausend PatientInnen untersucht wurden. Leben gegen Brust – das gibt es schon lange nicht mehr. Es gibt einen echten Paradigmenwechsel: Die Studienergebnisse zeigen ein verbessertes Überleben für Frauen mit Brusterhalt und Bestrahlung im Vergleich zu den brustamputierten Frauen. Seien Sie eitel, freuen Sie sich auf eine schöne Brust und ein Leben „danach“.
Vielen Dank Herr Prof. Dubsky für das aufschlussreiche Interview.

Die onkologische Rehabilitation ist ein hochwirksames Behandlungskonzept für Patienten, die ihre primäre Krebstherapie bereits abgeschlossen haben. Sie ist mittlerweile ein wichtiger Teil des onkologischen Gesamtkonzepts.

Bei vielen schweren Erkrankungen (wie Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt) oder nach medizinischen Eingriffen (z.B. Wirbelsäulenoperation) sind nach der Akutbehandlung mitunter weitere medizinische Maßnahmen für die Genesung der Patientin/des Patienten nötig. Ziel der medizinischen Rehabilitation ist, Patientinnen und Patienten wieder in die Lage zu versetzen, möglichst ohne fremde Hilfe ein eigenständiges Leben zu führen und in der Gemeinschaft einen ihnen angemessenen Platz einnehmen zu können . . .

Wann besteht Anspruch auf medizinische Rehabilitation?

Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation werden den Versicherten bewilligt, wenn ohne diese Maßnahmen in absehbarer Zeit Invalidität (Arbeiter), Berufsunfähigkeit (Angestellte) bzw. Erwerbsunfähigkeit (Gewerbetreibende und Bauern) droht. Anspruch auf medizinische Maßnahmen der Rehabilitation im Zusammenhang mit einem Pensionsantrag bestehen, wenn vorübergehende Invalidität für zumindest sechs Monate vorliegt und kein Anspruch auf berufliche Rehabilitationsmaßnahmen besteht bzw. diese nicht zumutbar und zweckmäßig sind.

Antragstellung

Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation werden nur aufgrund eines Antrages erbracht. Der Rehabilitationsantrag erfolgt über die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt bzw. im Akutspital, nachdem die Notwendigkeit einer Rehabilitation festgestellt wurde. Die Ärztin/der Arzt wird Sie darüber informieren, welcher Versicherungsträger (Pensions-, Unfall- oder Krankenversicherung) in Ihrem Fall zuständig ist. Das dafür erforderliche Formular erhalten Sie bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt bzw. auf der Website der Sozialversicherung.

Es besteht die Möglichkeit Anträge bei jedem Sozialversicherungsträger einzubringen – auch wenn ein anderer Versicherungsträger tatsächlich zuständig ist. In diesem Fall wird der Antrag an den zuständigen Kostenträger weitergeleitet („Allspartenservice“).


Den Antrag stellt die Patientin/der Patient selbst. Die Ärztin/der Arzt begründet auf der Rückseite des Antragsformulars, warum eine medizinische Rehabilitation notwendig ist und welchen Zweck sie hat.

Nach einer Operation bei Akuterkrankungen oder nach einem Unfall kann die Spitalsärztin/der Spitalsarzt einen Antrag auf Anschlussheilverfahren beim zuständigen Versicherungsträger stellen. Hierfür gibt es ein eigenes, dafür vorgesehenes Antragsformular.

Zuständigkeit

Für die Erbringung der medizinischen Rehabilitation kommen unterschiedliche Versicherungsträger infrage:

  • Pensionsversicherung (z.B. PVA)
  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung (z.B. AUVA)

https://www.netdoktor.at/therapie/onkologische-rehabilitation-6857515,

https://www.gesundheit.gv.at/gesundheitsleistungen/antraege/reha-antrag

Chemo.LöweDer Löwe ist hart im Nehmen: Schon unzählige Male hat er eine Infusuion in seinen Arm bekommen. Manchmal ist sie blau, manchmal auch rot oder grün. Je nachdem, welche Therapie gerade am Plan steht. Danach wird die Einstichstelle der Nadel auch jedes Mal fachgerecht versorgt.

Mit Hilfe dieses "Chemo-Löwen" vermittelt Ingeborg Brandl, speziell ausgebildete "Breast Care Nurse" am Brustgesundheitszentrum im Wiener AKH, den Kindern ihrer Patientinnen, was gerade mit ihrer Mama passiert. Diese haben Brustkrebs und werden mit einer Chemotherapie behandelt. Prim. Christian Singer, Leiter des Bruskrebszentrums: "Die Diagnose bedeutet für die Betroffenen und ihre ganze Familie eine ungeheure Stress-Situation. Besonders Kinder können sich darunter häufig nur wenig vorstellen." Die Erfahrung zeige: Muss die Mutter etwa wegen der Therapie mehrere Tage im Spital verbringen, haben die Kleinen häufig Angst, weil sie nicht wissen, was dort mit ihr passiert. Das weiß auch Ingeborg Brandl: "Kinder sind klug. Sie merken, wenn die Eltern etwas bedrückt. In ihrer Phantasie wachsen die Bedrohung und damit auch die Angst." Deshalb sei es besonders wichtig, die Kinder behutsam aufzuklären.

Genau hier setzt das "Chemo-Krieger"-Projekt mit dem Löwen an. Brandl entwickelte es 2009 mit der Klinischen Psychologin Theresia Rosner. Es richtet sich an Kinder zwischen vier und zehn Jahren, dauert zwei bis drei Stunden und läuft in vier Etappen ab: Vorbesprechung, Stationsrundgang, das Anlegen einer Chemo-Infusion und Nachbetrachtung.

"Chemo-Krieger" kämpfen gegen Krebs

Kein Thema ist dabei tabu. "Die Kinder können jederzeit Fragen stellen und dürfen alles angreifen, besonders beim Besuch im Chemotherapie-Raum", sagt Brandl. Dort vermittelt sie ihren Besuchern altersgerecht, dass mit der Infusion winzige "Chemo-Krieger" in den Körper ihrer Mama gelangen, die dort die bösen Krebszellen bekämpfen.

Weil es Kindern häufig leichter fällt, ihre Eindrücke zeichnerisch festzuhalten, können sie abschließend bei Psychologin Theresia Rosner aufzeichnen, was sie erlebt haben. Dies dient nicht nur der Verarbeitung des Erlebten. Rosner kann anhand der Zeichnungen besser einordnen, was die Kinder am meisten beschäftigt. Erfahrungsgemäß steht der Kampf "gut" gegen "böse" dabei im Vordergrund. Für die Kinder heißt das: Die Chemo-Krieger siegen. Und beim Großteil ihrer Mütter ist das glücklicherweise auch in der Realität der Fall.

(https://kurier.at/leben/brustkrebs-projekt-chemo-loewe-nimmt-kindern-angst-um-mama)


Kinder von BrustkrebspatientInnen können sich unter der Diagnose Krebs oft nur wenig vorstellen. Müssen ihre Mütter wegen der Therapie für eine Nacht oder ein paar Tage ins Spital, haben die Kleinen häufig Angst um sie, weil sie sich nicht vorstellen können, was mit ihrer Mama dort geschieht. 

Die Arbeitsgruppe für Senologie des Brustgesundheitszentrums der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien und des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien hat 2009 daher das Projekt „Chemokrieger – Stationsführung für Kinder“ gestartet. Christian Singer, Leiter der Senologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde dazu: „Am Brustgesundheitszentrum steht die umfassende Betreuung unserer PatientInnen im Zentrum. Die Diagnose bedeutet für die Betroffenen und ihre Kinder eine ungeheure Stress-Situation. Mit dem Chemokrieger-Projekt können wir Mütter und Kinder entlasten.“

Aufklärung nimmt Angst

Entwickelt wurde das Chemokrieger-Projekt von zwei MitarbeiterInnen Singers: Ingeborg Brandl, Breast Care Nurse, und Theresia Rosner, Klinische Psychologin am AHK Wien, erkannten den Bedarf an kindgerechter Aufklärung. Ingeborg Brandl: „Kinder sind klug. Sie merken, wenn die Eltern etwas bedrückt. In ihrer Phantasie wachsen die Bedrohung und damit auch die Angst. Es ist sehr wichtig, die Kinder behutsam aufzuklären, um psychische Folgeschäden zu vermeiden. Hier bieten wir professionelle Hilfe.“

„Chemokrieger – Stationsführung für Kinder“ wurde speziell für PatientInnen der Station entwickelt, richtet sich an Kinder im Alter zwischen vier und zehn Jahren, dauert zwei bis drei Stunden und läuft in vier Schritten ab. Zuerst führt Teresia Rosner ein vorbereitendes Gespräch mit den Kindern. Danach besucht Ingeborg Brandl mit den Kindern die Station und zeigt ihnen, wo ihre Mütter behandelt werden. Den Abschluss bildet der Chemotherapieraum, wo die Breast Care Nurse den Kindern an einem Stofflöwen zeigt wie die Chemotherapie angelegt wird und abläuft. Die Kinder können alles angreifen und alle Fragen stellen, die sie möchten. Schließlich dürfen die Kinder bei Theresia Roser ihre Eindrücke zeichnerisch festhalten. Anhand dieser Reflexion kann die Psychologin feststellen, wie die Führung bei den Kindern angekommen ist. Die Teilnahme am Projekt erfolgt auf freiwilliger Basis.

Cancer School: komplexe Themen verständlich erklärt

Aufklärung von PatientInnen und ihren Angehörigen ist auch das Anliegen der Cancer School CCC Vienna, einem Projekt des Comprehensive Cancer Centers (CCC). Krebs-ExpertInnen der MedUni Wien vermitteln in Vorträgen, Workshops und Exkursionen anschaulich aktuelles Wissen über die Krankheit. Die Teilnahme an den Kursen der Cancer School im AKH Wien, Hörsaal 5, ist kostenlos, eine Anmeldung unter www.cancerschool.at/hp/kontakt/anmeldung.php ist aus Platzgründen unbedingt nötig. Die Vorträge starten am 30. Oktober und finden mittwochs von 18 bis 20Uhr statt. Das Wintersemester 2013/14 der Cancer School läuft bis 15. Jänner 2014. Zum detaillierten Programm geht es unter: www.cancerschool.at/hp/downloads.php.


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